Druckschrift 
Bd. 9 (1877) Geistchen - Hansemann
Entstehung
Seite
758
Einzelbild herunterladen
 

758

£anöel3agcnt -

lidje ©cpöiiheit gerichtete italien. TRuftf übte gro«gen Gcinfluß auf §. (Ruit würbe er nont Kur«fürfielt Bon fjannoBer gutn Kapellmcifter ernannt,©ineit Urlaub erwirfenb, befucpte er Ghtglaitb, woer niete ©ewunbentng, aber and) Biete Anfeinbungftnbeit foHtc. 1712 betrat er ben engl, ©obentnieber uub coniponirte u. 21. im Stuftrage berKönigin Slnna baS berühmte Utvedjter Te Deumu. eine (Jubilate (100. Sfifatm). Eutrd; bie Über»fchreitung beS ihm gewährten Urlaubs unb bieEompofitiott beS Utrechter Te Deum hatte fiel) §.bie ©mift beS Kttrfürftcn, ber als ©eorg I. KönigBon ©ltglaub geworben war, nöttig nerfdjerjt,wußte ihn aber fpäter wieber ju Beiföhnett. Um1720 entftanb fein erfieS Oratorium ©ftper unbim gleichen (Jahre baS ©cpäferfpiel Aois andGalatea, gür bie unter feiner SDiitljilfe gegrillt«bete itatienifche Oper coniponirte §. berfchiebencOpern. SBegeit germürfitiffcn mit ben ©äugernlöfte ftch aber bie @efeltfd;aft auf unb es würbeeine fogenanute neue Opentaiabemie gegrünbet, fürWelche ber SReifter eine (Reihe non Opern lieferte;aber and) biefeS Unternehmen ging nad; Bier-jährigem ©eftaitb gu ©runbe. ©om (Japre 1731an brachte §. feine Oratorien jur Aufführung:AciS u. ©alatea, ©ftper lt. bie neu hiuäugefom-menen Eebora, Atpalia, ©antaffo in fjefta. §.hatte gewagt, auf eigene (Red)iiuitg eine Oper 31 tgrüitbeu. ©eine geinbe, bie (Jtalicner uub berAbel, waren jeboch nicht muffig geblieben n. eine©egenoper, an bereit ©pipe ber mettberühmtegarinetli, erftanb. §., in jeber SBeife Berfotgt,mußte meid)cn lt. trat für immer Bon ber OperguritdE. ©eine ©efnnbheit mar Böllig gerrüttet, ein©djtaganfaH hatte feine rechte ©eite gelähmt, bod)faub er Leitung in ben SBäbern AadjenS. (Bon nunan entftanb jene (Reihe ^errtidjer Eonbichtungen,bereu ©laug bis peilte feine ©erbitnleluug erlittenhat; eS feien hier angeführt: Alepauberfeft,(Jfrael inÄgppten, ©aul, SRefjiaS, ©am»foit, (MaccabäitS, (Jofna. (JebeS (Japr in bergaftenjeit gab §. in Bonbon feilte Oratorien»coucerte it. fpiette, einer ber größten OrgelBirtno»feit, meift Bor @nbe ber Aufführung ein Orgel»concert. ©ein lepteS Oratorium War (Jepptpa.@r ftarb, bereits feit 1754 erblinbet, 13. April1759. ©eine irbifdjeit Überrefte Würben ütSBeft«minfter beigefejst u. ihm bafelbft ein pradjtoolleSSKarmorbeu't'mal erridjtet; and) bie ©labt fjaüefefjte ihrem großen ©ohne 1. (Juli 1859 ein ehernesEcnlmal. — ©emuiiberiiSwerth ift |>»S ©telfeitig»feit; er fchrieb (Jnftrumentatmufif (ilammermuftf-Werfe, Orgel« it. Klabiercompofitioneit), Kirchen«ntnftf, beutfdje, italieuifche, englifdje Opern unbfeilte Oratorien. SBäpreub feine Opern noch bentitalieuifdjeu ©iuflitffe unterliegen, ber ©irtuofttätber ©änger hntbigen, hat er in feinen OratorienUnerreichtes gefchaffeit. ©eilte ÜRufif geiepnet fidt)burd) ©roßartigfeit ber ©ebattfett, BolfStpümlicheKraft aus; er ift, beut Sprifer ©ad; gegenüber,ber ©egriutber ber epifd;eit ©tilfornt. gür feinbefteS SBerf wirb ber (DieffiaS gehalten, er fchriebihn, 57 (Jat;re alt, in 24 Eageit. Außer @itg»tanb, baS 2 ©efammtausgaben ber §=fd;eu SBerfeBerauftaltete, I;at mtn atta; ©eutjdjlanb (©reitfopfu. §ärtel) eilte fold;e faft bis jur ©olleiibuitg ge»

- ^anbetsbifaitj.

braept. SBerfe über fj.: ©. g. §«S SebenSbefchreib«ttng, nebft einem ©ergeidjuiß feiner SBerfe u. bereu©eurtheituiig Bon SDiattpefoit, |>amb. 1761; ©hol»d;er, The lite of Handel, Sonb. 1857; ©prhfanber,®. g. §., Beipg. 1858—67, 3 ©be.; ©eroinuS,§. lt. ©pafefpeare, Spg. 1868. ©iebeitrod.

.fiauöclSagent, eine faufmäitnifcpe (Kittels»(Perfon, welche für SRed)ttitug auswärtiger fjäufergewerbsmäßig Käufe ober ©erlaufe gegen i|3ro»uiftott beforgt (bgl. ©omiitifftonär).§anbel§itfaöcmie, f. §anbelsfd;ule.gxut&elSbefttßniffe, ©efuguiffe, welche mitbem fjanbelsbetriebe Berbtuiben fiub. (Rad; berälteren ©efeggebuitg bilbete ber §aitbelsbetriebiitfofent eilt (Recht, als er nur SDeujenigeit ge»ftattet mar, welche für it;re (ßerfoit gewiffe ©e»biitgttitgen erfüllten; eS genoß aber and; ber Kauf»utamtSftaitb als folcpcr gewiffe ©tanbeSrechte,g. ©. itt einigen Staaten in Anfchmtg beS ©e»rid;tSftanbeS. SieS pat fich jeboch ltad; ber iteitercn©efepgebmtg erlebigt. (Rach bem Seutfcpeu §ait»belSgefepbudje Art. 4 ift nämlich als Kaufmannaitgitfcfjeit, wer gewerbsmäßig $aitbelSgefcpäjtebetreibt. SBaS aber ,£jaitbelSge)d;äfte fiitb, Wirbin beit Art. 271—273 beftimmt. ®aS ©efep füprtbrei befonbere Sitten Bon §attbclSgefd;äften auf:erftenS, ©efepäfte, toeldje an fich §anbelSge»fdjäfte fiitb (Art. 271), äW e 't ell ^r ©efdjäjte,welche nur unter ber ©orattSfe( 3 mtg beS gewerbS«tnäßigeii ©etriebeS IjanbelSgefdjäfte fiitb (Art. 272),britteus, ©efdjäfte, metd;e ben ©harafter ber§aubelSgefd;äfte babitrd; erlangen, baß fte Boneinem Kauftnantie int ©etriebe feines .fmitbelSge»werbeS Borgenommcu werben (Art. 273). SBie§al;n, ©outmentar gttin allgemeinen SeutfcheugaitbelSgefepbuch, ©b. II., ©. 17, richtig bemerft,fiitb bie angegebenen Artifel nicht etwa fo aufgit=faffeit, alSbegritnbe ber gewerbsmäßige ©etriebBoit §aubelSgejd;äfteit (ber ©etrieb eines .fjaitbelS»gewerbeS) bie ©igcnfdjaft einer (flerfott als Kauf-mann, bie einmal begrünbet, itmt ein felbftättbigcSSafeitt führe (felbftänbigeSirfungen heruorbringe),fonbern fo: bie KaiifmannSeigeitfd;aft bc»fteht im ©etriebe beS §anbelSgewerbeS,Kaufmann iß eine fßerfon, iitbem fie ein §an*belSgetnerbe betreibt. .fiierattS ergibt fiepaber attd;, baß bie fännuttichen ©orfd;rifteit bc»©.*§.«©.=©. fid; nid;t auf bie ©erfonett, mcld;eeilt §anbelSgewerbe betreiben, fonbern auf beit ©c»trieb beS fpaitbelSgewerbeS begiet;en it. überall, woein §aubelSgefd;äft gefd;loffcit worben ift, oljite(Riidfid;t auf bie (flerfonen, welche baffelbc gejdjloffenhaben, inSbefoitberc aber oI;ite (Riidfidjc barauf,ob bie (Sontraheiiten felbft babei tpätig gemefeuob. bitreh Anbere Bertreten Worben fiub u. ob inbem leiteten gälte ber ©ertretene eine pl;t;fifcheober juriftifd;e (fierfoit gewefeit ift, jttr Anwenbuitgfomnteit. ©oit 3Bid;tigteit ift aber btefer ©efidjtS»punft iufofern, als, wenn angenommen werbentönute, eS hätte baS ®.«§.=©.«©. beut gaitbelgewiffe ©orjugSredjte gegeben, biefe ©oräugSrecpteuid;t perföiUidje, fonbern jad;lid;e, gleid;fam au ben§anbelSbetrieb gefttüpfte, Wären. d*- ©M) 1 '.

§nnbLT§hilnnj heißt ber Unterfcpieb gwiftpenbem ©elbbetrage ber gefammten ©infithreu eine»SaubeS uub bemjeitigen feiner fäuimtlidjeu AuS»