s. Kapitel. Von den Dehnungszeichen. 28 l
die Orthographie. Ihre erste und vornehmste Ab-sicht ist, der gedehnten Wurzelsylbe eines der wich-tigem Redetheile den gehörigen Umfang im Aeußernzu geben, wenn sie ihn nicht schon von Naeur hat.Der ungefähre Bestimmungsgrund dieses Umfangesmöchte etwa die Zahl von vier Buchstaben seyn.Jede gedehnte Wurzelsylbe, welche schon von Na-tur mehr als vier Buchstaben hat, bedarf der Ver-längerung nicht, wenigstens darf man sie daselbstnicht von neuem einführen. Schmal bestehetschon aus sechs Buchstaben, darf also nicht schmahlgeschrieben werden; so auch Achmer, Schar,Schere, scheren u. s. f. Strahl hat derenfreylich fünf, und bekommt doch ein h; allein ichglaube, daß es eines von denjenigen Wörtern ist,in welchen man in den spätem Zeiten das h einge-führet hat,- weil man es für ein bloßes Zeichen deSgedehnten Accentes hielt. Eine andere Frage ist,ob man in den wenigen gedehnten Sylben, welcheweniger als vier Buchstaben haben, und welcheman bey dev Bezeichnung, wie cs scheinet, über-sehen hat, jetzt die Bezeichnung nachhohlen müsse;gar, das Adjcctivum, denn die Partikel bedarfes nicht, gut, los, und noch einige wenige an-dere. Ich glaube es nicht; denn man hatte ge-wiß gute Ursachen, warum man die Bezeichnunghier unterließ, welche immer noch jetzt gültig seynmöchten; eine derselben habe ich schon im vorigenangeführet. Ueber dieß gibt es so wenige Wör-ter dieser Art, daß sie kein merkliches Mißverhält-nis) machen können. Eine andere Regel ist, daß,wenn die Bezeichnungsart in einem Worte schwan-