2. Kapitel. Gebrauch großer Anfangsbuchstaben, zz-
Die Deutsche Orthographie hat, wie in so vielenandern Stücken, so auch in diesem, mehr Bestimmt-heit und Gleichheit angewandt, und dadurch dieleichte Verständlichkeit auch für das Auge gar sehebefördert. Man gebraucht sie vornehmlich in fol-genden Fällen.
Gebrauch derselben, i. zu Anfangs einer Redeoder eines Satzes.
§. 2. Daß eine jede Rede mit einem großenBuchstaben angefangen wird, hat die DeutscheSprache mit allen gemein, deren Schrift mit Buch-staben dieser Art versehen ist. Auch in dem Fort-gange der Rede, so oft sich ein neuer Satz odereine neue Periode anfängt, folglich sooft ein Punc-tum vorher gehet, wird der Gebrauch großer An-fangsbuchstaben so ziemlich allgemein seyn. Ebendas gilt, wenn ein Frage- oder Ausrufungszeicheneinen Satz schließt, folglich die Stelle eines PuncteSvertritt: Ist er da? was will cp? Kommensie aber in der Mitte eines Satzes oder einer Pe-riode vor, so ist der große Buchstab unnothig:wie lange willst du, Unglücklicher! nochzaudern? Oft vertreten deyde die Stelle einesKolons oder Semikolons, und dann ist gleichfallsein kleiner Buchstab hinlänglich; obgleich auch häu-fig ein großer gebraucht wird: Doch was redeich nur immer von Weisheit, Absicht,Anschlägen, Entwürfen? Als ob sich nichtin diesem wunderbaren Rönige mir demGeist und den Einsichten des Leldherrn,Y 2