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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
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Raab Raasay.

für Damen, eine katholische u. eine israelitische Nor-malschule, 2 Seminaricn, Waisenhaus, Ölfabrik, be-rühmter Pferdehanbel, städtisches Actientheater. R.ilt einer der bedeutendsten Handelsplätze Ungarns;20,000 Ew. (l.1868). Vergnügungsorte: '/-Stundedavon das sog. Bründl und in der Wiener Vorstadtder Wenzelgarten. Als zu R. gehörig muß noch be-nannt werden: Revfaln u. Patahaz, welche an derDonau liegen, u. das DorsSzabadhegy. R. entstandaus dem röm. Municipium Arrabona in Pannonien,hieß im MittelalterRapau.dannJaurim. Hier 1045Schlacht zwischen Kaiser Heinrich III., welcher denvertriebenen König Peter zurücksührte, u. den Un-garn; 25. März 1598 Überfall des von den Türken1594 eroberten R. durch Palsfy u. Schwarzenberg;1706 Sieg der Österreicher unter Palsfy über dieungarischen Insurgenten; 14. Juni 1809 Sieg derFranzosen unterdem Vicckönig Eugen über die Öster-reicher unterdem Erzherzog Johann; die Festung R.capitulirte nach der Schlacht 22. Juni u. wurde vonLen Franzosen geschleift. In der Revolution befe-stigten die Magyaren R. sehr, doch wurde die Stadt

28. Juni 1849 von den Österreichern erstürmt. 3)

255 km langer, rechter Nebenfluß der Donau, ent-springt in Steiermark bei Fladnitz in den Fischba-cher od. Raabthaler Alpen, tritt oberhalb St. Gott-hard in Ungarn ei» n. theilt sich unterhalb Könnend,wo sie schiffbar wird , in zwei Arme, von denen dergrößere bei der Stadt R. in die sog. Kleine Donaumündet, während der kleinere sich milder Rabnitzvereinigt. Ihre Zuflüsse sind: Feistritz, Lafnitz, Pinta,Grins, Rabnitz u. Marczal. U s) H. Berns.

Raub, 1) Johann Leonhard, ausgezeichneterKupferstecher, geb. zu Schwaningen bei Ansbach

29. März 1825, besuchte die Zeichnenabtheilnng derpolytechnischen Schule in Nürnberg, arbeitete schonfrühzeitig für die bekannte Knnstanstalt von KarlMeyer u. ward dann Schüler der Kunstschule unterdem Direktor Kupferstecher Reindl. Noch nicht 20Jahre alt ging er an die Akademie zu München überu. war dann 20 Jahre lang in Nürnberg thätig biser 1868 als Professor an die Münchener Akademiegerufen ward. R. zählt zu den ersten Meistern imFarbenstich und lieferte an größeren Platten: DieNovize nach Petzl; Der Sturm nach Jakob Becker;Noch keine Rettung nach demselben; Die Weinprobeu. Der Morgenknß nach Fliegen; Luther verbrenntdie Bannbulle n. Anher heftet die Thesen an nachLessing; Fünf Blätter der Kanlbachschen Goelhega-lerie; Das Verhör beim Schullehrer nach BannersDie Erklärung nach Ramberg; Die Verlassene »ach:Kindler; Die Schusterjungen nach Knaus; die Bild- ^nisse beider Humboldts, des Prinz Gemahls Alben,(zweimal), Kanlbachs im 50. Jahre. Sein Haupt-werk ist der 1875 vollendete Stich nach Rafaels:Madonna di Tempi :c. 2j Seine Tochter u. Schn-,lerin Doris stk., geb. in'Nürnberg 1851, stach meh-rere Platten nach alten Meistern, dann Maria Stu-art empfängtdasTodesnrthcil nach Pilotyrc. Negnet.

Rande, 1) Wilhelm, 'Romanschriftsteller, be-kannt unter dem Pseudonym Jak. Eorvinns, geb.8. sept. 1831 zu Eschershausen im Braunschweigi-schen, wurde erst Buchhändler in Magdeburg, stn-dirre aber seit 1855 philosophische Wissenschaften inBerlin, wo auch seine Idylle: die Chronik der Sper-lingsgasse, Bcrl. 1857,4. A. Sruttg. 1870, mit der j

er sehr glücklich als Schriftsteller debutirte, entstand.Fleißiger Milarbeiter der Roman-Zeitung, von ÜberLand n. Meer u. den Westermannschen Monatshef-ten, entwickelte R., der nach mehrjährigem Aufent-halt in Wolsenbüttel, 1862 nach Stuttgart und vonda 1870 nach Braunschweig übersiedelte, eine rege,doch die Sorgfalt der Ausführung nicht hemmendeThätigkeit u. schr. außer den bekanntesten und fürihn charakteristischsten Romanen: Der Hungerpastor,Berl. 1864, 2.A. 1870, 3Bde. u.derSchüdderump,Brannschw. 1870, 3 Bde., die Erzählungen: EinFrühling, Brannschw. 1857, 2. A. Berl. 1871;Die Kinder von Finkenrodc.Berl. 1859, 2. A. 1870;die Erzählungen, Skizzen und Reime: Halb Mähr,halb mehr, ebd. 1859 mit dem reizenden CapriccioWeihnachtsgeister,dieGeschichtein i2Briesen: Nachdem großen Kriege, ebend. 1861; Blätter aus demBilderbuche des l O.Jahrh.: Der heilige Born, Prag>861, 2 Bde., die Erzählung: Nnsers HerrgottsKanzlei, Brannschw. 1862, 2 Bde.; die Skizzen u.Novellen: Verworrenes Leben, Glogan 1862; dieRomane: Die Leute aus dem Walde, Brannschw.1863, 3 Bde.; Abu Telfan od. Heimkehr vom Mond-gebirge, Slnttg. 1867, 2. Ä. 1870, 3 Bde.; vierErzählungen: Freie Stimmen, Berlin 1865; DreiFedern, ebd. 1865; sieben Erzählungen: Der Re-genbogen, Stnttg. 1869,2. A. 1871,2 Bde.; Dräum-ling, Erzhl. Berl. 1872; vier Erzhlgn. Deut. Mond-schein, Stnttg. 1873,2. A. 1875; eine internationaleLiebesgesch.: Christoph Pcchlin, Lpz. 1873, 2 Bde.;Meister Anton od. Geschichten v. versunkenen Gar-ten, ebd. 1874 und die Humorist. Novelle Horacker,Berl. 1876. N. gehört zu Len geistig bedeutendenRomanschriststellern, er ergreift das Gemiilh seinerLeser und zeigt sich in seinen Charakteren als seinerPsychologen treuer schilderet,'. Sein Humor ist frischu. lebendig, aber doch auch manchmal etwas sorcirt;bei kräftigem Realismus besitzt R. viele Phan-tasie. Durchgcarbeitel wie der geistige Inhalt seinerWerke, ist sein Stil. 2) Hedwig, bedeutendeSchauspielerin, geb. 3. Dec. 1844 zu Magdeburg;betrat hier schon im 4. Jahre die Bühne u. entzücktedamals bes. als Cilli im Donauweibchcn durch na-türliches Spiel und correcten Liedervorlrag. 1858zog sie ihr Onkel, der Komiker Wilke, ans HamburgerThaliatheater und 1860 Wallner, der sie in Stettingesehen hatte, an seine Bühne in Berlin. Hier be-gründete sie ihren Ruf, wandte sich aber 1862 nachMainz, von da 1863 nach Prag und enzagirte sich18641868 am Hoftheatcr zu Petersburg, wo siesich zu ihrer nachmaligen Bedeutung anfschwang.Von zahlreichen Gastspielen, die sie unternahm, wa-ren bes. die am Leipziger Stadt- und Berliner Hos-thcater Beifall gekrönt, wurden aber noch übertroffendurch das 1877/78 Gastspiel am Berl. Residenzthea-ter. Bezeichnete man früher den Knnstcharakter derR. als poetische Verklärung des Backfischthums, sohat sie später gezeigt, daß ihr Talent auch die höchsteTragik darznstellen vermag. Reale Vollendung u.ideale Verklärung sind die Merkmale ihres Spiels.Im März 1871 ehelichte sie den Sänger Ni cmann(s. d.) n. führt seitdem den Namen N.-R. Kürschner.

Raasay, Insel in der mittleren Gruppe der He-briden, zur schottischen Grafschaft Jnverneß gehörig,im Duncan-Hügel 457 in hoch; Stcinbrüche, Vieh-zucht, Seevögel; 388 Ew.