Druckschrift 
Vollständige Anweisung zur deutschen Orthographie : nebst einem kleinen Wörterbuche für die Aussprache , Orthographie, Biegung und Ableitung
Entstehung
Seite
268
Einzelbild herunterladen
 

s6g . HI. Abschnitt. Won den Dylben.

solche Mittel an, welche bereits in der Sprache la-gen, obgleich die Absichten, zu welchen sie warengebraucht worden, ein wenig verschieden waren.Die Nothwendigkcit, dem i, als dem kleinsten unddürresren Vocale, wenn es gedehnt scyn sollte,mehr Körper zu geben, leuchtete am ersten ein,und da in der älternOrthographie schon etwas lag,was diesem Mangel abhclfen konnte, nehmlich dasie und so wandte man beyde zu dieser Absichtan, zumahl da sie ihrer Bestimmung nach ohnehinnur in gedehnten Sylben gebraucht werden sollten.Bald darauf empfand man auch die Unschicklichkeitder ärmlichen Gestalt solcher einsylbiger gedehn-ter Wörter, in welchen ein t vorkam, und da indem t!) der altern Schrift schon ein Mittel lag,diesem Bedürfnisse abzuhelfen, so wandte man esnach und nach gleichfalls an. Aber nun fielen wie-der andere einsylbige Wörter auf, in welchen dievorigen Mittel nicht anwendbar waren, Bep, Sal,Al, Ar, und man bediente sich dazu eines alten,in mehrcrn Sprachen bekannten Mittels, der Vcr-doppclung des Vocales. Alles das geschähe zumTheil und in einzelnen Fällen noch vor der Refor-mation , folglich noch vor der völligen Ausbildungunserer heutigen Schriftsprache. Diese ging dar-auf auf diesem Wege fort, nur daß sie in die An-wendung dieser Fälle nach und nach mehr Bestimmt-heit und Zweckmäßigkeit einfühcte, und anstatt derVerdoppelung des Vocales in der Folge das l) ge-brauchte, auf welches sie durch das tl) der älternSchrift leicht gebracht werden konnte. Dieser lang-same Fortschritt hatte nebst den dabey angewand-