Druckschrift 
Vollständige Anweisung zur deutschen Orthographie : nebst einem kleinen Wörterbuche für die Aussprache , Orthographie, Biegung und Ableitung
Entstehung
Seite
408
Einzelbild herunterladen
 

4 «»

Anhang.

Theil der Schreibenden, besonders solcher, welcheunter den Schriftstellern das meiste Geräusch zumachen pflegen, sich eigene Wege bahnet, welchenicht von dem allgemeinen Gefühle der Absichtund Mittel, sondern von eigenen Convenienzen,Vorurtheilen und Meinungen abhangen, und da-her auch nie zusammen treffen. Es gibt alsdann,um hier nur bey der Orthographie stehen zu blei-ben, so viele verschiedene Arten zu schreiben, als,es einzelne abweichende Schriftsteller gibt. DieseAbweichungen sind denn immer von gedoppelterArt; entweder sie betreffen bloß einzelne Umstandeder gewöhnlichen Orthographie, indem z. B. dereine kein ck und tz schreiben will, ein anderer alleh verbannet, ein dritter die verdoppelten Vo-cale hasset, ein vierter keine verdoppelten Conso«nanten über das Herz bringen kann, u. s. f. odersie greifen das ganze Grundgesetz der gewöhnlichenOrthographie an, und suchen demselben andereselbst erdachte untcrzuschieben.

Zwey Zeiträume dieses Mangels der Einheit.

§. 4. Es gibt in der Geschichte unserer heu-tigen Schriftsprache seit ihrer Ausbildung von demsechzehcnten Jahrhunderte an, nur zwey Zeit-räume, welche sich durch einen vorzüglichen Man-gel dieser Einheit auszeichncn; der eine um dieMitte des vorigen, und der andere bald nach derMitte des gegenwärtigen Jahrhundertes. Veydesind gerade hundert Jahr von einander entfernt,sind einander in den meisten Umstanden überaus