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Michcli —
1829—35, 2 Bde., II. A. 1848. Auch an der Aus-gabe der Werke Hegels war er betheiligt. Specht.
Michcli, s. Samnicheli, Architekt.
Michelis, 1) Friedrich, kathol. Thcolog nndPhilosoph, geb. 23. Juli 1815 zu Münster; 1838zum Priester geweiht, beschäftigte er sich seit 1844 zuBonn mit Philologie, wurde 1853 Director am Col-legium Borromäum zu Paderborn, 1855 Pfarrer zuAlbachten bei Münster, 1864 Professor der Philo-sophie in Brauusberg. 1867—68 war er Mitglieddes Norddeutschen Bundestages. Als Gegner desJnsallibilitätsdogmaswurdeervomBischosvonErm-land zuerst suspendirt, dann 1871 excommunicirt,und ist seitdem von seinem Lehramt zurückgezogen,einer der eifrigsten Vorkämpfer des Mtkatholicismus,Er schr.: Die Philosophie Platons in ihrer innerenBeziehungzurgeofsenbartenWahrheit, Minist. 1859,1860; Gesch. der Philosophie, Braunsb. 1865; Kantvor n. nach dem 1.1770, Mllnst. 1871; Eine kath.Antwort auf die päpstliche Encyclica vom 5. Febr.,Bonn 1875; Philosophie des Bewußtseins, Bonn1877; außerdem eine Reihe von polemischen Schrif-ten zur religiösen Tagessrage gegen den Darwinis-mus u. m. 3) Alexander, Landschaftsmaler, geb.25. Dec. 1823 zu Münster, starb 23. Jan. 1868in Weimar, Schüler I. W. Schirmers an der Düs-seldorfer Akademie, seit 1850 selbst ein gesuchterLehrer u. seit 1863 Prof, an der Weimarer Kunst-schule. Durch seineBilder geht ein tiespoelischerZng,auch verstand er die Natur mit großer Treue wie-derzugeben nnd seinen Arbeiten lebhafte malerischeWirkung u. den Charakter frischer Männlichkeit zuverleihen, doch entbehren sie vielfach der sorgfälti-geren Durchbildung. Hauptwerke: Haide (im Pra-ger Museum); Schlachtfeld bei Gewitterstimmung;Urwald; Elfenreigen bei Mondlicht; Die zerstörteSchanze; Waldweg mit Kühen; westfäl. Landschaft;Ungarische Pferde bei Sonnenaufgang; Allerseelen-abend ; Sonnenuntergang im Winter; Erinnerungan dieWartburg(Aquarell). M.sührte auch die Nadir-nadel mit feinem Verständniß. U Löffler. L> Regnet.
Michclsen, Andreas Ludwig Jacob, her-vorragender Germanist, geb. 31. Mai 1801 zu Sa-trup in Sundewitt (Schleswig), stndirte seit 1819inKiel, Göttingen, Berlin ».Heidelberg die Rechts-wissenschaften, bereiste dann Deutschland und 1825die Schweiz, Frankreich, Holland und Dänemark,privatisirte darauf in Kopenhagen, wurde 1829 Pro-fessor der Staatsgeschichte n. des Staats- u. Völker-rechts in Kiel. Mi. war hier einer der Stifter derSchleswig-holstein-lauenburgischen Gesellschaft fürvaterländische Geschichte u. hauptsächlicher Verthei.diger der deutschen Nationalität u. des urkundlichenRechts der Herzogthümer, 1842 wurde er Professorin Jena, 1843 auch Mitglied der Juristenfacnltät u.des Schöppenstuhls u. 1854 des Oberappellations-gerichts. Bei Erhebmkg der Herzogthümer Schles-wig-Holstein 1848 wurde er von der provisorischenRegierung in Rendsburg in außerordentlicher Mis-sion nach Berlin gesendet, nach seiner Rückkehr aberzum Mitglied der Deutschen Nationalversammlungnach Frankfurt gewählt, wo er zum rechten Centrinngehörte. Ende 1862 wurde er als erster Vorstandan das Germanische Museum nach Nürnberg beru-fen, legte aber die Stelle 1865 nieder, um in Kieln. später inSchleswigseinenAusenthalt zu nehmen.
Michigan.
Er schr.: Geschichte von NFriesland im Mittelalter,Schlesw. 1828; Über die Sylter Landschastsverfas-snng, Kiel 183l; Urknndenbuch zur Geschichte desLandes Dithmarschen, Altona 1834; Über die ersteholsteinische Landestheilung, ebd. 1838; Über dieSchleswig-Holsteinischen Landestheilungen unterdem Oldenburgischen Hause, ebd. 1839; Der ehe-malige Oberhos zu Lübeck und seine Rechtssprüche,Altona 1839; Sammlung altdithmarschcr Rechts-quellen, Altona 1842; Über die Genesis der Jury,Lpz. 1847; Über die Nathsverfassung von Erfurtim Mittelalter, Jena 1855; Die (deutsche)Hausmarke,ebd. 1853; Ürkundlicher Ansgang der GrafschaftOrlamünda, ebb. 1856; Die ältesten WappenschildederLandgrasenvon Thüringen, ebd. 1857; Die Laud-grasschaft Thüringen, ebd. 1860; Zur Geschichte der ^Landfrieden in Deutschland, Nürnberg 1863; gab iheraus: Archiv kür Staats-u. Kirchengeschichte'der §Herzogthümer Schleswig, Holstein, Lauenburg nnd !der angrenzenden Länder und Städte, Altona 1833 !bis 1843; Rechtsdenkinale aus Thüringen, Jena1852 ff.; 6oäsx ll'ImrmAms äiplomatious, ebd.1854 ff. Seit 1873 gibt er in Kiel aus den hinter-lassenen Handschriften H. N. A. Jenseits dessen
Sihlesw..Holsteinische Kirchengeschichte heraus. Lagai.
Michelstadt, Stadt im Kreise Erbach der groß-herzoglich Hess. Prov. Starkenbnrg, an der Müm-ling, Station der Hess. Ludwigsbahn; schöne gothischePsarrkirche mit sehenswerthen Grabdenkmälern undeiner Bibliothek, Realschule, Ackerbauschule, Kalt-wasserheilanstalt , Baumwollen- und Tuchfabriken,Eisenhammer, Eisengießerei, Maschinenfabrikation,Holz-n. Elfenbeinschnitzerei, FabrikationvonStreich-hölzchen; 1875: 3l62Ew.— M.,das bereits 741 ge-nannt wird, gehörte später dem Kloster Lorch undkam nach Aufhebung desselben in den Besitz derGrafen von Erbach. H. Berns.
Michigan, 1) (M. See, Lake M.), einer dersünf großen Canadischen Seen, wird im N. und O.vom Staat M., im S. von Indiana, im W. vonIllinois u. Wisconsin eingeschlvssen u. hängt durchdie Straße von Mackinaw mit dem Huron-See zu-sammen. Seine Länge beträgt 550 üm, seine größteBreite 150 üm; sein Flächenraum 59,000 Hjüm(1070 (UM), seine größte Tiefe 190 in; Höhe ü.d. Meeresspiegel 181 m: empfängt zahlreiche Zu-flüsse, von denen der bedeutendste der Grand River;ist außerordentlich klar u. fischreichi Die Ostkllste istflach n. sandig, die Westküste hoch, namentlich gegenN. ein malerisches Gebirgsland. Im NW. bildet erdie Green-Bai, sonst ist der M.-See arm an Buch-ten u. Häsen, ebenso anJnseln. 2) Einer der nord-amerikan. Ünionsstaaten, besteht aus zwei Halb-inseln, von denen die größere südliche im S. andie Staaten Indiana u. Ohio, im O. an den Erie-See, Canada und den Hnron-See, im N. an dieMackinaw-Straße und im W. an den M.-Sec: die ,kleinere nördliche im SW. u.S.an den StaatWis- 'consin, im SO. u. O. an den M.-See u. den Hu-ron-See, im N.an den ObernSee grenzt; Flächen-raum 146,220 sUkin (2655,2 HW) mit (1870)1,184,059 Ew. (1860 erst 749,100). Die südlicheHalbinsel ist ohne Gebirge, zum Theil wellenförmig,steigt nirgends bis über 100 m (ü. d. M.-See),wird von vielen kleineren Flüssen und Bächen be-wässert u. zeichnet sich durch Fruchtbarkeit aus; die