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2 (1860) Director - Globus
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Elementarschule.

Samen nicht im nächsten Augenblick wieder sogleich nachgegraben werden, um zu sehen,wie weit die Keime wohl gediehen seien,' es muß auch hier auf Hoffnung gesäet undAbstand genommen werden von der glaubenslosen Art, mit äußeren Resultaten aufeinem Gebiete glänzen zu wollen, auf dem das Wissen nicht die höchste Frucht ist.Es ist eben ein Unterschied zwischen intellectuellen und gefühlsmäßigen Unterrichts-elementen, und wenn daun freilich, je weiter nach oben, von der Schule desto mehr aucheine äußere Bekanntschaft mit dem historischen Stoffe des Christenthums gefordert wer-den muß, so kann diese Forderung gar Wohl neben der andern bestehen, daß der kind-lichen Seele gestattet werde, der ungetrübten Empfindung jenes tiefen Reizes für Herzund Gemüth, den die biblische Geschichte dem Kinde darbietet, sich hinzugeben und voraller erkältenden Arbeit der Reflexion gleichsam den Duft des höheren Lebens ungestörteinzuathmen.

Die ganze Seele des Kindes soll Gegenstand des Elementarunterrichtes sein. Dassetzt voraus, daß dieselbe bereits einer solchen Einwirkung, wie sie der Unterricht beab-sichtigt, fähig sei. Die Frage, wann dieser Zeitpunct eintrete und in welcher Zeit dasKind für die Elementarschule reif sei, kann auf allgemeingültige Weise nicht beantwortetwerden. Wenn gewöhnlich die Vollendung des siebenten Jahres als der Anfangspunctdes Schullebens angenommen wird, so sprechen zwar dafür im allgemeinen die Gesetzeder physischen und psychischen Entwickelung, durch welche die Kindheit charakterisirt ist(s. Altersstufen), aber da diese Gesetze von der individuellen Anlage vielfach durchbrochenund modificirt werden, da ferner die allgemeinen Culturzustände und die socialen Unter-schiede auf die natürliche geistige Entwickelung der Kinder die wesentlichste Einwirkungüben, so muß jener Anfangspunct sich auf mannichfache Weise verrücken (vgl. d. Art.Ausnahme I. S. 306). In neuerer Zeit hat Schreker (Kallipäbie oder Erziehung zurSchönheit S. 226 ff.) mit großer Entschiedenheit den Anfang des achten Lebens-jahres als den rechten Zeitpunct für den Beginn des Unterrichtes geltend gemacht,weil Las Gehirn durchschnittlich mit Ablauf des 7ten Jahres seine, wenigstens dem Um-fange nach, volle,^bleibende Ausbildung erreicht. Aber durch die überall in den Städtenhervortretende Erscheinung, daß sehr viele Kinder schon mit dem sechsten Jahre, einzelnesogar schon früher, zum Unterrichte reif und ohne nachtheilige Folgen für Körper undGeist, auch ohne hinter den in höherem Alter eingetretenen zurückzubleiben, unterrichtetwerden, erhält die Schreber'sche Theorie eine sehr bestimmte praktische Widerlegung.In der That kann die Forderung Schreber's schon darum nicht zugegeben werden, weilsie auf der materialistischen Voraussetzung ruht, daß das geistige Leben in seiner Ent-wickelung ganz mit dem physischen Leben Zusammenfalle. Mag immerhin das Ge-hirn seine volle Ausdehnung erst nach dem siebenten Jahre erhalten, wer will dennbehaupten, daß der Geist nicht eher unterrichtsfähig sei, als bis das Gehirn jene Ex-tension gewonnen? War etwa das Gehirn eines Mozart schon im vierten Jahre voll-ständig ausgebildet, als er bereits reißende Fortschritte im Clavierspiel machte? Wenndies nicht der Fall war, und es war bei Mozart so wenig der Fall als bei so vielenandern frühgeweckten Kindern, so ist es nicht richtig, daß das Gehirn erst seine extensiveVollendung erlangt haben muß, ehe der Mensch unterrichtsfähig wird. Viel wichtigerund sehr beherzigenswerth ist dagegen das, was Schreber von der Nothwendigkeit sagt,kranken und schwächlichen Kindern die ihnen heilsame Zeit zur Erstarkung zu gestatten,ehe man sie zur Schule schickt,' denn der Geist ist der Parasit des Körpers. Aber wenndann weiter behauptet wird, daß von zwei gleichbegabten Kindern das eine, welchesrechtzeitig (d. h. hier: nach dem siebenten Jahre) den Unterricht begann, das andere,welches einen scheinbaren Borsprung von vielleicht zwei Schuljahren hatte, bis gegendas lOte oder Ute Jahr an geistiger Gesammtentwickelung nicht nur eingeholt, sonvernsogar weit übertroffen haben wird rc.; so wird der Lehrer nach seiner Erfahrung demArzte dies nur dann zugeben, wenn etwa das zweite Kind eben kränklich war. Dieentscheidende Antwort, wann ein Kind zur Schule geschickt werden solle, kann das Kind