Druckschrift 
3 (1809) Als Nachtrag zur Campes Wörterbuche zur Erklärung und Verdeutschung der unserer Sprache aufgedrungenen fremden Ausdrücke
Entstehung
Seite
36
Einzelbild herunterladen
 

Z6

Came

Cana

Cana

Cant

.7

* Cameel oder Kameel , ein bekanntes Lastthier in Asten,

entweder mit einem Buckel, Dromedar, oder mit zweiBuckeln Irainpelthier; oder die Kameelhalsfliege,ein Jnsect mit vier durchsichtige», netzförmigen Flü-geln.

*Camelot, ein dichtes Zeug von den Haaren der ango-rischen oder Kameelziege.

* Camerarius, 1) eigentl. Schatzmeister der altfränki-

schen Könige; 2) Kämmerer, als Ehrenname einesder ältesten protestantischen Landgeistlichen.Camerier, (spr. Kamerieh) 1) ehemals Rentmeister ei-nes Klosters; 2) Oberkammermeister, Cardinalkam-merer, Vorsteher der päpstlichen Rentkammer; päpstl.Kammerpräsident.

"Camisia, weiffes Hemd, Chorhemd.

*Camisol, ein kurzes Unterkleid, die Weste, der Brust-latz.

*Cammer oder Kammer, überhaupt ein Zimmer; bestdas Zimmer, wo sich die zur Verwaltung der landes-fürstlichen Einkünfte bestellten Räthe re. versammeln;auch die Personen selbst; Cainmeral-Wissenschasten,die von jener Verwaltung handeln.

* Cammermusik , die, für ein Zimmer großer Herren

bestimmte Musik.

*Cammert0N, der, in den musikalischen Eapellen übli-che Ton, welcher um 1 und einen halben Ton tieferist, als der Chorton.

Campagne, (spr. Campanje) ein Heerzug; ü la Cam-pagne, auf dem Lande, ländlich, nach einfacherLandsttte.

*Campane, vorn lat. campana, i) Glocke, besonde-re gläserne Glocke der Luftpumpe; 2) glockenförmigerZierrath von feinen Spitzen an der weiblichen Klei-dung; der obere Hintertheil eines Schiffes.

* Campanologie, Glockenlehre, Lehre oder Kenntniß

von den Glocken.

Campement, (spr. Kampemang) ein Feldlager,eampiren, zu Felde liegen.

* Campher, ein weißes flüchtiges Harz des Campher-

baums vvm Geschlecht des Lorbeerbaums in Asien.

* Campo, eine Art spanischer, aus Sevilla und Malaga

kommender Wolle.

* Campus lVlartins, Marsfeld, ehemals ein, dem rö-

mischen Kriegsgotte Nars geweihter Waffen-übungsplatzbei Rom; 2) Märzfeld, ein bei den alten Franken be-stimmter Platz zur Kriegsmusterung, die ursprünglichim Monat März geschah.

*Canaeapel, so nennen die Missionarien in Indien ihreEatecheten.

Canaille, (spr. Kanalje) niedriger Pöbel, das Lum-pengesindel, der Janhagel; ein leichtfertiges Frauen-zimmer.

Caual, (pl. Canäle) die Wasserröhre, der Wasser-

gang; (uneigenkl.) Mittel und Weg zur Erreichungeiner Absicht.

Canapc, eine Lehnpolsterbank, Ruhebank, eine Lotter-bank.

* Canarienseet, ein sehr suffer Wein von den Kanariem

inseln. Der Canarienbaum auf den moluckischen In-seln, aus dessen nußähnlichen Früchten man besondersein sehr wohlrichendes Mandelbrod bereitet, welchesinOstindien Bangea heißt. Der Canariensaame, auchLenz oder Glanz genannt, kommt von dem Kanarien-glanzgras, welches wahrscheinlich mit den Kanarien-vögeln nach Europa gebracht wurde.

*Caneriniseher Vers, ein solcher Vers, der sich Buch-stab für Buchstab rückwärts lesen läßt, und demselbenSinn giebt.

*Candelader, ein großer Leuchter, Armleuchter, Kron-leuchter.

*Candelmesse, Lichtmesse.

Cancleur, (spr. Kaugdöhr) Redlichkeit, Aufrichtigkeit.Candidat , ein Amtswärter.

* Caudis oder Caudelzucker, auch Zuckerkand, ein ge-

reinigter krystallisirter Zucker.

* Candle oder Kannelkohle, eine Art Gagath oder fchwar-

zer Bernstein, vom Geschlecht der Steinkohle; s. Ga-gath.

Caneel, Zimmet-rinde.

* Canephor, Kanephor (pl.en), (Bank.) ein Pracht-

träger, Zierrathshalter, z. B.Licht-halter, Körbchenträger.*Canephoren, Pricsterinncn der Ceres.

* Canevas oder Cannevas, ein leinenes, oder auch

baumwollenes Gewebe, mit erhabenen Streifen.Canon, r) die Vorschrift, Ordnungsvorschrift; 2) dasKirchcngefetz, die Sammlung der heil. Schriften, diebei der Festsetzung der Glaubenslehren zur Richtschnurdienen sollten; 3) (Druckerei) die dickste deutscheSchrift.

Canonieat, eine Domherrn- oder Chorherrnstelle. Ca-nonicus, ein Domherr, ein Weltgeistlicher, der einePräbende an einer Stiftskirche besitzt. Canonissiu,auch Chanoinesse, (spr. Schanoaneffe) ein Stifts-fräulein.

canoniseh, gefttzmässig, vorfchristsmässig, denKirchen-gesetzen gemäß, zur Kirche, oder zu kirchlichen Ge-brauch gehörig, glaubwürdig rc.; canonische Bücherder Bibel, denen man einen böhern Ursprung, und ei-ne vollgültige Beweiskraft beilegte.

* Canonist, der das Kirchenrechl versteht, Kirchenrechts-

gelehrter.

Canonnade, ein Skückgefecht.

Cantate, 1) ein Singgedicht; 2) der Name des vier-ten Sonntags nach Ostern.

*Cantharides, spanische Fliegen, Asterleuchtkäfer, klei-ne länglichte grüne Goldkäfer, haben widrigen Geruch,

scharfen.