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Midas —
.publicisiisch u. polit. thätig, theils dem Poet. Schaffenhingegeben. Im 1.1839 wurde er als Professor derlatein. Sprache u. Literatur nach Lausanne berufen,von da erhielt er 1840 einen noch ehrenvollerenNufnach Paris, als Professor der slavischen Sprache u.Literatur (so hieß damals der erste Lehrstuhl der sla-vischen Sprachen im westlichen Europa) und trugals solcher in den zwei ersten Jahren die Geschichteder Civilisation und Literatur der slavischen Völkerin geistreicher Weise vor; jedoch nach erfolgter Be-kanntschaft mit Towianski, einem exaltirten Mysti-ker u. Verehrer der Napoleonischen Ideen, trat erals Apostel der neuen messianischen Lehre auf undstellte die neueste polnische Poesie dar als den Beginneiner neuen Epoche derGlückseligkeit derMenschheit.Im 1.1844 wurde er suspendirt, erhielt eine Stell-ung als Custos derArsenalsbibliothek, nahm an demUnabhängigkeitskampfeJtaliensbegeistertenAntheil,ging im Jahre 1855, während des Krimkrieges, imAufträge der franz. Regierung nach dem Orient, u.starb 28. Nov. 1855 in Konstantinopel. Er ist derSchöpfer und bedeutendste Repräsentant der neuenpolnischen Poesie, welche im Anschluß an die Ro-mantik sich auf nationaler Grundlage entwickelte.Seine ersten poetischen Werke waren zwei BändePoesien, Wilna 1822 u. 23, in denen Lieder, Balla-den, Romanzen, der IV. (wertherisirende)Theil dervLiaäx u. ein episches Gedicht Krar^us, enthaltenwaren; darauf folgten die durch Gedankenreichthum,durch der Bilder Pracht u. der Sprache Glanz aus-gezeichneten Sonette 1826 (Moskau); ein epischesGedicht in Byrons Geist Konrad Wallenrod 1828(Petersburg), dem der Kaiser Nikolaus selbst dasImprimatur ertheilte; der vmackzf lll. Theil, Par.1832 u. kan l'aäeusr 1834, ein episches Gedicht,welches den hervorragendsten Epopöen an die Seitegestellt werden muß. Außerdem übersetzte er By-rons Giaur u. schr.inProsa: LÄegixieI§r2^mstvauaraäu xolsirisAO. Seine Vorlesungen erschienenin poln. Übersetzung von Wrotnowski partienweisein den 1.1841—44, später Posen 1850 u. 1851 u.1865, französisch unter dem Titel: I>os Slaves,oours prokssss au OollsZg cks Uranos zuerst in Pa-ris 1849; deutsch: Vorlesungen über slavische Lite-ratur u. Zustände, Lpz. 1848, in 4 Bdn., 2. Ausg.1849 (übersetzte Siegfried Kunwszowski). Die meistenpoetischenWerkeM-s sind in alle europäischen Spra-chen übersetzt; insDeutsche: Konrad Wallenrod, vonL. Kannegießer, Lpz. 1834, später von O. Konieckiim I. Bde. der Blüthen der slavischen Poesie, Ber-lin; 6rarxna u. a. von Bolek, Teschen 1860; kauikackeusr (unter dem Titel: Herr Thaddäus oder derletzte Sajasd in Litauen), übers, von Spazier, Lpz.1836, 2 Bde.; Sieh, Der Polnische Parnaß, A. M.von I. Mendelssohn, Heidelb. 1834; Nordlichter(enth. mehreres von M.), Stuttgart 1834; Nitsch-manns Polnischer Parnaß (4. Ausg., Lpz. 1875),enthält mehrere kleine Gedichte M-s in deutscherÜbersetzung. Vgl. Bratranek, Zwei Polen in Wei-mar, Wien 1870. Nehring.
Midas, Sohn des Gordios u.der Kybele(Rhea),König von Makedonien, gewann später Phrygien.JnseinenRosengärtenamBermios (in Makedonien)fing er einst den berauschten Silenos, des BakchosBegleiter, und hörte von ihm die Lehre, das größteGlück des Menschen sei, nie geboren zu sein, das
Middendorfs.
nächstgroße aber, bald nach der Geburt zu sterben.M. gab dem Bakchos seinen Gefangenen zurück.Zum Dank gewährte ihm der Gott auf seine Bitten,daß, was er berühre, sich in Gold verwandele. M.bereute seine Thorheit, da auch Speise und Trankunter seiner Berührung zu Gold wurden. Nun flehteer den Bakchos um Zurücknahme des Geschenkes.Als er sich auf dessen Geheiß in der Quelle desPak-tolosflusses badete, wich die Goldkraft von ihm undging in den Fluß über. Die zweite Thorheit beginger, als Apollon u. Pan in der musikalischen Fertig-keit wetteiferten u. M. den Schiedsspruch des Tmo-los,welcherzuApollonsGunsten ausfiel, beschält. ZurStrafe begabte ihn Apollon mit Eselsohren. Um-sonst versteckte sie M. unter einer Mütze; ein Bar-bier entdeckte sie u. flüsterte das Geheimniß in eineGrube. Aber an der Stelle wuchs Schilsrohr, vondem es ausgeplaudert ward. Übrigens galt M. fürden Gründer des Tempels u. Cultes der Rhea-Ky-bele in Pessinus, auch für ihren ersten Priester.Außer diesem fabelhaften Könige der Urzeit gab esgleichnamige geschichtliche inPhrygien.F Zimmermann.
Midasäffchen, s. u. Affen, S. 225.
Midasohr, s. Meerohr.
Middelburg, Hauptstadt der niederländ. Prov.Seeland, auf der Insel Walcheren inmitten einesäußerstergiebigenAcker-u.Gartenbaudistricts; durchKanal mit Vlissingen verbunden, Station der Staats-bahn ; Provinzialbehörden, Gymnasium, höhere Bür-gerschule, mehrere gelehrte Gesellschaften, archäolog.Museum. Die Stadt ist gut gebaut, hat ein schönesRathhans im spätgothischen Stil mit Belfried u. 25Standbildern von Grafen u. Gräfinnen von Flan-dern und Seeland, ferner Theater, RegierungSge-bäude in der ehemal. berühmten Maria-Abtei; M.ist Geburtsort der Erfinder des Fernrohrs Hansund Zach. Jansen. In der Neuen Kirche die Mar-morgrabmäler der berühmten Seehelden Johannu. Cornelis Evertsen. Die Stadt trieb früher star-ken überseeischen Handel, der sich gegenwärtig abernur aufBinnenhandelbeschränkt; 16,615 Ew.Schroot.
Middeldorpff, Albrecht Theodor, Medi«einer, geb. 3. Juli 1824 in Breslau, studirte Me-dicinin Breslau u. Berlin, wurde Assistent bei Pur-kinje u. später am Hospital Allerheiligen, bereiste1850 Deutschland, Österreich u. Frankreich, habili-tirte sich dann in Breslau 1852 für Chirurgie, er-hielt 1854 die Professur, 1856 das Directorat derchirurgischen Klinik, betheiligte sich 1864 und 1866an dem dänischen u. österreichischen Kriege und st.29. Juli 1868. Die Chirurgie hat ihm wesentlicheErfolge zu verdanken, vor Allem durch die geistvolleBenutzung des galvanischen Stromes bei chirurgi-schen Operationen (Galvanokaustik). Seine Unter-suchungen über dieBenutzung derAkupunkturnadelnfallen bereits in das Jahr 1849. Bon seinenSchrif-ten sind besonders hervorzuheben: Die Galvano-kaustik, Breslau 1854, u. die zwei Jahre früher er-schienenen Beiträge zu denKnochenbrüchen.Thamhayn.
Middelfart, Stadt im dän. Amte Odense, aufder Insel Fünen am Kl. Belt, mit Hafenu. Überfahrts-ort nach Snoghöi u. Fredericia in Jütland; 1870:2336 Ew. In LerNähedas GutHindsgaol mit Park.
Middendorfs, Alexander Theodor von,russ. Naturforscher u. Reisender, geb. zu St. Peters-burg 18. Aug. 1815, studirte besonders Geologie,