Fleischimport und Auomnilderuug. 515
Sendungen zur Beförderung der australischen Fleisch-produktion, der Hammel, die zu 25000 Stück in einemeinzigen Fahrzeug zum Gefrieren gebracht werden undhier in einem nicht sehr vollkommenen Geschmack an-kommen, — die Herren werden ja am vergangenen Frei-tag in der Lage gewesen sein, darüber zu urteilen, —ich glaube also nicht, daß dazu gerade die postalischenSendungen benutzt werden würden; das ist mir sehr un-wahrscheinlich. Was von Australien und Amerika anFleisch hierher gebracht werden kann, das bekommen wirohnehin; das hängt hiermit nicht zusammen. Ich glaubeauch nicht, daß dadurch die Auswanderung befördert wird;die Auswanderer haben ja so viel und so reichliche Ge-legenheit, daß die stabilen Postdampfer sie nicht mehrals bisher zur Auswanderung verleiten würden. Ichbin kein Freund der Auswanderung im allgemeinen, undnamentlich nicht der krankhaften Beförderung der Aus-wanderung, die wir in den ersten Jahren des DeutschenReichs gehabt haben — unter meiner Unterschrift, gebeich ja zu; ich habe aber damals dieser Sache meineAufmerksamkeit nicht zugewendet. Ich kämpfe gegen dieBeförderung der Auswanderung; ein Deutscher, der seinVaterland abstreift, wie einen alten Rock, ist für michkein Deutscher mehr; ich habe kein landsmannschastlichesInteresse mehr für ihn, und wenn die Beförderung derKorrespondenz und des Verkehrs und unseres Exportseine Beförderung der Auswanderung sein würde, sowürde dies ein Grund dagegen sein; aber - ich habegerade das Wort Export gebraucht - der Export istein Mittel, die Auswanderung zu hindern. Es ist eineauffällige Thatsache, daß gerade die bevölkerten Land-striche Deutschlands, die wir die industriellen nennen