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5 (1883) Nachahmung - Philologenverein
Entstehung
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481
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DrbmmgSfinn, Crbmutgöliebe, 481

hin fontnten, bag eine offenfte^enbe ©djublabe, eine Ijängenbe ST^üre Dein äRenjdjen juvenblofen Dual mirb unb if)in jeben anbern ©ebanfen raubt. Die greift mugaucf) in biefen Stücfen gemaljrt bleiben unb bet fünftige ©efdjäftdmann, bie fünftigeJpaudfrau in bem ©eift jened SBorted con glattidj erlogen merben: Dag Sfjtiftud nidjteine S3rofamen= fonberu eine 33rocfenorbnung ^aben molle. Slnbrerfeitd unb biesmirb freilich ber häufigere galt fein mirb bad £)inmirfen auf bie Stärfung, be=jiehungdmeife iffiedung bed Drbnungdfinned won ber 33oraudfehung audgepen, bag aud)bem unorbentlidjften ©eifte ntdjt alle älnlage .^ur Drbnung mangele, cielntel)r biefelbe nuraud ber ©ehunbenljeit burdj anbere übermädjtige Deiche ju befreien fei. Die Srjiepungmirb in biefem Stüdfe^ein gang befonbered ©emidjt auf bad Söeifpiel legen, ba gerabebad, mad jur Drbnung geirrt, immer in bie Slugen fällt unb ber gange täglicheSebendgang baburdj fein ©epräge befmnmt. ©enauigfeit öor allem in ber Sintljeilungber 3 e it, barnadj Sorgfalt in ber 33etjanblung ber eigenen äugeren Srfdjeinung, fomiebed Stoffed unb ber SBerfgeuge, an meldje bad tägliche DIj un unb Saffen gebunben ift,ber 3ünmer, bed tnaudratped, ber S3üd>er unb Schreibmaterialien, enblich nod) ind=befonbere bie aufinerffamfte 33ud)füf)tung über Sinnahme unb Sludgahe bad finbißuncte, meldje feine ipäbagogif auger Sicht taffen barf. Srgieljer, meldje über foldjeDinge nadjläfftg ober oornehm hiutbegfeljen, mögen fid> atled Rühmend begeben, mennihre Zöglinge bennodj gerathen. Denn bie Drbnung ift bad äugere ©efejs bed hebend,unb ed liebt in ihr eine ebenfo unent&eprlidje 3udjt ßer fitttidjen tperfönlidjfeit, aldin bem mofaifdjen ©efe^e bie geiftlidje 3 uc ht Sdraeld lag. Drbnung ift geiftigeSparfamfeit. Die Äinber lernen ben 32ßerfh ber 3eit erft fennen, menn fie fidj ge=mopnen, auf bie SDlinute fertig gu fein. Dag biefe ©efetje oornepntlidj ben Sdjulenunb Srjieljungdanftalten gelten, too fdjon bie SDienge ber Snbioibuen bie Sdjranfe berSiegel forbert, ift eine natürlidje Sadje, unb man pat nidjt nötpig, eine Strenge,meldje auf bad Sleinfte fieht, ald eine mopltljätige ^ßebanterie gu hegeidjnen. Sludj bieSorgfalt in ber pflege ber äugeren gemöpnlidjen Srfcheinung ift nicht notproenbigSitelfeit, mie oft fie auch bagu^rt, fonberu bad 33emugtfein, bag bie Srfdjeinungber Sludbrud ber ©efinnung ift; fie beruht auf ber Srfenntnid oon ber fetbftänbigen,menn auch ttt gtueiter Pinie ftepenben 33ebeutung bed Seibed unb feiner ©eftalt, unbfteljt mit ber Äcfjtung gegen bie ©efeHfcfjaft in gerabem 33erpältniffe. Den über=geiftigen unb überirbifchen Staturen, bie fiep oom3leugerlidjen" emancipiren, ift jenedtreffenbe SSSort SdjiHerd entgegenjuljalten:®ott nur fiepet bad fperg. Drum eben,meil ©ott nur bad §erg fieht, forge, bag mir hoch audj etmad Srträglidjed fehn."2Bad infonberpeit unfere 33oifdfdjulen betrifft, fo mug bie 3eit nodj fommen, mo manin benfetben bie äugere Drbnung für ebenfo midjtig hält, mie bei bem SJiilttär, beffenSeftimmung fein ißrioilegium in biefem Dpeile mit fid) bringt, mäprenb audj bie blogemateriefle 33ebeutung biefer Dugenb, nämlidj ihr Sinftug auf Sanbmirtpfdjaft unb ©e»toerbe, in bie Slugen fpringt. Sltilitärifdj fotl gleidjmohl bie Drbnung in £>aud unbSdjule unb in Sr^ieljungdanftalten nidjt fein. Die gemöhnlidje Srgiehung hat ja nid)tbarauf hiaäumirfen, bag burdj bie äugere Srfdjeinung imponirt merbe. Sie begnügtfid), ben ©eift ber Drbnung gu pflanjen unb lägt ber perfönlidjen SigentljümlidjfeitSiaum, benn ed ift bad 2ßefen ber Drbnung, mie jeber Dugenb, inbioibueH ju fein.Slidjt bag bie £>efte einer Sdjule aüe biefelbe ©eftalt unb gcn'be tjaben, fonberu bagan jebem bie Drbnungdliebe bed einzelnen tinbed ftdjtbar mirb, bad ift ber Siutjmbed Sehrerd.

Um enblich audj ber ÜDlütel jur Srsielung ber Drbnungdliebe näher $u gebenfen,fo fönnen mir nidjt unterlaffen, baran ju erinnern, bag j. 33. Sdjlafrod unb fdtlot=terige jerriffene ^Pantoffeln im boraud bem Seprer bad Siecht neljmen, bei feinen ffin=bem auf georbnete Srfcheinung ju bringen, bag planlofe tBertljeilung ber Sefjrpenfenunb ungeitige ißaufen einen Sdjaben giften, ber burdj feinen anbermeitigen gteiß gutgemadjt merben fann, unb bag in biefen mie in anbern Stiicfen eine geregelte 2luf=SPäbagog. 6nct)ftoJ)übie. V. 2. Stuft. 31