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Bd. 9 (1877) Geistchen - Hansemann
Entstehung
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212
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I

212 ©clnofinljeit

gwifcßen Sonnet n. 331iß u. bent §b'ßenmtnfel begleiteten beftimmeu. Sa ber ©d)att in bcr ©e=cuitbe 33® m gitriitTlegt, fo gibt bie 3 a ßl 3ergwifcßen S31tß u. Soimer bcrfloffeiteit ©cntnbeit,mit 330 ntultiplicirt, bie ©lttferuung beg SSlifecSu. auä biefer u. bem fiößeitioinfel ergibt ftd) bieBevticale §öße beg 331ißcg. Sa ber 83oben jtetSbttrd) 83ertßeilung bie ber über tßrn fdgncbenbenSolfe entgegeugefcßte ©leftricität ßat, fo muß,wenn bie Solfe ißre ©leftricität bureß eiltengwifd)en tßr u. einer anbcren SfBoIEe Überbringernbeit 83tiß entleibt unb babnrd) ißre oertßeilenbeSirfungaufßört, bieBorßerabgeftojjene gleichnamige©leftricität gnrücf (frönten u. famt bann tjeftige @r=fd)ütterungeu(3tücf|ißläge)ßerBorbringen. 83gl. ©lef=troinetcore, 83Iiß, Sonnet, Sctterleud)tcn. ®ped;t.*

©eluoßltßcit (Consuetudo, Mos), bie in öftererSieberßoluug begründete SBcftimmiutg gu einer83errtd)tmtg ob. §aitbluiig; ftc übt eine oerbreitete©ewalt im Seben au§, baßer man fagt, ©. ift bieanbere Jiatur (Consnetudo est altera natura).@o pflangen fidj oft aberglänbtfcße S3rättd;e als©. ltod) lange Qeit fort, wenn ber Slberglattbelängft gefcßwnnben ift.

©CtUOljltljCÜSrcdft (Jus consuetudinarium,Consuetudo, Mores majorum, .fjerfommen), bagiit bem S3ettmfjtjciit beg 83ottcg ob. eingelner Abreifebeffclben unmittelbar entftanbene tt. in feiner ©itte(Übung, it @emoßnßett) gur ©rfeßetnung gelangte3ted)t. Über bie Diatur beg ®»eg ßerrfeßen unterben s Jied)tgleßreru großeSDleinuuggBerfd)iebcnI)eiten.Ser wiebcrßolt gemad)tc töcrfud), bafjelbe auf bagSiömijdje fftedjt gurüdgufüßren, ßat irgeubroeldje,für bag praftifeße Sebcit brauchbare ©rgebniffeitid)t geliefert. Qnt 5Hömifd;cn Sfccßt näntließ wirbbie ©iltigfeit beg ®*eg auf beit ©rttnbfaß baftrt,baß, menit bie legislatorifdje ©ewalt in ben§äit*ben beg SJotfeg liege, attd) nid)t abgufeßen fei,warum ber Sille, welcßett bag SSotf lauge Qeitburd) gleichmäßige tpanblungen gu erlenneu gege*ben ßabe, nidjt alg ©efeß gelten follte. StefeSSafiS fiel aber mit ber fidj im Saufe bcr 3eitmibernbeit römifeßen ©taatgoerjaffuug nad) ltnbnaeß ebenfo, wie bamit bie unmittelbare Sßetl«naßme beg S3olfeg au ber ©efeßgebung immermeßr u. meßr befeßränft tt. fdjließlicß gang auj-geßobeu würbe, u. wenn fuß aueß felbft aug berrömifdjeit ftaifergeit ©efeße finben, Welcße bem ®.eine Sebeutuiig beilegen, fo ift boeß biefeg üKaterialgu bürftig, um baraug eine Sßeorie über bag ©.uub ittSbefonberc über bag Serßältniß beffelbengegenüber bem ©efeße gu couftruiren.

(jit Seutfdjlaub ßat fid;, felbft tiacß u. unge»adjtct ber dieceptton beg Siömifdßeit Sfecßteg, ber©laube erßalten, baß eg 3ied)tgfäße gebe, weldje,getragen im ÄBennißtfeiit uub iit ber baburd) ßcr»borgebrachteit Übung beg Slolfeg, and) oßite eingcfcßriebeneS ©efeß aügemeiuc ©iltigfeit ßabeu u.für bie ©ntfcßeibuug Bon Died;tgfad;en gur Jiorittbienen Jöitneu u. niüffen. Sag aug biejeit 31ed)tg«faßen gebildete ©. wirb, weint eg ftd) in ber ©e«faniintßeit beg Slolt'cg entwidclt ßat, SBolfgrecßtu., wenn eg itt bcin Qurifteuftaub u. bureß beffenSßätigteit entfteßt, Qurifteureeßt genannt. Sliitber ©rforfeßung beffelben ßat fieß liamentlich bieneuere Sodriit befdjäftigt u. unter ben barüber

©cluoIjuljcitSrcc^t.

erfcßieneneit ©cßriften bedienen ißucßta, Sag ©.,2 Söbe., 1828 tt. 1838; Sefeler, 85clfgred)t uub3uriftenred)t, 1843; B. ©aBigut), ©ßftem, 33b. 1,@. 34 ff.; B.Sädjter, Sürttembcrgifd)cg IßriBat*reißt, Sb. 2, ©. 32 ff.; gaeßarta (ätujdjiiß),göfifcßeg ©ioitreeßt, Sb. 1, @. 53 ff., eine befombere ©rwäßuuug.

Sie fyrage, ob bag ©. neben bem ©efeße alseine fetbftänbige (Smtfteßuitggform beg 3ied)teggelte, gewinnt iit ben Staaten, mc!d)e ein cobifi«cirtegSiecßt ßaben, namentliiß iuißreußen, granüreid), Öfterreid) u. ©aeßfen, eine gang eigetitßüin*ließe ©eftalt. Sabieöefcßbücßerbeuä'fect ßabett,bag gelammte ißriBatrecßt, oßite Unterfcßieb feitteS©litftcßuugggruubcg, auf in einem ©ßftent oer«biuiDcue Ißriucipieu gurücfgufiißrcit, fo Bcrfteßt egfid) Bon felbft, baß gcmoßnßeitSrecßtticße ©äße,we(d)e bereits git ber entftaubcu waren, wobag ©efeßbud) abgefaßt worbcit ift, uießt nebenBern leßteren ©iltigfeit beßalteit föniten, weil fte,wenn bag ©efeßbud) fte aufgenommen ßat, ©e<feßegfraft erlangt ßaben, u., wenn bag ©efeßbud)fie uid)t aufgenommen ßat, als bitrd) ©ejeß auf-geßobcit gu betraeßten finb. §icrnaiß bleiben nurbie gemoßnßeitgred)tlid)cn ©äße übrig, welcße erftltacß ber älbfaffuttg beg ©efeßbud)eg eutfteßenfönnen. Sie fid) ein ©efeßbud) bem ©. gegen«über, weld)eg fieß erft fiiuftig bilbeit Eüiiute, gnoerßalteit ßabe, barüber laffctt fid) brei fDieimtngenanfftellen; eg faun bag ©efeßbud) bag ©. gangmit 6tiltfd)ineigeu ilbergeßen, eg fanit bie ©e>biiigitngeu, unter weld)eu feine eigenen SBeftimm«ungen bnreß ©. geändert ob. aufgeßobcit werbenfönnen, ttäßer begcidjitcu, alfo bag ©. felbft codi»ficireit, eg faun eublicß feine eigenen SJorfcßrifteugegen jeden ©iitfluß beg @*eg ficßerftcllen. Sjohbiejeit brei Segen ift ber gweite ltocß gurQeit Bonfeiner ©efeßgebung gewäßlt worben. SerCode civil übergeßt bag ©. mit ©tiUfd)iueigeit lt.läßt nur in einigenScßrenbieOrtggewoßnßeiteutfeßeibenb fein. 92ad) bem 'ß'reußi'jdjen 31tlgcm.Sanbred)t fanu bitrd; ®. n. Obferuaug ein ucueä:)led)t nid)t eingefüßrt unb ein ©efeß nid;t aufge«ßoben werben. Slgl. görfter, Sßeorie u. iprajigbeg ßcittigeu gemeinen 'üreußifcßeu SfirtoatrecßteSauf ber ©runbtage beg gemeinen Seutfd)en 3ieß«teS, 2. Stuft., 33b. 1, § 10, ©. 70. Sag öfter«reidjifcße ©efeßbud) läßt im § 10 ©ewoßitßeitcnnur in ben gälten gu, wo fieß ein ©efeß baraufberuft. Sag fäcßftfcße bürgerliche ©efeßbud) be«ftimmt im § 28:Surd) ©ewoßiißeiteit töimeuweber ©efeße anfgeßobeu ober abgeänbert, noßneue S3orfcßriften mit ©efeßegfraft eiugejüßrt wer»beit, ©oweit 31ed)te bureß bie Sillfür ber Se»tßeiligteu begründet werben fönnen, finb ©einoßn«ßeiteit git berüd'fid)tigeu, wenn anguitcßmen ift,baß bie SSetßeiligtcu bag in gleichartigen gälten©ewößultcße bcobad)tcu wollten."

Sem Scutfcßcn |)anbelggefeßbiid)e eigcntßümlicßift bie 33cftimmitug im Slrt. 1:Sit.jpanbclSfatßenfommen, iufoweit diefeS ©efeßbud) feine JBeftintm»ungen emßält, bie §anbelggebrättd)e, u. iit bereu(Srmaugetung bag allgemeine bürgerliche Slecßt gutSlnweubung." Sie Sabaub, 3 e i t f c ^ l 'ift für bag ge«fammte §anbe(grcd)t, 83b. 3 7, @. 406 ff., gu be«weifen fnd;t, Jollen unter .üaubelggebräucßcn nid)t