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Rcibcnartigc Vögel — Rabenschlncht.
deliers z» Fontenay-le-Comte in Poitou, wo er aber1523, wegen seiner Liebe zu den Wissenschaften vonseinen Ordensbrüdern angcfeindct, u. durch Freundeaus dem Klostergefäugniß gerettet wurde, worauf ervon Clemens VII, die Erlanbniß erhielt, in die Venc-Lictinerabtci zn Maillczais eiuzntrcten. Er entflohwieder, reiste als weltl. Priestern. Arzt umher n. fandAufnahme bei dem Bischof Geoffroy d'Estissac, einemFreigeist, der in seinem Schlosse Ligngc (wahrschein-lich R-s Vorbild der Abtei Thclöme) Männer wieMarot, Hngnes, Salel, Bonaventnre Desperriersu. Calvin um sich versammelte. Später findet manihn als Student in Paris u. in Montpellier, wo er1530 Baccalaurcus wurde. 1532—34 war er Ho-spitalarztin Lyon n. gab mit Etienne Dolet einige alteSchriftsteller heraus. 1535 reiste er nach Rom mitdem Cardinal Jean du Bcllay, der ihm die Ver-zeihung des Papstes u. eine Pfründe in der AbteiSaint-Maur des Fosses verschaffte. 1537 wurde erDoctor der Medicin. Nach dem Tode Franz I. we-gen seines Gargantua verfolgt, kam er später beiHeinrich II. in Gunst und erhielt 1551 die PfarreMeudon. Er soll 1553 in Paris gestorben sein. R.war ein überaus gründlicher u. vielseitiger Kennerder alten u. neueren Sprachen u. Literaturen, derJurisprudenz u. Medicin, u. der geistreichste, origi-nellste, tiefsinnigste Satiriker Frankreichs, der die Re-ligion und die politischen Institutionen seines Zeit-alters in seinem phantastischen, witzsprudelnden, aberauch unflätigen Oarganiiur st kauta§rnol, 1532bis 1564, verspottete u. vortreffliche Gedanken überErziehung, Literatur, Philosophie ic. ausstellte. SeinRoman, der sehr viele sachliche u. sprachliche Schwie-rigkeiten bietet, ist oft heransgegeben u. commentirtworden: die Läitio variorurn, von Esmaugart undJohanncau, Par. 1823—26; P. Lacroix, ebd. 1840u. ö.; eine kritische Ausgabe von Burgand des MareAu. Rathery, 1857—58. Vgl. Brnnet, Roclroreliesbiblio^raiüriguss et eritiguss snr Iss süitioiis uri-Aiiurles äes livrea ckn romau satirigusäs II., 1852,deutsche Übers, von Regis, Lpz. 1832—41. Dolche«.
Nabenartige Bügel, s. Krähen.
Rabenau, Stadt in der königl. sächs. Kreis- u.Anitshauptmannschaft Dresden, unweit der RothenWeißeritz im Rabenauer Grunde; Burgruine, Ver-fertigung von Holzwaaren (Stuhlgestellen), Holzstoff-fabrikation; 1875: 1784 Ew.
Nabcner, Gottlieb Wilhelm, deutscher Sa-1iriker,geb.l7.Sept.17l4 zuWachau, einem Ritter-gute unweit Leipzigs, Sohn eines Anwalts, besuchte1728—1734 die Fürstenschule zu Meißen, studirte1734 ff. in Leipzig Jurisprudenz und Cameralia,wurde 1741 zum Stenerrevisordes Leipziger Kreisesernannt. Er lieferte 1741—44 satirische Aufsätze indie von Schwabe in Leipzig redigirten Belustigungendes Verstandes u. Witzes, hierauf in die BremischenBeiträge (Sammlung satir. Schriften, Lpz. 1751 ff.,1. u. 2. Thl.); 1751 schrieb er: Satirische Briefe(Sammlung satirischer Schriften, 3. Thl.). 1753wurde er in das Obersteuercollegium zu Dresdenals erster Steuersecretär berufen. 1755 gab er den4. Theil seiner satirischen Schriften heraus. Bei derBelagerung Dresdens, 1760, wurde sein Haus mitallen seinen Habseligkeiten, auch mit seinen Mann-scripten, ein Raub der Flammen. R. wurde 1763Sleuerrath. Er starb in Dresden 22. März 1771.
Sämmtliche Schriften, Lpz. 1771, 6Bde.; n. A. vonOrtlepp,<Ltuttg.1840; FrenndschaftlicheBriefenebstR-s Biographie von C. F. Weiße, Lpz. 1772. G- Z.
RlibcN'Gebirgc, ein Theil des Überschaar-Ge-birges in Schlesien, zwischen Schönberg u. Liebau,mit dem Rabenstein und Spitzbcrg (876 in).
Nabcnhorst, 1) Bernhard von, sächs. Gene-ral- u. Kriegsminister, geb. 28. Mai 1801 in Leip-zig, besuchte seit 1818 die Militärakademie in Dres-den und trat 1823 als Unteroffizier in die sächsischeArtillerie; er wurde bei derselben 1832 Oberlieute-nant, war als solcher längere Zeit Adjutant u. wurde1840 Hanptmaiin, 1846 Major und Militärbevoll-mächtigter bei der Bnndesversammlnng in Frankfurtn. 1848 beim Rcichslriezsministerinm von sächsischerSeite angestellt, Ende 1848 zum Oberstlicutenant u.königl. Flügeladjulanten, dann znm Commandantender reitenden Artillerie unter Belastung in seinerStellung beim Ncichskricgsministeriuni befördert u.8. März 1849 Oberst II. Kriegsminister. Als solcherhatte er durch seine Energie n. sein Zusammenwirkenmit dem Minister von Brust den wesentlichsten An-thcil au der Dämpfung der Revolution in Dresdenim Mai 1848, wurde noch in demselben Monat zumGeneralmajor u. 11. Dec. 1850 znm Generallieute-nant befördert u. 3. Mai 1856 mit dem Erbadel be-lohnt. Er formirte geradezu das sächsische Heer neu,erwarb sich die höchsten Verdienste, trat aber 1. Dec.1866 außer Dienst. Im Nov. 1872 wurde er Ge-neral der Infanterie u. st. in Hofloesnitz 14. April1873. 2 ) Ludwig, Botaniker, geb. l806zuTrenen-brictzcn, früher Apotheker in Luckan, dann Privat-gelehrter in Dresden, jetzt in Meißen, bereiste Ita-lien n. Dalmatien u. beschäftigte sich vorzüglich mitUntersuchung der Kryptogamen; gab heraus; I'IoraImsatiea, Leipz. 1840, 2 Bde.; Populäre praktischeBotanik, cbend. 1843; Deutschlands Kryptogamen,ebd. 1845 s., 2 Bde.; Die Bacillaricn Sachsens,1850 f., u. mehrere andere Werte über Kryptoga-men. Auch zurVerbreiiung praktischer Kryptogamen»kenntniß durch Tausch getrockneter und sorgfältig be-stimmter Kryptogamen erwarb er sich anerkennens-werthe Verdienste. i) Kl-mschmidt. 2 s r.
Rabenkrähe, s. Krähen.
Nabenschlacht, Heldengedicht, znm Kreise dergolhischcnDietrichsfage gehörig, ansdem 13.Jahrh.,vielleichtvonHeinrich demVogeler, indem maucinenFahrenden aus Österreich od. Steier vermnthen Lars,jetzt nur aus einer Umarbeitung aus dem H.Jahrh.in 1140 6zciligen Stanzen übrig. Inhalt: Dietrichsvon Bern (Verona) große, 11 Tage währende sieg-reiche Schlacht gegen Ermenrich vor Ravenna. Eineschöne, nach älterer Vorlage selbständig bearbeiteteEpisode ist in die Erzählung von der Schlacht ver-webt: Dietrich hat die Söhne Etzels und Hclches,Ort u. Scharf mit sich nach Bern genommen u. sichverpflichtet, sie ihren Eltern unversehrt wieder zubringen, und sie daher nebst seinem jungen BruderDiether unter Obhut Jlsans in Bern zurllckgelassen.Unvorsichtig reiten sic vor die Stadt, verirren sich,begegnen dem starken Witege u. werden von ihm er-schlagen. Dietrich erfährt nach der Schlacht diesesschreckliche Ereigniß, verfolgt den Witege zu Roß, ver-mag ihn aber nicht zu erreichen, da ihn die Meer-minne Wachilt in Len Grund der See mit sich hin-abzieht. Dietrich erhält von Etzel Vergebung. Aus-