«6 !. Abschnitt. Allgemein« Grundgesetze.
ber, die Aescr u. s. f. zeiget sogleich, daß hiergelinde Cousonanten stehen müssen. Die Haupt?regcl laurct daher hier so: Man schreibe in zwei-felhaften Fallen denjenigen Laut, welcher in derBiegung der herrschende ist. Liede, lieden, folg-lich auch lieb, ich liebte, ein Geliebter, undnicht liep, liepte. Gelieprer. So auch dasBrot, und nicht Brod oder Brodt, weil mandes Brotes, die Brote spricht. Freylich gibtes hier, besonders in derDeclination und Conju-gation, viele Ausnahmen, indem die Biegung im-mer in die rohesten Zeiten eines Volks fällt, woman noch so sehr nach der Analogie des Hörbarenhandelte; daher ein und eben dasselbe Wort in derBiegung oft seinen Vocal verändert. In der älte-sten Biegungsart, z.B. in den irregulären Verdis,gehet ein Wort oft durch alle Voeale durch: bre-chen, brach, bräche, brich, gebrochen,Bruch, Brüche; fließen, ich floß, Fluß,die Flöße, flößen, die Flüsse; suzen, saß,gesessen. In spätern herrschet in manchen Fällenbloß der blmlaut, d. i. der Uebergang eines tie-fen Vocales in den nächsten höhern, des a in ä,0 in ö, und U in ü. Doch diese Abweichung gibt schondie Aussprache zu erkennen, nur mit der Ausnah-me, daß das e in vielen Fällen auch wie ä gespro-chen wird, da denn die Regel ein ä nicht abcr eerfordert, wenn übrigens das a in der Wurzelherrschend ist: Schlag, Schläge, Schwank,Schwänke, Schlaf, Schläfe, waschen,Wäsche, zanken, Gezänk. Obgleich auch