Angriffe Richters.
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gethan? Er hat es verweigert, das Fell des Bären zu verteilen,der noch nicht geschossen ist. Wir hier sind noch schlimmer, wirverweigern es sogar, den Bären zn schießen — warum lösen Sieuns nicht auf? Der Herr Reichskanzler hat gesagt, wenn derLandtag wieder ablehnt, wird er aufgelöst, und dann wird er noch-mals aufgelöst. Ist das die richtige Methode? Es gibt eine Methodeder Auflösung, welche sich nur der Form nach vom Staatsstreichunterscheidet. Wenn man unbekümmert vom Wahlergebnis einensolchen Gebrauch von der Auflösungsbefugnis macht, so ist das vonder Vergewaltigung der Nation nicht mehr allzufern. Der HerrReichskanzler leugnete gestern die Redeweise: Macht geht vor Recht,ab, aber eine Volksvertretung so lange aufzulösen, bis sie zu Kreuzekriecht, das ist die Bahn der Vergewaltigung der Nation, abernicht die Bahn und der Maßstab der Achtung, die jede Volksver-tretung verlangen kann. Monarchen haben von der Volksvertretungnie so gesprochen, wie der Minister, der erste Beamte, der nichtüber der Volksvertretung steht, sondern ihr verantwortlich ist. Hütenwir uns vor einer dilatorischen Behandlung dieser Frage, sonst sindwir für einen Konflikt verantwortlich. Der Herr Reichskanzlerschloß gestern mit einer Aufforderung zur Einigkeit: nun, wären wirdem Herrn Reichskanzler gegenüber immer so einig gewesen, wiebeim Tabaksmonopol, so stände manches besser. Wir sind ihmgegenüber nur allzusehr einig, das ist in seinen Augen der Fehler— nur mit ihm sind wir nicht einig. Er spricht von Fraktionen,er sagt, der richtige Zustand wäre es, wenn jeder mit seiner poli-tischen Kraft, im Gefühl seines politischen Kapitals der Allgemein-heit gegenübertrttte. Es war nicht immer so, die Fraktionen warenin den Augen des Herrn Reichskanzlers nicht immer so schlimm.Zn einer Rede vom ö. Oktober 1878, bei Gelegenheit des Sozia-listengesetzes, beklagte er sich über das Umgekehrte, da wollte erkeine Fraktionslosigkeit, fürchtete weder die Herrschsucht, noch dieMajorität, noch den Marasmus der Fraktionen — sie waren ebenfür ihn. Damals forderte er, die drei großen Fraktionen solltensich wie drei Kompanien aneinander schließen, das verlangte er imInteresse des Landes (vgl. die Rede Band IX S. 207 ff.). Da-mals wollte er einen „Ring" der Fraktionen, einen Ring für sich;jetzt, wo sich in der Frage des Tabakmonopols der Ring gegen ihnschließt, da ist es ein Ring wie derjenige der Berliner Stadtver-