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2 (1860) Director - Globus
Entstehung
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Fellcnberg.

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Deckung der in der Armenschule oder im übrigen Betrieb entstandenen Mindereinnahmenbenutzt zu haben. Das Letztere mag wohl richtig sein, auch mußte die ruhmredige Art,womit seine Anstalten durch ungeschickte Freunde oder durch besoldete Schreiber im Jn-und Ausland angepriesen wurden, den Verdacht der Unlauterkeit Hervorrufen. Indessenthut man Fellenberg gewiß Unrecht, wenn man die Schöpfung der Anstalt im I. 1808als eine Speculation betrachtet; sie war das Product einer Idee und gehörte als noth-wendiges Glied in den ganzen Organismus der verschiedenen Institute, welche er plan-mäßig zum Heil und zurVersittlichung des Menschengeschlechtes" in Hofwyl stiftete.

Bon diesen Instituten sind noch zu nennen eine weibliche Erziehungsanstalt unterder Leitung der Gattin und Töchter Fellenbergs, welche fast in keinem Zusammenhangmit den übrigen Anstalten in klösterlicher Abgeschiedenheit eine ziemliche Reihe von Jahrenhindurch bestand. Von den Erfolgen dieser Anstalt, welche wie der Augenschein lehrteebenfalls mehr eine Armenanstalt war, ist nicht vieles ins Publicum gedrungen. ImI. 1830 wurde eine Mittel- oder Realschule (Bildungsschule für die mittleren Stände)gegründet, um die zwischen der Schule für die Armen und der für die Neichen bestehendeLücke auszufüllen. Auch diese Anstalt erfreute sich eines starken Besuches und blühtebis zum Tode desStifters." Zur Vervollständigung des Ganzen kam noch einevon Fellenberg in seinen letzten Jahren gegründete und mit besonderer Liebe ausgestatteteKleinkinderschule. So wie nun die Armenschule, welche in ihrer eigenen Mitte Lehrerfür ihre Bedürfnisse zunächst heranzog, die dann aber auch weiter verwendet wurden,einen Beitrag zur Heranziehung tüchtiger Lehrer gab, so wirkte Fellenberg für diesenZweck, um nicht erst das Heranwachsen eines besseren Geschlechts von Lehrern abwartenzu mäßen, auf beschleunigendem Wege durch Abhaltung von Normalcursen für Schul-lehrer, wozu dis Sommerzeit, in welcher damals in der Schweiz noch die Schule meiststille stand, benutzt wurde. Solche Curse ließ er schon im Jahr 1808 mit einer Anzahlvon Lehrern aus der ganzen Schweiz abhalten. Allein man fand die Fortsetzung der-selben von Seiten der Regierung bedenklich, weil dadurch einem Privatmann allzu großerEinfluß auf das Volk gestattet werde. Im Jahre 1833 erneuerten sich diese Curse inHofwyl und zwar auf Anordnung der Negierung. Gegen diese Curse und derennach Fellenbergs Urtheil unfähigen Director erhob nun Fellenberg eine heftige Fehde,welche nicht bloß in öffentlichen Blättern und Brochüren unter allerlei Namen geführtwurde, sondern auch die Folge hatte, daß nun Fellenberg auf seine Kosten ebenfallsBildungscurse für 100 Volksschnllehrer in Hofwyl in Rivalität mit den Regierungs-cnrsen abhalten ließ und dabei mit fürstlicher Munificenz den Schullehrern Dachund Fach, Kost und Unterricht unentgeltlich gewährte. Die Erfolge der FellenbergischenCurse sollen die der Staatsanstalten übertroffen haben, wobei Fellenberg natürlich nichtnur seine vieljährige Erfahrung, sein organisirendes Geschick, die Begeisterung, die untereinem Theil des Schulstandes für ihn herrschte, zu Statten kam, sondern auch der Neich-thum an versuchten und bewährten Lehrkräften, die er von seinen übrigen Anstaltenfür diesen Zweck benutzen konnte. Diese Fehde, welche in den Jahren 18^/s» dieVermische Presse vielfach beschäftigte, ist von Fellcnberg, der sich durch vie Anordnungender Regierung ungebührlich zurückgesetzt hielt, mit Gereiztheit und nicht immer mit ehr-lichen Waffen geführt worden, wie denn überhaupt Fellenbergs Wirken in der Zeit,nachdem mit der liberalen Partei im Jahr 1831 seine politischen Grundsätze ans Rudergekommen waren, keineswegs mehr den wohlthuenden Eindruck macht, wie seine Thätig-keit in den Jahren, da er zu der Classe der Unterdrückten und Verfolgten sich rechnete.Seine Theilnahme an dem Treiben der politischen Parteien lenkte ihn unwillkürlich abvon seinem pädagogischen Wirken, der Stifter von Hofwyl wurde ein politischer Partei-gänger und bemühte sich oft durch zweideutige Mittel um die Gunst des Volkes. Seinezahlreichen Gegner aber beuteten den Widerspruch seines Wesens gehörig aus, der darinlag, daß er, von Natur ein absoluter Herrscher und in der That der absolute Regentvon Hofwyl, in politischen Dingen die Rolle des Nadicalen spielte. Sie deuteten ihm