-46 Der Pharisäer Gebräuche. Aeußerlicher Marcus 7. Gottesdienst. Tochter des Griechischen Weibes.
Das 7. Capitel.
Von dcr Pharisäer Hcucheley, des heidnischen WcibeS Töchterlcin,einem Tauben und Stummen.
1. Nnd " es kamen zu ihm die Pharisäer, und^ etliche von den Schriftgelehrten, die von
Jerusalem gekommen waren. "Marth.15,1.
2. Und da sie sahen etliche seiner Jünger mit *gemeinen, das ist, mit ungewaschenen Händendas Brot essen, versprachen sie es. n, 38 .
3. Denn die Pharisäer und alle Juden essennicht, sie ' waschen denn die Hände manchmahl;halten also die Aufsätze der Nettesten. * 2uc. 11,3z.
3 . Und wenn sie vom Markt kommen; essen sienicht, sie waschen sich denn. Und des Dings istviel, das sie zu hatten haben angenommen, vonTrinkgefäßen, und Krügen, und ehernen Gefäßen,und Tischen zu waschen.
5. Da fragten ihn nun die Pharisäer und Schrift-gelehrten : Warum wandeln deine Junger nichtnach den Aufsätzen der Nettesten; sondern essendas Brot mit ungewaschenen Händen?
6 . Er aber antwortete, und sprach zu ihnen:Wohl fein hat von euch Heuchlern * Jesaja ge-weissaget, wie geschrieben stehet: Dieß Volk ehretmich mit den Lippen, aber ihr Herz ist ferne von
Mir. * Matth. 12, 7 .
7. Vergeblich aber ist es, daß sie mir dienen,dieweil sie lehren solche Lehre, die nichts ist, denn
* Menschengeboth. " C»l. 2,18.20.
8 . Ihr verlasset Gottes Gebots), und hattet derMenschen * Aufsätze, von Krügen und Trinkge-fäßen zu waschen; und deßgleichen thut ihr viel.
* Matth. 15 , 2. c. 23 , 23 . 26 .
9. Und er sprach zu ihnen: Wohl fein habt ihrGottes Gebots) aufgehoben, auf daß ihr eureAufsätze haltet.
10. Denn Moses hat gesagt: * Du sollst deinenVater und deine Mutter ehren; und -k- wer Vateroder Mutter flucht, der soll des Todes sterben.
* 2 Mos. 20, 12. -h 2 Mos. 21, 17 . 3 Mos. 20, 9 Spr. 20, 20.
11. Ihr aber lehret: Wenn einer spricht zumVater oder Mutter: *Corban, das ist, wenn ichsopfere, so ist dirs viel nützer; der thut wohl.
* Matth, is, s.
12. Und so laßt ihr hinfort ihn nichts thunseinem Vater oder seiner Mutter;
13. Und * hebet auf Gottes Wort durch eure
Aufsätze, die ihr aufgesetzt habt: und deßgleichenthut ihr viel. * Matth. 15, s.
1^. Und * er rief zu ihm das ganze Volk, undsprach zu ihnen: Höret mir alle zu, und verneh-met es. "Matth. 15 ,10.
15. Es ist nichts außer dem Menschen, das ihnkönnte * gemein machen, so es in ihn gehet; son-dern das von ihm ausgehet, das ist es, das denMenschen gemein macht. "GM 10,23.
16. Hat Jemand Ohren zu hören, der höre.
17. Und da er von dem Volk ins Haus kam,fragten ihn seine Jünger um dieses ' Gleichniß.
* Matth, is, is.
18. Und er sprach zu ihnen: Seyd ihr dennauch so unverständig? Vernehmet ihr noch nicht,daß alles, was außen ist und in den Menschengehet, das kann ihn nicht gemein machen?
19. Denn es gehet nicht in sein Herz, sondernin den Bauch, und gehet aus durch den natürlichenGang, der alle Speise ausfeget.
20. Und er sprach: * Was aus dem Menschengehet, das macht den Menschen gemein;
' Matth. 15 , 18. 19.
21. Denn von innen, aus dem Herzen derMenschen, gehen heraus böse Gedanken, Ehe-bruch, Hurerey, Mord.
22. Dieberey, Geiz, Schalkheit, List, Unzucht,Schalksauge, Gotteslästerung, Hossart, Unver-nunft ;
23. Alle diese böse Stücke gehen von innenheraus, und wachen den Menschen gemein.
2ä. Und er stand auf, und * ging von dannenin die Grenze Tyrus und Sidon; und ging inein Haus, und wollte es Niemand wissen lassen,und konnte doch nicht verborgen seyn.
* Matth. 15 , 21.
25. Denn ein Weib hatte von ihm gehöret,welcher Töchterlein einen unsaubern Geist hatte,und sie kam, und fiel nieder zu seinen Füßen;
26. (Und es war ein Griechisch Weib ausSyrophönice) und sie bath ihn, daß er den Teufelvon ihrer Tochter austriebe.
27. Jesus aber sprach zu ihr: Laß zuvor dieKinder satt werden; "es ist nicht fein, daß mander Kinder Brot nehme, und werfe es vor die
Hunde. "Match. is,26.
28. Sie antwortete aber, und sprach zu ihm:Ja, Herr; aber doch essen die Hündlein unterdem Tisch von den Brosamen der Kinder.
29. Und er sprach zu ihr: Um des Wortswillen so gehe hin, der Teufel ist von deinerTochter ausgefahren.
30. Und sie ging hin in ihr Haus, und fand,daß der Teufel war ausgefahren, und die Tochterauf dem Bette liegend.