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Bd. 8 (1876) Ferdinandea - Geist
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©afttjaiK'

totere untergebracßt Würben. ®a baS ©aftredjtheilig war, fo genoß ber (Saft gugleid; ©cßi^ fürfein Sebeu u. fein Sigentßum. SJlocß jeßt ift bie(S. in bent größten Steile beS Orients heilig geartete'43flic^t r felbft bei ben Slrabern, bie fßäitberei treiben,bie auch bem geinbe gaßlicße Slufitaßme nicßt teer-lagen, wenn er einmal ißre ©cßwelle betreten hat.Sie t'ie (S. im alten ©eutfcßlanb geübt nmrbe,f. u. ©ermanen. Qm üJlittelalter würbe fte nament*ließ non Älößern u. Siitterburgen u. in ben |>ofpi*tätern geübt.

©affljcntS, 1) ein §auS, in bem man für ®elb©peife, ©raut u. Verberge belommt; ber Qußabereines @*eS heißt ©aftwirtß; 2) (©aftßof) imengeren ©iitne ein §anS, welches bie ©erecßtiglcit(©afthofSgeredßiglcit) hat, greutbe über Dlacßt gubeherbergen u. ben ißferben berfelben ©tathing gugeben; wenn bloß SBohnung oßne SebeitSbcbiirf*niffe gewährt wirb, ßeißeit fte Hotels garnis. ©aSgrößte ©. ber Seit ift baS f3alace=§otel in ©angrauciSco (wie überhaupt Slmerifa bie größten §o*tels aufguweifen hat). ®aS§auSbebedt9481 Qm,ift 114 m breit, 89 m lang u. 38 m hocß, hat2 ©todwcrf'e unter unb 7 über ber Qsrbe. ©Sumfaßt 3 mit (SlaS gebedte £iöfe, in beneit fuß©arten mit ©tatucu unb g-outainen befinbeu.'.Äußer bett fielen Sillarb», ffimpfangS* u. ©peife*gintment enthält baS ©ebäube 750 3'inmcr unb377 33abegimiiter. Qu jebem ©todwerfe beßnbenfuh Söfcßapparate, unb gmifdjen je gwei genßernunb Don biefeit aus erreichbar liegt ein Saffer»fcßlaucß auf einer 53aluftrabe. QebeS Qimmerenthält außerbem eine SSorricßtuug, wobureß fid)eine außergewöhnliche ©rßißititg beS QitnmerSburch Sauten einer ©lode beim Säcßter tuubgibt.©aS parterre wirb beinahe nur non Säben ein*genommen, bie einen ©ingang Dom §otel aushaben. 193 km jbupferbraßt für fllingelit burch*gießen baS §otel, unb bie aufliegenbcit ©eppießenehmen eine ©efammtlänge Don 45,000 m ein. ©aftßäufer ftnb feine uralte ©itirichtttttg, ba feewegen ber im Sitterthum geübten ©aftfteuitbfcßaftfein SBebürfitiß waren. ßlur ba, wo eS feine Sohn*ftätten gab, wie in ben Siiften beS SDJorgenlanbeS,waren bergleichen fjäufer für Dteifenbe an ben §an«belSwegen Doi'hanben, jeboch nur als §erbergenfür 2Jtenfd)en u. 35ieß, währenb ber Dfeifenbe bieSebenSbebürfniffe felbft mit fiih führen mußte.®ie ©itte befteßt jeßt nod) im Orient, wo biefleinen Verbergen fffiettfil, bie großen ©ßanober Saraw aitferai heißen. ©ergteießen famenauch iw fpäteren Slltcrtßunt in griecßifdjen SäubernDor; in Qtalien hieß eilt für beffere ©täube gumSogireu eingerichtetes §auS in ©täbten unb anSanbftraßen Deversorium, ein Don ben gewöhn*liehen Seuten befudjteS Taberna ober Caupona.2tudj gab eS öffentliche ©arlücßen, Popinae. @e*bilbete Seute gingen überhaupt nicht in baS Sirtßs*haus, fonbent fiicßten Unterhaltung in ben Taber-nae ber Sarbiere u. Sücßerhänbler, Wie in SUßenbajit bie Sc Sehen ©etegenheit gaben. Sin beittleineren entlegenen Orten ©panienS u. ©riechen*laubs muß bec grentbe in bie ©afthäufer alle©pcifen mitbringen u. fte fteß bafelbft bereiten taffen.2 )ie befte Slusfunft über ©iuricßtitng ber ©»häufet in beit Derfchiebetteu Sänbern geben bie

©aftmaffi.

gaßlreicßen fReifeßanbbiid)«. 3) Qn ben Stiebet*lattbcit eitt §ofpital, in welchem ßlilgrime, Sinneunb firaufe aufgeuommeit werben. Siteratnr:©ltper, ©aS fjotelmefeit ber ©egenwart, mit 57fßlänen, 3üvidt) 1875; Stiefel, Spotei* unb Säber-Iejifoit, 58erlin 1876; ©eutralblatt für baS ge*famntte .fjotelwefeu ic., Qiirid) Ott. 1875 f. ©äiroot.

©nftmoljl, ein Sltahl, womit mau greunbegaftlicß bewirtßet. 33ei ben Hebräern würben©aßmäßler beim S3efitch guter grettubc ober beibefonberen gamilieitercigniffeu gegeben. SSei ber©inlabuitg erhielten bie ©äße ein gcfttleib, beiihrer Stnfunft würben ihnen bie gieße gewafdjen,§aupt* unb SSartßaare mit wohlviechenbeit Öleitgefalbt, and) fpäter gumeilen ißt §aupt mitS3lumeiifräiigeit gefchmüdt. Qn friihefter Qeitnahmen bie Hebräer ißre SDtahlgeiten ßhcnb ein,fpäter nach perftßher ©itte auf SiwanS liegenb,unb gwar je brei auf einem, nach einer gemiffenStaitgorbnung, nach ©taub, Stlter tc. ©ie ©pei*feit Würben gerfdinitten herumgereicht; 511 m ©ffenbebiente man ftd) ber ginger. ®ie Slnorbnitng be»forgte ein befonberer ©iener. ©ie Seiber aßenmit ben SKäitnern, nur bei SönigSmahlen bliebenfie fern. ®ie ©aftmähler bauerten oft 7 bis 14©age, ja SlßaSDeruS gab feinen ©roßen ein ©.,welches 180 ©age bauerte, unb bent SSolfe nochbagu eins Doit 7 ©agen. ißtiifif, ©efang, ©chergunb Stäthfelfpiel belebten bie Unterhaltung, ©en©riecheu ber homerifdjen Qeit gaben gu einem@. gefte, Opfer, $ochgeiten, griebenSf^lüffe sc.SSeranlaffung. ©eßr gebräuchlich war eine SIrtIfJidnid, gu bem bie ©inen ©thladßDieh, bie Sin*beten SSSein brachten, mäßrenb bie grauen baSS3rob ßerbeifchafften, aber nur bie grau beS §au»feS War beim ©. gugegen. ®ie Qett beS @»Swar bei Dpferntahlgeiten ber IKorgen, fonft ge*wohnlich ber 3tad)mittag, feiten u. erft fpäter be-gann man ba§ @. gegen Stbenb u. behnte eS bisgur StadßauS. ©ie homerifcheii§elbeit lagerten fid)uießt bei ©ifeße, foitbern faßen auf ©effeln ob. Seßti«ftühlcn. ©ewößitlich war für jebeit © ein be»fouberer ©ifcß gugerießtet, bo^ faßen gtiweilen auchan einem ©ifdje gwei ©äße; einem gremben würbeftets ein befonberer ©ifcß ßingefeßt. S3or bem SSe»ginn beS ©*S wufcß man fieß bie |>äitbe; IDiägbe tru*gen baS S3rob auf; baS gleif^, bie §auptfa(ße beS©*S, bef. ©eßweineßeifeh, würbe Don einem befoit*bereuQerlegergefcßitittcu. Qüugliiigereid)tenbeiimitSaffer gemifcßteit Sein herum. Ötacß bem fKaßlebegann ber ©änger, ber mit gegeffen ßatte, gnfpielen u. gu fingen, auch Sänger führten ßlatio»ualtänge auf. ©päter würbe eS ©itte, ltacß orien*talifcßer Seife fieß gutit SJiaßle gu lagern. ®aS©. felbft beftanb aitS brei ©ängeit: baS elfte @e<rießt beftanb aus ben Slppetit reigenben ©erießten;bie ^auptmaßlgeit aus mehreren ©eridjten, bef.gleifcß» unb gifeßfpeifeu; gum ßlacßtifcß gehörtenDiüffe, grüeßte, S3adwerl, Ääfe. Qwifcßeu jebemneuen ©erießt wufcß man ftcß bie §äitbe. gür baSbent ©. folgenbe ©rinfgelag würbe ein ©rtitfratß,gewöhnlich burch beit Sürfel, gewäßlt, bie ©äftewaren behängt, guweilen auch ©riutgefäße;man fang ©rittllieber u. braeßte ©riit!fprüd)e aitS.Übrigens würbe auch in biefer ßeit uoeß bei ©*mäßlent ntuficirt, bef. glöten* u. j?itßarfpiel, ob.