150
Monroe —
bahnknotenpunkt, lebhafter Handel und bedeutenderIndustriebetrieb; 5086 Ew.; 1) in Mississippi, 33°n.Br., 88°w. L.; 22,631 Ew.; Hauptort: Aberdeen;x) in Missouri, 39° n. Br., 92° w. L.; 17,140 Ew.;Hauptort: Paris; Ir) in New-Iork, 43° n. Br., 77°w. L.; 11 7,868 Ew.; Hauptort: Rochester; i) in Ohio,40° n. Br., 80° w. L.; 25,770 Ew.; Hauptort:Woodsfield; k) in Pennsylvania, 41° n. Br., 75° w.L.; 18,362 Ew.; Hauptort: Stroudsburgh; 1) inTennessee, 35° n. Br., 84°w. L.; 12,589 Ew.;Hauport:Madisonville; m)inWVirginia, 37°n.Br.,80°w. L.; 11,124 Ew.: Hauptort: Union. 3 ) s.Fortreß Monroe.
Monro e, Iaines, der fllnftePräsidentder Nord-amerikan. Unionsstaaten, geb. 2. April 1759 in Bir-ginien, studirte die Rechte, trat im Unabhängigkeits-kriege in Militärdienste u. stieg bis zum Hauptmann.Nach beendigtem Kriege setzte er seine Studien fort,wurde 1782 Mitglied der Gesetzgebenden Versamm-lung von Virginien, 1783 des Staatencongresses,I786wieder der Virgin. Legislation. 1794 ging er alsBotschafter nach Paris und rechtfertigte sich (1797)gegen die ihm gemachtenBeschuldigungen (Mangel anThätigkeit u. Umsicht) durch die Herausgabe seinerdiplomatischen Papiere; 1799—1802 war er Statt-halterinVirginien,wurdel803BotschafterinParisu.1804 in Madrid wegen der Erwerbung von Louisiana,daun inLondon. Nach seiner Rückkehr (1808) wurdeer 1810 Gouverneur von Virginien u. 1811 unterMadisons Präsidentschaft Staatssecretär; 1814 er-hielt er den Oberbefehl über die Armeen, das Kriegs-miuisterium, verwaltete nach dem Frieden die aus-wärtigen Angelegenheiten u. wurde 1817 Präsidentder Union. Er erwarb das spanische Florida undsormulirte die Erklärung, daß die Union keine europ.Einmischung in denUna'bhängigkeitskampf von Süd-amerika dulden werde (verallgemeinert als Monroe-Doctrin, welche überhaupt jede Betheiligung europ.Mächte an amerikan. Fragen verbietet). Nachherwar M. bes. thätig für die Errichtung der neuenVirgin.Universität; wurde 1821 zum 2. Malzum Prä-sidenten gewählt, zog sich 1825 zurück u. lebte seit1830 in New-Uork, wo er4.Jnli 1831 starb. Schroot.
Monroe-Doctrin, s. u. Monroe (Biogr.)
Monrovia, 1842 gegründet u. 1824 nach demPräsidenten derVereinigtenStaaten genannt, Haupt-stadt der Negerrepublik Liberia (WAfrika), hoch amCap Montserrado gelegen, gleichwol ungesund wegender nahen Salzsümpfe; hat einen kleinen Hafen,Lyceum, öffentliche Bibliothek, eine Zeitung (lübsriaRsrulä) u. treibtHandel(vortrefflicher Kaffe, Palmöl,Erdnüsse, Elfenbein); etwa 12,000 Ew.
Klans (lat.). Berg.
Mons(fläm. Bergen), Hauptstadt derbelg.Prov.Henuegau, an der Trouille u. einem nach der ScheldeführendenKanal;KreuzungspunktderNordbelgischenu. Belg. Staatsbahn, Sitz der Provinzialbehörden,Tribunal 1. Instanz, Handelsgericht, Gymnasium,Bibliothek, Gemäldegalerie, Theater, goth. Kathe-drale St. Waudru, 1450—1589 erbaut, im Innerenvonkllnstl. Zierlichkeit u. mit schönen Glasmalereien;Schloß mit Belfried (Irrenanstalt), hübsches Rath-haus in spätgothischem Stil, Denkmal des hier ge-borenen Componisten Orlando di Lasso (Roland deLattre), Standbild Leopolds I. (1877); Fabrikationvon Fayence, Thonpfeifen, Spitzen, Zucker, Seife,
Monsigny.
Tabak, Baumwollen- und Wollenspinnerei, Bier-brauerei, Eisenwerke. In der Umgebung der stärksteBergbau in Belgien; 24,539 Ew. Der Ursprung vonM. führt sich auf ein von Cäsar während seines Feld- s
zuges gegen die Gallier erbautes Castell zurück. Im !
Mittelalter erscheint M. als eine reiche und mächtigeStadt. Es wurde 1572 von Ludwig von Nassauüberrumpelt, aber vom Herzog Alba wieder erobert; ,1691 von Ludwig XIV. belagert u. durch Verrath serobert, aber im Frieden zu Ryswijk 1697 wiederan Spanien abgetreten. 1700, nach dem Tode desKönigs Karl II. von Spanien, gerieth M. abermalsin die Gewalt der Franzosen, ergab sich aber 1709den Alliirten. Im Utrechter Frieden 1713 wurde siean Holland n. im Badischen Frieden 1714 an Öster-reich abgetreten; 1746 Abermals von den Franzosenerobert, aber wieder an Österreich abgetreten. M. kam1792, nach der Schlacht von Jemappes, in die Händeder Franzosen, und die Festungswerke wurden vondenselben geschleift und nach 1818 wieder hergestellt,sind aber jetzt definitiv abgetragen. Schroot.
Monsee, so v. w. Mondsee.
Monseigneur (sranz., mein Herr in der Bedeutungvon mein Lehnsherr, Gebieter), im Französischender Titel fürstlicher n. anderer Personen von höchstemRange, wie der Cardinäle rc.; sonst ausschließlichTitel des Dauphins, wenn man denselben anredete,wie seit 1853wiederderder Bonapartischen Prinzen.
Monselice, Marktflecken in der italien. Prov.Padua,am Kanal M.,StationderOberital.Bahn,Manufactnren für Hüte, Tücher, Seidenspinnerei, zFabrikationkünstlicherWeine,313lEw. (Gern. 9765). i
Mons-en-PeVele, Dorf im Arr. Lille des sranz. .Dep. Nord; Fabrikation von Zucker, Stickereien u. ÜKitteln, Korn- u. Ölmühlen; 1872: 450 Ew. (Gem. 12090). Hier 18. Aug. 1304 zwischen Philipp IV. vonFrankreich u. den anfständ. Flanderern die berühmteSchlacht, in welcher letztere geschlagen wurden. i
Monser Übersetzung (des N. T.) von denJansenistenAnton Maitre, Isaak Ludwig, Le Maitre ;deSacy, Anton Arnauld, PeterNicolen.A., erschien,nachdem ein Buchhändler zu Mons die Erlaubnißdazu erhalten hatte, 1667 zu Amsterdam unter derAusschrift Mons, wurde aber dann von den PäpstenClemens IX. u. Jnnocenz XI. verdammt.
Monsieur (sranz., d. i. mein Herr; in der MehrzahlNsssrsrrrs), im gewöhnlichen Leben Anrede an jede,nur irgend etwas sich über die niedrigsten Verhält-nisse erhebende Person.
Monsigny, Pierre Alexandre, Compouist, geb.
17. Oct. 1729 zu Fauqnenberg (Dep. Pas de Calais),war Haushofmeister des Herzogs von Orleans inParis u. wurde durch die großen Erfolge der italien.Oper zur Musik geführt. Er studirte bei Gianottsund schrieb schon nach 5 Monaten seine erste Oper,
I,ss Xvsnx incliseroös, der noch viele andere nach-folgten. M. wurde 22. Sept. 1798, am Jahrestageder sranz. Republik nebst Cherubim, Lesuenr undMartini auf dem Marsfelde als bedeutender Tcn-künstler ausgerufen, erhielt nach dem Tode Piccimsdie Stelle eines Directors am Conservatorium lnParis und st. 14. Jan. 1817. Er war einer jeiierComponisten, welche den melodischen Reiz italienischerMusik mit der ausdrucksvollen Deklamation der sran- ^zösischen verbanden und dadurch den Stil der sranz.komischen Oper begründeten. Sielenrock.