Druckschrift 
Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
Entstehung
Seite
584
Einzelbild herunterladen
 

584

Nordpunkt — Nordsee.

Massen der Pol auf Schlitten nicht erreichbar u. einVorgehen durch den Smithsund unmöglich ist. Da-gegen trafen im Sommer 1876 Kjelsen n. Johan-nesen nördl. u. östl. von Spitzbergen offenes Fahr--Wasser au, und die Annahme, daß ein fester Eiswalldie Fahrt nördl. von Spitzbergen verhindere, ist hier-durch erschüttert worden. Das greifbarste Resultataller N. ist bis jetzt die 1875—76 erfolgte Eröffnungdes See- u. Haudelsweges durch das KarischcMeernach Sibirien durch 'Nordenskiöld (s. d.). Damit istaber der Eifer für die Erforschung der noch weiternördl. gelegenen Regionen keineswegs erlahmt, wiez. B. die für 1878 vorbereitete nordamerikan. Ex-pedition unter Howgate u. die von dem bekannten I.Gordon Beuuett veranstaltete beweisen. Vgl. MacClure Mw HortlilVost Lassans, Dsspatalws irom8. ist. 8. Inveatigator, Loud. 1856; Brandes, SirJohn Franklin, die Unternehmungen für seine Rett-ung u. die nordwestl. Durchfahrt, Berl. 1854; Kane,ZweiN.zurAufsnchnngSirJ.Franklins, deutsch vonSeybt, Lpz. 1857; Mac Clintock, Discovery ok tlrekats ok 8ir st. Dranlrlüi, Berl. 1860; Hayes, Dasoffene Polarmeer, übers, von Martin, Jena 1868;Torell u. Nordenskiöld, Die schwedischen Expeditio-nen nach Spitzbergen, Jena 1869; Die zweite deutscheNordpolfahrt in den Jahren 1869—70, Lpz. 1873bis1875, 2Bde.; Volksausgabe, ebd. 1875; Payer,Die österr.-ungar. Nordpolexpedition, Wien 1876;v. Heuglin, Reisen nach dem Nordpolarmeere 1870bis 1871, Braunschw. 1872 u. 1873; O. Peschel,Geschichte der Erdkunde, Munch. 1865; Ausland n.Petcrmanns Geograph. Mittheilnngen 1860 — 76;Friedr. v. Hellwald, Die Polarforschnng der Gegen-wart (DeutscheRundschau, Berl. 1874); Harrativsok tlls Hortll Dakar Dxpsäibion, II. 8. astip Doka-ria, 6apt. Ost. Dr. Hall eommancking, oäitscl b^Lsar-^ämirak 6. Ist. Davis, Wash. 1876; stonr-nals anä prooesäinAS ok tlw 4retio sxpsckition1875 — 76 rmäer tiro oommanck ost Oapitain 81rlst.ststarss, Lond.1877; Rink, ürönkanck AsoAraplliskcvA statistisk o§ dsslcrsvst, Kopenh. 1852—57, 2Bde., neu herausgcg. unter Mitarbeiterschaft vonR. Brown als DanisllOrssnIanäeba., Lond. 1877;Gieseke, Tagebücher aus den Jahren 1807 —13,Bereisung der WKllste Grönlands bis über den 75."n. Br., Kopenh. 1878; Malte Brun, D'sxpsäitionpolairoanglai8sen1875—76, Dnkl. 8oe. ciststoo^r.,Par. 1877. Von Kartenwerken sind zu nennen: Pe-termann, ^ vllart ok 4.rebie DsZions sta., Lond.1853; Kiepert, Karte der Entdeckungen im Arkti-schen Polarmeere bis 1854, Berl. 1855; Petermann,Karte des Arktischen Archipels der Parry-Inseln,Gotha 1855. Kolpe.

Nordpunkt, der genau nördlich vom Beobachterliegende Punkt des Horizonts.

Nordrussis chcr Landrücken, s. Landhöhen l,^..

Nordsachsen, Nordmark, Nordische Mark,ehedem Markgrasenthnm,den Küstensaum ander Elbemit Angerbnrg, Tangermünde, am rechten Elbe-User die Priegnitz, die Mittelmark bis Brandenburgu. SOMecklenburg begreifend, später kam das Bal-samerland, d. h. fast die ganze Altmark, dazu.

Nordsee (Deutsches Meer), ein Theil des nörd-lichen Atlantischen Öceans, ungefähr 660,750 Hjstm(12,000 HW) groß, wird nördl. etwa bis zu einerLinie gerechnet, die von den Shetlandsinseln nach

dem Vorgebirge Stadt in Norwegen gezogen gedacht ^ Iwird; ist von Skandinavien, Dänemark, DeutschlandHolland, Belgien, Frankreich, England und Schott!land umschlossen und hängt im S. durch den Canal !(Im Llaiwlw) mit dem Atlant. Ocean u. im O. durch !Skagcr-Rak u. Kattegat mit der Ostsee zusammen. !Die nordsüdliche Ausdehnung beträgt ca. liiv Icni !(150 M), die größte westöstl. Breite 630 Icm (85 M). IEhemals, aber noch in historischer Zeit, soll die N. ßeine große, im S. geschloffene Bucht gewesen sein u! Ieine große Fluth soll den Damm zwischen Frankreichn. England durchbrochen u. weggespült haben. Aber Iauch in späterer Zeit, bis zur Gegenwart herauf, hat zdie N. an den niedrigen Küsten Hollands, Deutsch- !llands n. der Dänischen Halbinsel wesentliche Berlin. idernngen erzeugt, indem sie einerseits Landtheile rüberfluthete u. wegspültc (vgl. Dollart), anderntheils Z

Marscherde ansetzte, die durch Eindeichungen für die N

Cultur gewonnen wurde. Ihre Tiefe wechselt au kl

der deutschen Küste zwischen 20 u. 30 in und nimmt kl

im Allgemeinen nach N. hin zu. Zwischen den Shet- N

landsinseln u. der norwegischen Küste findet sich eine ! jüber 150 in tiefe Stelle, Trichter genannt, und um ^ Idie norwegische SW.- n. SKllstc, mit Liesen parallel, !zieht sich eine 300 -600 m tiefe Rinne. 'Namentlich lim südl. Theil der N. wechseln tiefere Rinnen (Tie- ^ Ifen, ckssps genannt) mit seichteren Stellen, welchedurch die hier vorhandenen Sandbänke, wie Dog- i

gerbank, Große und Kleine Fischerbank, Well- und :

Schwarze Bank rc. gebildet werden. Die N. hat f

Ebben. Fluth. Die Fluth dringt in zweifacher Richt-ung, durch den Canal u. von NW. durch den Trich-ter, in sie ein u. ist am stärksten an den Küsten Eng- <lands u. der Niederlande. Unter gewöhnlichen Ver- »hältnissen steigt die Fluth durchschnittlich ca. 3m,erreicht aber bei Springflnthcn, wenn mit diesen sich !ein heftiger NWWind vereinigt (Sturmfluth), bis- fweilen mehr als die doppelte Höhe u. ist dann nichtselten, bes. an den deutschen Küsten, von verheeren- ^der Wirkung. Die Strömung der N. geht an der rWKüste südwärts und an der OKüste nordwärts, (außerdem tritt sowol durch den Canal, wie auch ausder Ostsee eine Strömung in die N. ein. Ihr Salz- x

gehalt ist im N. größer als im S. Ihre Küsten sind, z:

mit Ausnahme der hohen, felsigen Norwegens, flachu. niedrig; die Deutschland u. den Niederlanden un-gehörige Kllstenstrecke ist fast ganz durch Deiche ge-schützt. Erwähnenswerth ist an der SKüste der N. ^das sog. Wattenmeer, das, 8—16 Lm breit, von ^dem Helder bis zum Blaavandshuk in Jütland sich fferstreckt, in seinen meisten Theilen während der Ebbe sswasserfrei ist, aber auch von vielen Tiefen od. Watt- !strömen durchzogen wird, durch welche theils das -Wasser der Fluth ein- u. anstritt, theils aber auch sdie Lüröme u. Flüsse ihre Wassermassen dem Meereznführen. Die hauptsächlichsten Zuflüsse der N. sind: I

Eider, Elbe, Weser, Ems, Rhein, Schelde, Themse,Hnmber, Tweed u. Tay. Die bedeutendsten Meer-busen sind an Großbritanniens Küste: Moray Firth,

Firth of Forth, the Wash, die Themsemllndung; an derKüste der Niederlande: Zuidersee; an DeutschlandsKüste: Dollart, Jahdebusen, die Mündungen derWeser und Elbe; an Norwegens Küste: Bnkkefjord,Hardanger Fjord, Sognc Fjord. Aus. dem Kattegatführen in die Ostsee die Meerengen: Öresund, Gro-ßer und Kleiner Belt. Die N. ist reich an Fischen,