206 Pauli Offenbarung, 2 Korinther 12. 13.
und Ämt.
Das 12. Capitel.
Pauli Ruhm und Offenbarung, seiner Widerwärtigen Ehrgeiz entgegen
gesetzt.
1. As ist mir ja das Rühmen nichts nütze,^ doch will ich kommen auf die Gesichte
und Offenbarungen des Herrn.
2. Ich kenne einen Menschen in Christo, Vorvierzehn Jahren (ist er in dem Leibe gewesen,so weiß ich es nicht; oder ist er außer demLeibe gewesen, so weiß ich es auch nicht; Gottweiß es;) derselbige ward entzückt bis in dendritten Himmel.
. 3 . Und ich kenne denselbigen Menschen, (ober in dem Leibe, oder außer dem Leibe gewe-sen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es.)
Er ward entzückt in das Paradies, undhörete unaussprechliche Worte, welche kein Menschsagen kann.
5. Davon will ich mich rühmen; von mirselbst aber will ich mich nichts rühmen, ohnemeiner * Schwachheit. ' c. n, 30.
6 . Und * so ich mich rühmen wollte, thäte ichdarum nicht thörlich; denn ich wollte die Wahr-heit sagen. Ich enthalte mich aber deß, aufdaß nicht Jemand mich höher achte, denn er anmir siehet, oder von mir höret.
* c. io, 8. «. ii, 16.
7 . Und auf daß ich mich nicht der hohen Offen-
barung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl insFleisch, nähmlich des Satans Engel, der mich' mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nichtüberhebe. * Hiob 2,6.
8 . Dafür ich dreymahl zu dem Herrn gestehethabe, daß er von mir wiche.
9. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir anmeiner Gnade genügen, denn meineKraft ist in den Schwachen mächtig.(Darum will ich mich am allerliebsten rühmenmeiner Schwachheit, auf daß die Kraft ChristiHey mir wohne.)
10. Darum bin ich * gutes Muths in Schwach-heiten, in Schwachen, in Nöthen, in Verfolgun-gen, in Aengften, um Christi willen. Dennwenn ich schwach bin, so bin ich stark.
* Rom. 5, 3.
11. Ich bin ' ein Narr geworden über demRühmen; dazu habt ihr mich gezwungen. Dennich sollte von euch gelobet werden; sintemahl ich1- nichts weniger bin, denn die hohen Apostelsind; wiewohl ich nichts bin.
* c. 11, 1. 6. ff c. 11,
12. Denn es ' sind ra eines Apostels Zeichen
unter euch geschehen, mit aller Geduld, mitZeichen und mit Wundern, und mit Thaten.
* Rom. 15, 18. 19.
13. Welches ist es, darinnen ihr geringer seyd,denn die andern Gemeinen; ohne daß ich selbsteuch nicht habe * beschweret? Vergebet mir dieseSünde. * c. 11,9.
iL. Siehe, ich bin * bereit, zum dritten Mahlzu euch zu kommen, und will euch nicht beschwe-ren; denn ich suche nicht das Eure, sondern euch.Denn es sollen nicht die Kinder den Eltern Schätzesammeln, sondern die Eltern den Kindern.
* c. 13, 1.
15. Ich aber will sehr gerne darlegen, und *dargelegt werden für eure Seelen; wiewohl icheuch gar sehr liebe, und doch wenig geliebt werde.
* c. 1, 6.
16. Aber laß es also seyn, daß ich euch * nichthabe beschweret; sondern, dieweil ich tückischwar, habe ich euch mit Hinterlist gefangen?
* c. 11, 9. 2 Tbcss. 3, 8.
1 7 . Habe * ich aber auch Jemand übervortheiletdurch deren Etliche, die ich zu euch gesandt habe?
" c. 7 , 2.
18. Ich habe * Titum ermahnet, und mitihm gesandt einen Bruder. Hat euch auch Ti-tus übervortheilet? Haben wir nicht in einemGeist gewandelt? Sind wir nicht in einerleyFnßstapfen gegangen?- *c.8,6. ie.i 8 .
19. Laßt ihr euch abermahl dünken, wir ver-antworten uns? Wir reden in Christo vor Gott;aber das Alles geschieht, meine Liebsten, euchzur Besserung.
20. Denn ich fürchte, wenn ich * komme, daßich euch nicht sinde, wie ich will, und ihr michauch nicht findet, wie ihr wollet; daß nicht Ha-der, Neid, Zorn, Zank, Afterreden, Ohrenbla-sen, Aufblähen, Aufruhr da sey;
* c. io, 2. i Cor. 4, 6.
21. Daß ich nicht abermahl komme, und mich
mein Gott demüthige bey euch, und müße leide-tragen über viele, * die zuvor gesündiget, undnicht Buße gethan haben, für die Unreinigkeit,und Hurerey, und Unzucht, die sie getriebenhaben. * c. iZ/ 2.
Das 13. Capitel.
Vermahnung zur Buße.
1. bwmme ich zum dritten Mahl zu euch, so^ soll ' in zweyer oder dreyer Zeugen Munde
bestehen allerley Sache. * 8 -h. «, 17.
2. Ich habe es euch zuvor gesagt, und sagees euch zuvor, als gegenwärtig, zum andern