124
Leiden Christi
Johannis 18.
vor Kajapha.
Das 18. Capitel.
Christi Lcidcn vor Kajapha und Pilato.
1. A^a Jesus solches geredet hatte, * ging er^ hinaus mit seinen Jüngern über den
Bach i- Krdron; da war ein Garten / darein gingJesus und seine Jünger. «Marth. 26 .36. i- - Sam. 13 . 33.
2. Judas aber, der ihn verrieth, wußte denOrt auch; denn Jesus versammelte sich oft * da-selbst mit seinen Jüngern. * «»-. 21, 37.
3. Da nun * Judas zu sich hatte genommendie Schaar / und der Hohenpriester und Phari-säer Diener/ kommt er dahin mit Fackeln/ Lam-pe«/ und mit Waffen. «Marth.26,47.
Als nun Jesus wußte alles/ was ihm be-gegnen sollte/ ging er hinaus/ und sprach zuihnen: Wen suchet ihr?
5. Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth.Jesus spricht zu ihnen: Ich bins. Judas aber/der ihn verrieth/ stand auch bey ihnen.
6 . Als nun Jesus zu ihnen sprach: * Ich bins;wichen sie zurück/ und fielen zu Boden.«c. 6 ,20.
7 . Da fragte er sie abermahl: Wen suchetihr? Sie aber sprachen: Jesum von Nazareth.
8 . Jesus antwortete: Ich habe es euch gesagt/daß ich es sey. Suchet ihr denn mich/ so lassetdiese gehen.
v. Auf daß "das Wort erfüllet würde/ welcheser sagte: Ich habe derer keinen verloren / diedu mir gegeben hast. - c. 17,12.
10. Da hatte Simon Petrus ein Schwert /und * zog es aus / und schlug nach des Hohen-priesters Knechte / und hieb ihm sein rechtes Ohrab; und der Knecht hieß Malchus.
* Matth. 26 / äi. Marc, 14 , 47 . Luc. 22/ 30 .
it. Da sprach Jesus zu Petro: Stecke deinSchwert in die Scheide. Soll ich den Kelchnicht trinken / den mir mein Vater gegeben hat?
12. Die Schaar aber und der Oberhauptmann/und die Diener der Juden nahmen Jesum, undbanden ihn,
1 3 . Und * führeten ihn aufs erste zu Hannas;der war Kajaphä Schwäher / welcher des JahrsHoh-rpriester war. «Marrh.26/37.
i^. Es war aber Kajaphas/ "der den Judenrieth, es wäre gut/ daß Ein Mensch würde um-gebracht für das Volk. «c. n, n.
^ 1 5 . Simon Petrus aber folgte Jesu nach / undein anderer Junger. Derselbige Jünger wardem Hohenpriester bekannt / und ging mit Jesuhinein in des Hohenpriesters Pallast.io. " Petrus aber stand draußen vor der Thür.
Da ging der andere Jünger / der dem Hohenprie-ster bekannt war, hinaus/ und redete mit derThürhüterinn / und führete Petrum hinein.
« Matth. 26/ 69.
17. Da sprach die Magd/ die Thürhüterinn,zu Petro: Bist du nicht auch dieses MenschenJünger einer? Er sprach: Ich bin es nicht.
18. Es standen aber die Knechte und Dienerund hatten ein Kohlfeuer gemacht, denn es warkalt / und wärmeten sich. Petrus aber stand beyihnen/ und wärmete sich.
1 s. Aber der Hohepriester fragte Jesum umseine Jünger / und um seine Lehre.
20. Jesus antwortete ihm: * Ich habe freyöffentlich geredet vor der Welt. Ich habe alle-zeit gelehret in der Schule und in dem Tempel /da alle Juden zusammen kommen, und habenichts im Verborgenen geredet.
« c. 7/ 13. 26. Luc. 2/ 4L. c. 4/ 13.
2 i. Was fragst du mich darum? Frage diedarum, die gehöret haben, was ich zu ihnengeredet habe: siehe, dieselbigen wissen, was ichgesagt habe.
22. Als er aber solches redete, * gab der Die-ner einer, die dabey standen, Jesu einen Ba-ckenstreich , und sprach: Sollst du dem Hohen-priester also antworten? * i Kön. 22/ 24. Gcsch. -3/ 2. 3.
23. Jesus antwortete: Habe ich übel geredet,so beweise es, daß es böse sey ; habe ich aber rechtgeredet, was schlägst du mich?
2>l. Und Hannas sandte ihn gebunden zu demHohenpriester Kajaphas.
25 . " Simon Petrus aber stand und wärmetesich. Da sprachen sie zu ihm: Bist du nichtseiner Jünger einer? Er verläugnete aber, undsprach: Ich bin es nicht. « Ma«h. 26, 38.39.'26. Spricht des Hohenpriesters Knechte einer,ein Gefreundter deß, dem Petrus das Ohr ab-gehauen hatte: Sah ich dich nicht im Gartenbey ihm?
27. Da verläugnete Petrus abermahl, undalsobald krähete der Hahn.
28. Da führeten sie Jesum von Kajapha vordas * Richthaus. Und es war früh. Und siegingen nicht in das Richthaus, a*s daß sie nichtunrein würden, sondern Ostern essen mochten.
« Match. 27, 2. Marc. 13, i. Luc. 23, 1.
29. Da ging Pilatus zu ihnen heraus, undsprach: Was bringet ihr für Klage wider diesenMenschen?
30. Sie antworteten, und sprachen zu ihm: