130 Neuseeländische (od. Maori-) Sprache — Neuß.
auf der Nord-Insel den Vertrag vouWaitangi nichtanerlenncn, sie empörten sich n. wählten dcnHänpt-lingPotacan zn ihrem König. Ein Länderkanf, wel-cher im März 1859 im Waitara-Thal in der Land-schaft Taranaki ans der Nord-Insel unter den übli-chen Formalitäten abgeschlossen worden war, abervon sämmtlichcn Stämmen Taranakis nicht aner-kannt wurde, gab Veranlassung zum Ausbrucheeines neuen Aufstandes. Zum offenen Kriege kames 1863, der Streitgegenstand war das Land Mas-kats. Von General Cameron aus der Ebene vertrie-ben, flüchteten sich die Maori in das Hochland, wosie Wiverstand leisteten, bis Grey, der 1864 zumzweiten Male als Gouverneur nach N.-S. gekom-men war, sie mit Hilfe der trengebliebenen Eingebo-renen in wenige feste Punkte zu drängen vermochte,welche man ihnen 1865 gleichfalls wegnahm. 1866kehrten Ruhe u. Ordnung ans der Insel wieder ein.Vor der Auswanderung nach N.-S. wird gewarnt.Vgl. Hochstetter, N.-S., Stuttg. 1863; Ders., Geo-logie vonN.-S. (Novara-Exped.), Wien 1863; Ken-nedy, Herr 2oalami, 2 . A., Lond. 1874; Tinne,Mrs Wonäerkanci cck Ürs ämtipockss, Lond. 1873;Meinicke, Melanesien n. N.-S., Lpz. 1875. Arendts.
Neuseeländische (od. Maori-) Sprache, dieSprache der Eingeborenen Neu-Seelands, gehörtzu der Polynesischen Sprachenfamilie; Grammatiku. Wörterbuch von Williams, Paihia 1844, u.Dies-fenbach in Nravsis in Hsrv-Lisalavä, Lond. 1843.Texte der N...SP. (Volksgesänge, Eingaben an dieEngländer, Übersetzungen von Missionären) findensich bei Grey, Lanädocck ok Lchrioan, ämstraliananil kolzmosian l?lliIoIoAis, Bd. 2 , Capstadt 1859,und in der Zeitschrift für Völkerpsychologie, Berlin1861, Bd. 2 .
Neu-Sibirien (Neu-Birda), 1) Inselgruppe imArktischen Occane, an der NKüste Sibiriens, zwi-schen der Mündung der Lena n. Jndigirska, unter72—76° n. Br., mit sehr kaltem Klima, das ganzeJahr mit Eisschollen umgeben, felsig, Aufenthaltnördlicher Thiere, wie Seehunde, Seevögel; Fund-ort von einer großen Menge fossiler, sehr gut erhal-tener Elephanteuzähne und Knochen urweltlicherThiere. Die Gruppe besteht aus den Inseln Koteljnoioder Kesselinsel, der größten u. westlichsten, Fadie-jewskoi, N. und Liakhowskoi (die südlichste, auchBlishnij genannt) nebst einigen kleinen Eilanden. 2)Insel dieser Gruppe (doch wird eine kleinere vonAnderen N. genannt), bergig; durch bedeutende La-gen verfltzinerten Holzes (zum Theil noch ausrechtin der Erde stehend) u. Reichthum von Mammuths-knochen ausgezeichnet. N. wurde 1760 durch einenJakuten, Ettrikan, entdeckt; der Kaufmann Lächowbesuchte sie 1761 u. 1774, wobei er noch zwei In-seln fand, der Kaufmann Sannikow fand 1803 eine
kleiiiereJnsel, 1805 Fadiejewskoi n.dieJnselN.Deonk.
Neusicdl (Nezsider), Marktflecken im ungar. Co-mitate Wieselburg, ehemals am glcichnam. See, jetztziemlich weit davon entfernt; große Papierfabrik,Acker-, Garten- n. Weinbau (Neusiedler Wein), be-suchte Getreidemärkte; 1869: 2411 Ew.
Nensiedlersce(Fertö), Landseg in Ungarn, zwi-schendenComitatenWieselburgu.Ödenburg, 112 mü. d. M.; ist 358 Hfllm ( 6,5 PZM) groß, hat einenUmfang von etwa 100 km u. ist sehr seicht. Seinewestl. Ufer sind mit Weingärten (Nüster- und Öden-
bnrger Wein) und Waldungen besetzt, die östl. ebenn. morastig. Sein Wasser, welches ein mineralischesLaugensalz absetzt, ward ehemals in einigen umlie-gcnden Ortschaften zur Salz- und Sodagewinnungvcrsotten und ^ls Heilbad gegen Hautansschläge rc.benutzt. Der L-ee ist reich an Fischen, wilden Gaiüsen,Enten, Rohrhühnern rc. Ans der SOSeite trennt >ein vom Fürst Nikolaus Esterhazy in den Jahren1777—80 angelegter, 10,400Schritt langerDamm I. .den See von dem Hansag (s. d.). Seit 1854 nahm ! )der Wasserstand des Sees anfangs langsam, später fsehr rasch ab, so daß 1865 nur noch einige Sumpf,flächen in seinem Bette vorhanden waren, welche je-doch bis 1868 auch völlig verschwanden. Seit 180 g j tsammelte sich aber in seinem Bette allmählich wieder !Wasser an, so daß seil 1876 sein altes Bett wiederganz mit Wasser gefüllt ist. Vgl. Hellbach, DerFüh- !
rer znm N., Wien 1858; Bela Szechenyi, Funde !aus der Steinzeit im N-beckcn, Budapest 1876, gibtgleichzeitig eine Geschichte des Sees. H. Berns. ! !
Neusilber, so v.w.Argentan,N-Blech, s. ebd. >Neusohl (ungar. Besztercze-Banya,slav.Banska ) iBystrica), königl. freie Bergstadt und Hauptort des ;!ungar. Comitats Sohl, am Zusammenflüsse der Bi- fstritza und Gran, Station der Ungar. Staatsbahn; >Sitz der Comitats- und mehrerer Gerichtsbehörden, -Berghauptmannschaft, Finanzbezirksdirection, röm.-kathol. Bischof, bischöfliches Consistorinm; hat meh- !rere hervorragende Gebäude, z. B. Domkirche, groß-artige Protestant. Kirche, Überreste des altenSchlosses,Kammerhof od. königl. Bergamtsgebände (einst Re-sidenz des Matthias Corvinns), bischöfliche Residenz,Domkapitelhaus, Comitatshaus rc., serner bischös-licheS Lyccnm, Seminar, k. k. kathol. Obergymna-sium, lnther. Uutergymnasinm, Lehrerpräparandie,verschiedene Wohlthätigkeitsanstalten, wicht. Kupfer-und Eisenwerke, Industrie in Eisenwaaren, Kupser-draht, Kessel, Tuch, Filz, Leder, Pulver, Zündhölz-chen, Papier, Zucker rc., Bierbrauerei, Branntwein-brennerei, Leinwanddruckerei, Bergbau; 186S:11,780 Ew. Der Bergbau wurde hier seit dem 8.Jahrh. betrieben, bes. glücklich seit der Einwander-ung deutscher Colonisten zu Anfang des 11. und 13.Jahrh.; 1243 u. 1244 wurde die Stadt durch dieEinfälle der Tataren verheert, durch Lie unterBela IV.ans Meißen eingewanderten Deutschen wieder her-gestellt u. von Bela IV. 1255 zur königlichen freienBergstadt erhoben. Hier 1542 Reichstag, wo derKaiser den Grund zum Frieden mit der KöniginJsabella von Ungarn legte; 1620 Friedensunter-handlungen zwischen dem Kaiser mit Ungarn undBöhmen. Vergl. Jpolyi, Geschichte der Stadt N.,deutsch von Dux, Wien 1875. H- BeriH.
Neuß, 1) Kreis im preuß. Regbez. Düsseldorf,auf dem linken Rheinufer, von den Linien Aachen«Gladbach-N.-Düsseldorf u. N.-Oberkasscl der Berg.-Märkischen und den Linien Köln-Kleve-Zevenaar, ^Düren-N. u. N.-Viersen der Rheinischen Eisenbahn !durchschnitten; 293,z sssjkm ( 5,25 (UM) mit (187b)
45,586Ew.2)KreisstaLt darin, amEinflussederKruhrindiemitdem Nheindnrch einen schiffbaren Kanalver-bnndene Erft, Knotenpunkt der Eisenbahnen von Düs-seldorf, Krefeld, Düren, Viersen, Gladbach (Aachen)u. Köln; hat ein Gymnasium, Hospital mit Waisen-haus, 3 Kirchen (darunter die zu St. Quirin, 120 Serbaut, einederschönstenKirchen des Übergangsstils),