62 Die Reichstagssession von 1882—83.
ob Sie das Geld, das gebraucht wird, auf diesemWege aufbriugen oder auf einem andern Wege — IhreBerechtigung zur Ablehnung in Zweifel zu ziehen, wirdniemand einfallen —, so verstehe ich nicht, warum derzornige Eifer über diese reine Utilitätsfrage überhauptentstanden ist. Ich kann ihn nur auf demselben Gebietesuchen, auf dem ich die Ursachen der Abneigung suche,diese Fragen überhaupt zu diskutieren. Ich habe denEindruck von dem Verhalten des preußischen Landtagesund der da führenden und herrschenden Parteien undvon dem Verhalten des Reichstags dem jetzigen Monopol-gesetze gegenüber, daß die Gegner der Regierung dieDiskussion scheuen; sie suchen sie zu verhüten und, so-weit das nicht gelingt, die Sache so rasch und flüchtigwie möglich abzumachen, ohne gründliche Prüfung derFragen für und wider. Das ist ein sehr brillantesZeugnis für die Richtigkeit der Vorlage. Sie scheuendie gründlichste Diskussion derselben, wir aber nicht; undwenn Sie uns durch eine ganz bestimmte Weigerungnötigen, sie einstweilen vom Brette abzuschieben, so werdenSie die Verantwortlichkeit dafür tragen vor dem Volke.Wir lehnen die Last dieser Verantwortung von jetzt anab, wir bedauern, daß Sie sich so bestimmt dagegenerklären; aber in der Thatsache, daß Sie die Diskussionscheuen, finde ich zugleich die Begründung der Ueber-zeugung, daß der Gedanke sich schließlich doch durchschlagenwird, wie Goethe von dem braven Reiter und dem gutenRegen sagt: er findet seinen Weg überall. Ein Ministerkann ja heute bei der hochgradigen Wahltechnik nieder-gelogen werden, aber ein Gedanke, der richtig ist,kann auf die Dauer nicht niedergelogen werden, undwäre er unrichtig, so mag er meinethalben in die Brüche