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Mississippi.
aus den oben nebeneinander gestellten Zahlenan-^gaben erhellt, einen bedeutenden Lheil seinerStrom-entwickeluug in Anspruch; je näher der Mündung,werden sie um so häufiger n. ausgedehnter u. bildeneine Menge von Schlingen, deren Landengen häufig ivon der Gewalt des Stromes bei Hochwasser durch-brochen werden. Auf diese Weise sind eine MengeInseln u. todterFlußarme entstanden, die, vonWei-dengestrüppen u. riesigen Schilfmassen umwuchert,die Tummelplätze der durch die Dampfschissfahrt ausdem eigentlichen Strom verjagten Alligatoren undWasservögel bilden. Die Inseln im M. haben wegenihrer großen Anzahl keine Namen, sondern sind vonN. nach S. nnmerirt. Der Unterschied zwischenHochwasser ». niedrigem Wasserstande wird für seinenUnterlauf aus durchschnittlich 6 m angegeben. DieHochwasser richten bei der schlechten Eindeichung undden von Zeit zu Zeit erfolgenden Veränderungen desBeltes (Durchbrechung bei engen S cklingen rc.) oftgroße Verheerungen an (z. B. noch im Frühjahr1874), so daß der Schaden von mehreren Jahrenoft den Unkosten gleichkommt, den eine angemesseneEindeichung verursachen würde. Eine solche ist übri-gens projectirt. Dis Wassermasse des Mississippiaus seinem unteren Lause wird auf 23,000 tcbm inder Secnnde angegeben; der Rhein bei Emmerichfuhrt etwa 1980 bbm in der Secnnde. Der M.repräsentier einschließlich seiner Nebenflüsse rc. einefahrbare Wasserstraße von etwa 37,000 Icm. Erselbst wird von New-Orleans aufwärts bis Keokuk,wo die unteren Stromschnellen sich befinden, vongroßen Dampfern befahren. Jenseits der Strom-schnellen ist er wieder, jedoch nur für kleine Dampfer,schiffbar bisPokegoma (etwa 430 kcmvonderQuelle),abgerechnet die Unterbrechung bei St. Anthony, woder Fluß einen 5,5 m hohen Fall bildet. Die Zahlder den M. befahrenden Dampfer übersteigt 1000.Segelschiffe gibt es aus dem M. oberhalb New-Orleans nicht; zum Nohmaterialientransportwerdenjedoch hölzerne Fahrzeuge benutzt, die aber nur dieThalsahrt machen u. am Bestimmungsort verkauftwerdend Die jährliche Gesammthandelsbewegungdes M. wird aus drei Milliarden Dollars geschätzt.Die Veränderlichkeit des Flußbettes und des Fahr-wassers, Sand- n.Schlammbänke, bieten der Schiff-fahrt mancherlei Schwierigkeiten u. Gefahren; derBaumstämme im Strome ist oben schon Erwähnunggeschehen. Von New-Orleaus abwärts häufen dieseSchwierigkeiten sich in dem Maße, daß Segelschiffevon der Mündung bis zu der genannten Stadt oftan 30 Tage gebrauchen. Dazu wird der Strom nachden Mündungen zu immer seichter und hat ganz inderen Nähe ungeheuere Sand- und Schlammbäukegebildet, die bei der Ebbe nur 3—4 in von Wasserbedeckt sind. Bis vor Kurzem erlaubte allein der durch-schnittlich 15 in tiefe SWPaß das Einlaufen vonSeeschiffen; durch die Stromcorrectionsarbeiten desIngenieurs Eads 1875—77 ist jetzt der SPaß zueiner zweckentsprechenden Tiefs gebracht worden undsoll ausschließlich für den Schifffahrtsverkehr benutztwerden. Eine Fahrt von New-Orleans bis Colum-bus in Kentucky, eine Strecke von 2248 kein, dauert5 Tage n. 6 Nächte u. kostet einschließlich Beköstigungnur 23 Dollars. Dabei zeichnen sich die M-dampferdurch elegante Einrichtung u. gute Verpflegung vor-theilhaft aus. Das Stromgebiet des M. ist im W.
durch die Cordilleren scharf abgegreuzt; imN. geht esohne erhebliche Wasserscheide in die Gebiete des Nördl.Eismeeres, der Hudsonsbai und des Lorenzstromesüber; auch im O. hat es im Ganzen nur flacheSchei-den u. selbst die Gebirge gestatten daselbst leicht dieAnlage von Kanälen. Mannigfache Kanäle sind imM-gebiete selbst gezogen zurllmgehung von gefähr-lichen Stellen. Durch den Illinois-Kanal ist der M.direct mit dem Michigan-See verbunden, wodurcheine ununterbrochene Schifffahrtslinie zwischen demMeerbusen vonMejico einerseits u. den CanadischenSeen n. dem Atlantischen Ocean anderseits herge-stelll ist; über die Kanalverbinduugcn durch den Ohio' d.Art. DerVerkehr wird erheblich gesteigert durchzahlreiche Eisenbahnlinien, welche das M-gebietdurchziehen und den Strom von der Mündung desOhio aufwärts bis Ojibway (46° 30' n. Br.) meistauf beiden Ufern begleiten. Vergl. Hnmphrey undAbbot, ktiz-sieo anck bxckranlies ok tlis DI. Livor,Philad. 1861; Pelz, Das M«gesenke, mit Karte,Lpz. 1871; Mosler, Die Wasserstraßen in den Ber.Staaten von NAmerika in ihrer commerciellen undindustriellen Bedeutung, Berl. 1877. 2 ) Einer dernordamerikan. Uuionsstaaten, grenzt im N. an Ten-nessee, im O. an Alabama, im S. an den Mejican.Meerbusen,im W. an Lonisiana n. Arkansas (durch denPearl n.Mississippi getrennt); 122,145 Usicm (2218IIW) mit (1870) 827,922 Ew., darunter 444,201Farbige. Der S.des Staates istKüstenniederungmitPrärien, Marschen u. Sümpfen (Vivamps), daher invielen Gegenden ungesund (Fieber); im O. und imJnnernHochterrasse, welche sich westl. nach dem Mis-sissippi zu abflacht; im N. Hügelland mit Prärien(namentlich im NO.). Flüsse: Mississippi u. Pearl,Jazoo, Big Black, Pascagoula, Tennessee; im S.eine Anzahl Seen (eigentlich Baien mit vorliegen-den Inseln). Klima: im S. tropenartig, aber theil-weise ungesund; weiter nördl. mild, angenehm undgesund, die Temperatur häufig großen u. plötzlichenWechseln unterworfen; im Winter fällt das Thermo-meter bis —3°L. u.steigtim Sommer bis-s-28°R.Der Boden ist nur zum Theil fruchtbar n. cnltur-fähig; 1870 standen etwa 17°/» des Areals unterCultur. Hauptbodenproductist Baumwolle (1870:725,000 Ballen); Werthe der Prodncte 1870: derLandwirschaft 86,g Will. Doll, (einschließlich Baum-wolle),des Viehstandes31,der Industrie Will. Doll.Der Handel ist nicht unbedeutend, doch, wie fast allewirthschaftlichen Verhältnisse des Staates, seit 10Jahren im Rückgang begriffen. Das Eisenbahnnetzumfaßte 1875 nur erst 1835 Icm. Verfassung:An derSpitze der Exccutivgewaltsteht ein auf 2Jahrevom Volke gewählter Gouverneur. Er hat ein be-schränktes Veto u. das Begnadigungsrecht; ihm zurSeite stehen ein Staats- u. ein Schatzsecreiär. Diegesetzgebende Gewalt ruht in den Händen einer Iw-Aislttturs, welche aus einem Senat von 34 Mitglie-dern ans 4 Jahre u. einem Repräsentantenhaus von112 Mitgliedern auf 2 Jahre besteht. Die Iwgis-laturs versammelt sich alle 2 Jahre im November.M. sendet zum Congreß nach Washington 2 Mitglie-der in den Senat, 6 Mitglieder ins Repräsentanten-haus. Für Rechtspflege besteht einOberappellations-! gerächt, ein Oberkanzleigericht, außerdem Kanzlei-u. Countiesgerichte. Alle Richter, wie alle Staats-Wiener überhaupt, werden vom Volke gewählt. Die