226 Sie 9teidj3tag§j'effton non 1881—82.
nodj auf ein SRinifterium, ba§ ber Äönig ernennen fann,etwa, roie id) früher einen Quftitiar ernennen fonnte unbttodj unter Umflänben einen Pfarrer ernennen fann —ift er aber einmal ernannt, fo ftefft er mir gegenüberunabfeßbar, unb unabfe|bar ift ein SDtiuifter, menn ereine fiarfe SRajorität in einer Kammer ober gar in beibenKammern ober im 9teidi§tage f)at unb biefe 3Jiajoritatbefriebigt mit Stedten unb Äon jefftonen, bie er bemÄönig abgeroinnt. ©in foldfjer 9Jfinifter fann fid) bemÄönig gegenüber genau in ber Sage befinbeit, roie einPfarrer, ben id) oociert habe, unb ber mir, nacjjbem id)iijn oociert habe, ba§ Seben fo fauer macht roie möglich-®ie ißerfaffung fagt:
$ie Uebereinftimmung beS Äönigä unb beiberKammern ift ju jebetn ©efeße erforberlid). ©entÄönige foroie jeber Äatnmer fteht ba§ 9tec£)t ju,©efetse oorjufdjlageit. ©efeße, bie com Äönigeinmai oerroorfeit roorben finb, fönnen . . . nichtroieber eingebracht roerben.
©er üOtinifter ift alfo ein in ber ißerfaffung faum ge=nannter Sücfenbüffer; ob ba? nun in bie fonftitutioneHe©tjeorie paßt ober nicht, ift mir ootlftänbig gteic^giltig,e3 ftet)t ba§ in ber preußifdjen SJerfaffung, unb id) fennefein anbre§ ©runbgefel), ttad) bem in ißreußen ju regierenunb ju leben ift; ©e. ÜDtajeftät ber Äönig oon ißreußenhat aber ben ©inbrucf gehabt, baß biefe ©eine jioeifel=lofen oerfaffung§tnäßigeu Söeredjtigungen einigermaßenoerfannt ju roerben aufingen, namentlid) and) au§ benlebten ©iäfuffioneu ßier, unb ©r fjat ba§ SebürfniSgeljabt, ba§ geltenbe SßerfaffungSrec^t fo, roie mir alleeä befdjrooreu ^abett, and; ber Äönig, neu in ©rinnerungju bringen in feiner ganjen nüchternen SRadtßeit, frei