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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Miliaria — Miliartuberkulose.

in Algerien (NAfrika), liegt in hoher (900 m ü. d.M.) fruchtbarer und erzreicher Gegend, an der vonAlgier nach Oran führenden Eisenbahn, hat heißeQuellen; 1872: 3142 Ew. ohne die Garnison.

Miliaria, so v. w. Friesel.

M!Iiarium(LIilIiarinm,röm.Ant.),1)Meilensäule,Meilenstein, wie solche durch ganz Italien an denLandstraßen gesetzt waren; auf dem großen Forumin Rom, beim Satnrnustempel, stand die vom Au-qnstus errichtete vergoldete Meilensänle (N. anrsnm),von der ans alle 1000 röm. Schritte (5000 röm.Fuß — 8 Stadien) durch das Röm. Reich Meilen-steine (I,aMos) standen; ein gleiches LI. anrsnmstand in Constantinopel; 2) (gr. zrr'-.ro»-) eine erstspät gebrauchte Bezeichnung der römischen Meile— 0,lggg geographische Meile. Eichhoff.

Miliartuberkulose, die Durchsetzung von Or-ganen mit jenen kleinen, wegen ihrer Größe Miliar-tuberkeln (von 2li1inm, Korn, u. Nubsrenlnm, Knöt-chen) genannten umschriebenen Geschwülstchen, dieaus leicht vergänglichen Zellen bestehen, gcfäßlossind, die Neigung haben, in Verkäsung überzngehenu. als Neubildungen zu betrachten sind. Sehr häu-fig findet man in den Knötchen sehr große Zellen mitzehn n. mehr Kernen (Riesenzellen) und glaubte eineZeitlang in der Anwesenheit dieser ein charakteristi-sches Kennzeichen der Tuberkel gefunden zu haben.Die Größe der Tuberkel ist verschieden, bisweilensind sie mikroskopisch klein, in anderen Fällen siehtman sie mit unbewaffnetem Auge. Sehr häufig ver-einigen sich die Tuberkeln zu einer größeren Geschwulst(Tuberkelconglomerat) und es können dadurch hasel-nußzroße Knoten entstehen. In ihrem Jugendzu-stande sehen die Tuberkeln grau, durchscheinend aus;werden sie älter, so sängt zunächst ihr Centrum an,käsig zu zerfallen u. schließlich ist der ganze Tuberkelod. das Tuberkelconglomerat eine käsige Masse vongelber Farbe, die nur noch aus unregelmäßigen,glänzenden Körnchen besteht. Dieser leichte Übergangin Verkäsung (regressive Metamorphose) ist leichtdurch die Gesäßlosigkeit erklärlich — der Tuberkelkann kein Ernährnngsmaterial zngesührt erhalten.Nach erfolgter Verkäsung tritt nicht selten eine Ver-kalkung des Tuberkelinhaltes ein u. es bildet sich nachAufsaugung der flüssigen Bestandtheile der käsigenMasse eine trockene, mörtelartige, während zugleichdurch eine Bindegewebsnenbildung um diese eine ArtEinkapselung stattfindet. Durch Liesen Vorgang wirdder Tuberkel unschädlich, daher kann die Verkalkungals Ausgang in Verheilung betrachtet werden. Wiehäufig dieser Ansgang stattfindet, lehrt fast jede Sec-tion; freilich verkalkt in einertubcrcnlösen Lunge meistnur eine kleine Anzahl Tuberkeln, während die übri-gen in die gleich zu erwähnende Metamorphose über-gehen; immerhin find Fälle beobachtet, in Lenen nurwenige Tuberkeln vorhanden und diese wenigen Tu-berkeln sämmtlich verkalkt waren, also völlige Heil-ung stattgefnnden hatte. Wie eben erwähnt, ist derweit häufigere Ausgang in Erweichung der käsigenMasse und ist mit dieser stets zugleich ein Zerfall dergeringfügigen Gewebselemente verbunden, welchegewissermaßen das Gerüst des Tnberkels'ausmachenund den Gewebselementen angehören, in welche derTuberkel cingelagert wurde. Durch diesen Zerfallkommt es, wenn die Tuberkeln inmitten bes Gewe-bes eines Organs sitzen, zur Bildung von Höhlen,

Cav erneu, die durch weiteren Zerfall von in denRändern der Höhlen eingelagerten Tuberkeln sichmehr u. mehr vergrößern, faustgroß werden n.mit ein-ander durch Zerfall des zwischen ihnen gelegenen Ge-webes in Commnnication treten können, dagegen,wenn die Tuberkeln an Schlcimhantoberflächen ge-legen sind, zur Bildung von tubercnlösen Ge-chwüren, die gleichfalls die Tendenz haben, durchZerfall ihrerUmgebung sich zu vergrößern. DieZahlder eingelagerten Tuberkelknötchen ist nicht selten eineenorme, u. können z. B. die Lungen so dicht durchsetztein, daß nur noch eine geringe athmnngsfähigeQuantität Lunge übrig geblieben ist; in anderen Fäl-len findet man Tuberkeln nur in einer Lungenspitze.Ferner kann nur ein Organ sich von Tuberkeln durch»etzt finden, z. B. die Lungen, die Gebärmutter rc.(localisirte M.); oder fast alle Organe des Körperssind von Tuberkeln durchsetzt (disseminirte M.). Esist erwiesen, daß fast in jedem Organ n. in jedem Ge-webe es zur Entwickelung von Tuberkeln kommenkann; am häufigsten findet man sie in den Lungen(tubercnlöse Lungenschwindsucht), in der Leber, in denNieren, Knochen, im Bauch- und Brustfell, in denHirnhäuten. Vor noch nicht langer Zeit faßte mandie M. ausnahmslos als ein primäres Leiden auf n.hielt die übrigen neben den Tuberkeln beobachtetenVeränderungen von der Einlagerung jener abhängig.Unsere heutige Auffassung ist dieser Ansicht, die bes.vonLatznnec stammt, fast absolut entgegengesetzt.Zwar nimmt man wohl allgemein an, daß in einigenFällen die Entwickelung von Tuberkeln eine primäre,d. h. von keinem anderen krankhaften Zustande ab-hängige ist, u. in dieser Beziehung spielt eine ererbtelocale oder allgemeine Disposition die Hauptrolle,bei welcher es nur eines gelegentlichen Anstoßeszur Entwickelung von Tuberkeln bedarf, allein bisauf diese selteneren Fälle ist die Tubercnlöse ein se-cnndäres Leiden, d. h. ein solches, welches erst dieFolgegewisser anderer Zustände imKörperist. Nach-dem Villemin experimentell erwiesen, daß mandurch Impfung käsiger Massen Tuberkeln erzeugenkönne, lag es nahe, darauf zu achten, ob nicht beiBildung käsigerMassen infolge von krankhaften Vor-gängen im Körper eine Selbstinfection erfolgen könne,u. man constatirte, daß sich in der Umgebung käsigerHerde in den Lungen gewöhnlich eine Zone von Tu-berkeln bildet, die je näher dem käsigen Herde, umso dichter stehen, u. ferner, daß sich bei Lymphdrüsen-verkäsungen am Halse u. an den Lnngenwurzeln sehrhäufig Tuberkeln in den Lungen bilden. Solche undähnlicheErsahrungen begründetenschließlich den Satz,daß die Tubercnlöse gewöhnlich nur einFolgeznstandder Resorption käsiger Massen ist ».ihre Entwickelungin Verhältnissen gesucht werden muß, die vorzugs-weise eine Verkäsung zur Folge haben. Die Erfahr-ung lehrt aber in letzterer Beziehung, daß nament-lich Entzündungen bei Scrophulösen zu Verkäs-ungen führen n. daherdisponirenScrophnlöseganz besonders zn Tub erkelbildnng. Außer-dem beobachtet man Verkäsungen von Krankheits-producten nicht selten bei von schwerem Typhus Ge-nesenen, bei durch langes Stillen Geschwächten, beimangelhaftem Ernährungszustände Uberhauptu.dgl.Durch dieses Verhalten wird es klar, warum cs nachLungenentzündungen Scrophulöser od. Geschwächterüberhaupt so häufig zur Entwickelnngder Tubercnlöse