»46 IV. Abschnitt. Orthographie ganzer Wörter.
als ein wahres Adjektiv, wo wieder zwey FälleStatt finden, indem es theils in allen drey Ge-schlechtern anstatt eines ausgelassenen Substanti-ves stehet, ein Weiser, die Schöne, theilsim Neutro eine Eigenschaft scbftständig bezeichnet,folglich ein abstraktes Substantiv wird, ein Gan-zes ausmachen, etwas Großes, es ist nichtsGutes an ihm. Uebcrhaupt kommt es hier dar-auf an, welcher Begriff am meisten hervor sticht,der Begriff der Selbstständigkeit, folglich des Sub>stantives, oder des Unselbstständigen, folglich desAdjektives. In dem ersten unconcrescierten Falleist der substantivische Begriff keinem Zweifel aus-gesetzt, daher man einem solchen Worte auch ohneAusnahme einen großen Buchftab gibt. Allein inAnsehung des zweytcn Falles können zuweilen Be-denklichkeiten eintreten, und zwar:
r. Wenn das Substantiv dabey verschwiegenist, da man denn zweifelhaft seyn kann, ob mandem Adjective einen großen Buchstab geben soll odernicht. Eigentlich ist bey einem jeden Adjective,außer wenn es als ein abstraktes Neutrum stehet,ein Substantiv ausgelassen; nur daß die Auslassungnicht in allen Fällen gleich merklich ist. MancheAdjective sind durch den langen Gebrauch schon sogangbar geworden, daß man bey ihnen nicht mehran das weggcfallene Substantiv denkt, und diesebekommen denn auch ohne Bedenken und Ausnah-me einen großen Buchftab: ein Gelehrter, einGeliebter, seine Geliebte, die Schönen, derweise, der Oberste, ein Bedienter, eine