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3 (1809) Als Nachtrag zur Campes Wörterbuche zur Erklärung und Verdeutschung der unserer Sprache aufgedrungenen fremden Ausdrücke
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Gonf

Grjec

Grad

Gran

*Gonfaloniere, der Fahnen- oder Panierträger Pa-nierhcrr; das Oberhaupt der Italischen Republiken,Lucca und St. Marino.

*Gong, Gong-Gong, metallenes Becken, das dieJn-dier bei ihrer Musik gebrauchen.

* Goniometer, der Winkelmesser, Werkzeug, um die

Winkel zu messen.

* Goniometrie, Winkelmeßlehre.

*Gordien, (pl.) Fadenwürmer oder Drathwürmer, z.B. der Wasserfadenwurm oder das Wasserkalb, vonder Dicke eines Zwirnfadcns und spannenlang, undder Nervenwurm oder Farenteit in Ost- und West-indien rc. wird gegen 2 Ellen lang, kriecht gern unterdie Haut der Menschen, besonders an den Knöchelnder Füße, am Knie rc. wo er schmerzhafte Beulen rc.verursacht, wenn er nicht behutsam wieder herausge-zogen wird.

* Gordischer Knoten, (lat. nodus Gordius) , unauf-

lösbarer Knoten, der im Jupiters-tempel zu Gordiunrin Grvßphrygien, an eine Wagendeichsel geschlungen,verwahrt, und von Alexander dem Großen mit demSäbel zerhauen wurde.

*Gorgonen, drei fabelhafte Schwestern: Stheno, Eu-ryale und Medusa, mit ehernen Klauen, ungeheuerenZähnen und Schlangenhaaren, verwandelten jeden,der sie ansah in Stein.

*Gosen, Gosi, Gost, rußisch-kaiserl. Hoffaktor, Han-delsmann, der blos für den kaiserl. Hof handelt.

* gothisch , (von den alten Gothen, einem germanischen

Vvlkerstamme), regellos, geschmacklos, Verhältniß-widrig, z. B. gothische Bauart, lange dünne Säu-len, spipige Gewölbe, übermäßige Schnörkel undVerzierungen; Gothische Schrift , Mvnchsschrist,eckige und schnörkelige Buchstaben, wie etwa die Frak-lurschrist.

* Gouache, (spr. Guasch) Waffermahler ei, Mahlerei mit

Wasserfarben, worin etwas Gummi aufgelöset ist,vergl. Detrempe.

Gouffre, (spr. Guffer) der Strudel.

Gounnandise, Gefräßigkeit.

goutiren, kosten, etwas gut heißen, billigen.

*Governo, (ital. spr. Gowerno); 1) Leitung, Regie-rung; 2) Nachricht, Nachachtung, Richtschnur.

*Grabeau, (spr. Grabo) das Unreine bei Materialwaa-ren, wofür einige Prozent vergütet werden; auchFusti, Gerbelur.

Gracs, (spr. Grahß) die Geneigtheit, Huld; Annehm-lichkeit, der Anstand; de bonne gracc, mit An-muth.

graciös, angenehm, holdselig, liebreich, freundlich,leutselig, gewogen, günstig, geneigt.

* Graeca sunt, non leguntur, das ist grichisch, das

wird nicht mitgelesen, sagte jener unwissende Abt zuseinem Vorleser.

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Gradation, der Stusengang, Fortschritt; (Redek.)dieErhöhung; (Mahlerkunst) die unmerkliche Farben-an-derung.

gradiren, aufläutern, veredeln, zu einem höheren Gra-de der Güte bringen; in den Salzwerken dieSoole oder das Salzwasser durch Abdampfung (Gra-dirung) reichhaltiger machen, indem man sie einige-mahl durch ausgerhürmtes Reisholz in gewissen Pfan.nen (Gradirpfannen) tröpfeln läßt. Eine solche An-stalt heißt Gradirwerk oder Gradirhaus, ein Leckwers.

* Gramme, die Einheit des Gewichtes in Frankreich,

beinahe 19 alte französ. Grains Markgewicht; es er-setzt die ehern. Gros oder Quentchen. Decagramme,ein Gewicht von 10 Grammes, gleich 2 und zweiDrittel Queiit.; das Hectogramme, Gewicht von100 Grammes, gleich Z und ein Viertel Unze;K/logramme oder Kilogramme, ein Gewicht von1000 Grammes, gleich 2 Pfund, und fast 6 Qucnt.;das IVI/riagrammo, ein Gewicht von 10,000 Gram.mes, beinahe 20 und ein halbes Pfund (es hieß an-fangs Geirtibar); Decigramme, ein Zchnthcil desGramme, beinahe 2 Gran schwer; Gerrligramme,ein Hunderttheil des Gramme, beinahe ein FünftelGran; Milligramme, ein Tausendtheil des Gram.me, beinahe ein Fünfzigtel Gran.

*Gran, cig. ein Korn, Gerstenkorn; ein kleines Ge-wicht, bes. der Apotheker, der 2 oste Theil eines Scru-pcls , oder der 6oste Theil eines Quentchens ; Grün,ein sehr kleines Gold- und Silbergewicht, (beim Gol-de) das Drittel eines Grans, oder das Zwölftel ei-nes Karats; (beim Silber) der röte Theil einesLoths, oder der 24ste Theil eines Pfenniggewichtes;überhaupt der 2 88ste Theil einer Mark.

* Grana ftna, feine Körner, als spanis. Beiname der

getrockneten Koschenille.

* Granat, 1) ein geringer Edelstein bes. in Böhmen, von

verschiedener, meist blutrolher Farbe und Durchsich-tigkeit; 2) auch ein kleiner Seekrebs, Gamäle; 3 )der Granatapfel , die Frucht des Granatbaumes inAsien rc.; Granate, eine hohle Kugel, welche mitPulver gefüllt, angezündet und geworfen wird, da-her Granatier, (jetzt Grenadier) ehem. ein Soldat,der Granaten warf.

*grand, (spr. grang) groß, wichtig, vornehm, z. B.grand thun, groß thun.

* Grand-Aumonier, (spr. Granglomonich) (vom latei'n.

grandis eleemos/narius), Qberalmvseypfleger, alsBeiname des ehem. französ. Hofbischofs, welcher diekönigl. Almoscnfonds beaufsichtigte, und den Hofgot-tcsdienst versah.mode, (spr. Grangmode) , sehrgebräuchlich; .Prevot, Grandprofoß, General-gcwaltiger, oberster Polizei- und Kriminalrichtcr beimKriegsheere.

* Grand- Gasco, s. Casco.

N

Gran-