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Vollständige Anweisung zur deutschen Orthographie : nebst einem kleinen Wörterbuche für die Aussprache , Orthographie, Biegung und Ableitung
Entstehung
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91
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Kapitel. Befolgung des allgemeinen Gebrauches, -e

Gr ist nicht unveränderlich.

§. z. Vey dem allen ist dieser Gebrauch nichlunveränderlich, nur mit dem Unterschiede, daß dieVeränderung desselben nach eben denselben Ge«setzen geschehen muß, nach welchen die erste Ein-führung geschehen ist, d.i. nachdem dunkelenBe-wußtseyn der Absicht und Mittel. So wie ein Volkin der Cultur wächst, so verfeinert und verändertsich auch dieses Bewußtseyn, und wirket alsdannauch auf die Sprache und alles was dazu gehöret.Und doch wird man finden, daß diese Veränderun-gen immer mehr die Anwendung der Regel in ein-zelnen Fällen, als die Regel selbst betreffen. Bey-spiele liefert die Geschichte unserer Orthographie injedem Jahrhunderte. Als noch Stärke des Leibeseines der ersten Vorzüge der Deutschen war, äußertesich diese Stärke auch in der Aussprache; man wußtebesonders den Consonanten nicht Kraft und Nach»druck genug zu geben, und es war nach dem erstenGrundgesetze der Schrift natürlich, daß man dasauch in ihr zeigte. Man schrieb also unndt,kheynit, dhcrzs, dhem, (dein,) Chtiiothzffon(Genossen); mansche den Aero und übersetzten"Isidor. So wie sich die Stärke des Leibes undmir derselben auch die Anstrengung der Sprachwerk»zeuge verlor, so ward auch die Schrift von Jahr-hundert zu Jahrhundert immer mehr von solchenüberflüssigen und bloß von der Anstrengung derSprachwerkzeugc herrührenden Lauten gereiniger.Aber noch zu Anfänge dieses Jahrhunderts warnoch etwas davon übrig, indem man immer nochdie Csitsonanten häufte, vermuthlich weil immer