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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Mongolische Race Mongolische Sprache u. Literatur.

meinenu. Georgien,». zwang die Turkmenen u.Knr-den zur Anerkennung seiner Oberhoheit. Dieselbemußte auch nach zwei Feldzügen (1376 u. 1389 bis1391, wo Timur bis zur Wolga drang) Khan To-khtamisch von Kiptschak anerkennen. 1392 verweilteer in Samarkand, um die Verhältnisse seines Reicheszu ordnen. 139395 beruhigte er mit Zurücklassungseines Enkels Pir Mohammed als Statthalter vonKhorasan und Afghanistan, Persien, wo die Assas-sinen vollständig ausgerottet wurden, Armenien undGeorgien. 1395 und 96 sührte eine Empörung vonTokhtamisch ihn von Neuem an die Wolga, von woans er ganz Kiptschak eroberte; Sarai, Astrachan,Asow zerstörte und daS innere Rußland bis in dieGegend von Moskau verheerte, 139899 überzoger unter furchtbarem Blutvergießen Indien bis nachDelhi hin mit Krieg. 1400 stand er schon wiederin dem noch nicht vollständigbezwungenen Georgien,als eine byzantinische Gesandschaft ihn um Hilfe ge-gen den osmanischen Sultan in Kleinasien, Bajesid,ansprach. Dies führte ihn zu der Einmischung indie vorderasiatischen Verhältnisse. Nachdem er denOsmanen Silvas abgenommen, wandte er sich ge-gen Syrien, schlug den ägyptischen Sultan Barkokbei Damascus u. eroberte u. zerstörte Aleppo, Da-mascus und Bagdad; 1402 endlich besiegte er dieTürken bei Angora u. nahm Bajesid gefangen, wo-rauf Kleinasien und Ägypten seiner Oberherrschafthuldigten. 1403 verheerte u. unterjochte er endlichauch Georgien; 1405 war er eben auf einem Zugegegen China begriffen, als ihn in Otrar der Tod er-eilte. Ströme von Blut u. unzählige zerstörte Städtehaben seine Züge begleitet; ein einheitliches Reichist ihm trotz seiner Geistesgaben (seine Charakteristiks. Timur) nicht gelungen; sein Princip, die erober-ten Länder durch Söhne und Enkel mit fast unbe-schränkter Gewalt regieren zu lassen, hatte schon beiseinen Lebzeiten zu zahlreichen Empörungen geführtund ließ nach seinem Tode Alles auseinanderfallen.

Sofort begannen Thronstreitigkeiten zwischen sei-nem zum Nachfolger ernannten Enkel Pir Moham-mod u. einem anderen Enkel Khalil, in denen der er-stelle unterlag; auch der letztere fiel schon 1409 mitseiner Hauptstadt Samarkand in dieHände der Turk-menen unter Khodaibad Hussein, In Kiptschak hattesich Edegu selbständig gemacht, Georgien u. Klein-asien sich sofort wieder der kurzen Oberherrschaft ent-zogen, auch Bagdad u. Irak wieder empört. 1415 in-dessen gelang es Schah Rokh, dem Sohne TimurSund bis dahin Herrscher von Khorasan, die Turk-menen zu verdrängen und sich Iraks wieder zu be-mächtigen und so einen bedeutenden Theil des Rei-ches seines VaterS (Persien bis nach Kaschgar hin)bis zu seinem Tode 1446 zu behaupten. Unter sei-nem Nachfolger kling Begh (bis 1449) begannendie Empörungen von Neuem und bildeten sich kleineKhanate unter fortwährenden Einfällen der Turk-menen, ebenso unter den diesem folgenden Abdallatis,Abdallah und Abusaid, der nach glücklichen Kriegen1468 gegen die Turkmenen vom Weißen Hammelfiel. In Persien (s. d.) kamen vorläufig diese an dieHerrschast, in dem eigenst. Dschagatai (damals auchFerghana genannt), das wenig mehr als Bokharaumfaßte,bliebennoch dieTimnriden Achmed,Masud,Babur, der um 1500 nach mehrfachen Kämpfennach Ghazna u. von La nach Indien sich begab u.

in Delhi das Reich des Großmoguls (s.d.) gründete,wodurch noch einmal sich die M. eine bedeutende Herr-schaft erwarben. Außerhalb Indien verloren sie da-gegen alle welthistorische Wichtigkeit. In einzelneKhanate zersplittert, bekriegten sie sich untereinanderund wurden im W. die Beute Rußlands, Persiensu. der Türkei, im O. die Chinas. Noch führen einigeKhane Centralasiens ihren Ursprung auf Dschingis-Khan zurück, aber ohne jeglichen politischen Einfluß.Die ehemals die alte Welt erschütternden Krieger-schaarcn sind jetzt zu friedlichen u. schmutzigen Hir-ten unter chinesischer Oberhoheit geworden, wozu dieAnnahme des Buddhismus wesentlich beigetragenhat; ob ihre latente Energie wieder durch einen ener-gischen Willen geweckt werden wird, ist der Zukunftanheimzustellen. Vgl. Schott, Die alten Nachrichtenüber M. und Tataren, Berl. 1845; HUllmann, Ge-schichte der M. bis 1206, Berlin 1796; d'Ohsson,Hist, äss Lkongolos äspuis Tsobiuglr-LbaujuZgu'äliuwur-Imuo, Par. 1824. Eine Sammlung der be-deutendsten oriental. Quellenwerke znrGesch. der M.hat Beresin begonnen (LlbliotbsgusLlongols, Kasan1849 ff.). Über die Geschichtschreibung unter den M.selbsts.MongolischeSpracheu.Literatur. Thicl-mami.

Mongolische Rare, s.n.Menschenracen, S. 784.Mongolische Sprache und Literatur. Diemongolische Sprache bildet in ihren zwei Haupt-dialecten, dem östl. und dem wesst. (Kalmückischen),eine Familie des großen altaischen oder turanischenSprachengeschlechts. Ihr Lautsystem stimmt mit dem-jenigen der meisten näher oder selbst entfernter ver-wandten Sprachen, sofern sie gleich dem Tungusischenu. rein Türkischen zu Anfang der Silben dem Con-sonanten r ausweicht u. den Wnrzelvocal die übri-gen Vocale des Wortes nach Härte oder Weichheitbedingen läßt. Sie wird mit einer, denUignren ent-lehnten Buchstabenschrift, deren kalmückische Varietätdie Laute am genauesten unterscheidet, von oben nachunten geschrieben, und die Zeilen folgen sich von derLinken zur Rechten. Die Destination LeS Nomen er-setzen angehängte Partikeln, n. zwar für den Geni-tiv xin, u, nu, Dativ änr, a, Accusativ zst, t, Abla-tiv etss, Instrumental luga, lügo; für den Dativu. Accusativ gibt es noch besondere Formen, welcheden Besitz mit einschließen: Dativ äagau, äsgeu,Accusativ bsn, z?su. Den Plural bezeichnen Anhäng-sel oderganzebeigegebeneMehrheitswörter. DiePro-nomia sindr bi, >ch,tsebi,du,biäa, wir, ta, ihr, derenGenitive zugleich als Possessivs dienen; ein Relati-vum fehlt gänzlich. Die Zahlwörter sind: 1 uigou,2 ebozmr, 3 gurbau, 4 ckörbou, 5 babuu, 6 äsir-gugau, 7 äologau, 8 uailuau, 9 Murr, 10 arbao.Ordinalien werden daraus durch die Endung Imgar,tügsr gebildet. Das Thema des Verbums ist zu-gleich Imperativ: ^abu, geh. An Formen zur Be-zeichnung der Arten n. Zeiten fehlt es nicht, dage-gen gibt es keine persönlichen Anhänge. Die Prä-positionen sind Postpositionen; die Adverbien theilseinfache Partikeln (verneinende, bejahende, fra-gende rc.), theils aus anderen Nedetheilen durchBeugungssilben gebildet. Conjunctionen gibt es nurwenige u. von beschränktem Gebrauch, da das Ver-hältniß der Satztheile u. einzelnen Sätze meist durchVerbalformen(Parlicipium, Gerundium, Supinum,Conditionalis rc.) angedeutet wird. Die mongolischeSprache ist reich an Bildnngsformen; sie bildet nicht