,o6 IV. Abschnitt. Orthographie ganzer Wärt«.
setzungen gibt, welche aus mehr Wörtern bestehen,so sind diese doch nicht alle zu einer und eben der-selben Zeit zusammen gesetzt worden, sondern zweyderselben waren schon vorher zusammen gesetzt, undwerden daher hier nur als Ein Wort betrachtet:Fastnachr-sptcl, Feld-postmeistcr. Alle die-jcniacn Fälle also, wo drey Wörter unmittelbar inEines zusammen gezogen werden, sind verwerflichund wider die Analogie der Deutschen Sprache,z. B. Sommcrhalbejahr, wimerhalbe-jahr , weil weder Sommerhalb und llVinrcr,hall), noch Aalbejahr als ein Wort betrachtetwerden können. Ein anderer Grund der Vcrwerf«lichkeit solcher Zusammenziehungen wird in dem fol-genden Vorkommen.
Unterschied von einem gebogenen und abgelei-teten Worte.
" §. 2 . In der Zusammensetzung werdenWörter im engern Verstände, d. i. mit welchensich ein klarer Begriff verbinden läßt, mit einan-der verbunden. Dadurch unterscheidet sie sich zu-gleich von der Biegung und Ableitung, indemdie Laute und Sylden, welche hier zu einem Wortehinzu kommen, dem allergrößten Theile nach sodunkel sind, daß nicht leicht ein klarer Begriff da-mit verbunden werden kann. Die Klarheit hatfreylich ihre Grade, und manche Ableitungssylbensind allerdings klarer, als manche?hcile alter Zu-sammensetzungen, z. B. die Ableitungssilbe lichist klarer, als die letzte Hälfte von Bräutigam;es wäre daher kein Wunder, wenn die Grenzen