Einleitung^ in
Ob sie mit zur Grammatik gehöret.
§. 4. So fern die Grammatik oder Sprach-lehre in weiterer Bedeutung eine Sprache richtig,d. i- mit Befolgung der cigenthümlichen Sprach-regeln reden und schreiben lehret, so gehöret dieOrthographie allerdings mit zu derselben, undalsdann macht sie den einen Hauptthcil derselbenaus, so wie die Grammatik in engeem Ver-stände, welche sich bloß mit der Richtigkeit derRede beschäftiget, den andern. Es ist nur dieFrage, welcher von beyden Theilen verstehen oderNachtreten soll. Gemeiniglich setzt man die Ortho-graphie voran, und handelt sie unmittelbar nachder Lehre von der Aussprache ab. Allein dieseStellung hat zu viele Schwierigkeiten, verändertauch zu sehr die Ordnung der Natur. In diesergehet Reden vor dem Schreiben her, und dieses fetztjenes voraus. Ueber dies; kommt in der Ortho-graphie selbst so vieles vor, was sich ohnehinläng-liche Kenntniß des etymologischen und syntakti-schen Theiles der eigentlichen Grammatik nicht deut-lich machen läßt, z. B. die Lehre von den zusam-men gesetzten Wörtern, von der Interpunktionu. s. f. daß es allemahl schicklicher ist, die Ortho-graphie nach der eigentlichen Grammatik vorzutra-gen. Es kommt noch dazu, daß jene, wenn siegründlich vorgetragen werden soll, eine gewisseAusführlichkeit erfordert, daher man sie in derSprachlehre immer sehr kurz und mangelhaft ab-handeln muß, wenn man sich nicht zu lange anihrer Schwelle aufhalten will.