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Quästur —
mußten, tz-il genannt, die Anwartschaft nächstens inden Senat gewählt zu werden. Von allen Q-eu blie-ben zwei in Rom (H-ss uidanl, asrarli), wo siedem im Saturntempel ausbewahrten Staatsschatz(Asiarium) Vorständen und alle Einnahmen vonStaatsgeldern, Steuern der Bürger (Drlbutum) u.der Provinzialen (Ltixonäium) und den Ertrag derverkauften Staatsläudereien empfingen, sowie allevon demSenat ausgeschriebenen Ausgaben leisteten;zugleich besorgten sie die Accorde bei Errichtungöffentlicher Denkmäler und die Verpflegung der Ge-sandten. Die anderen begleiteten nach dem Loose dieStatthalter in die Provinzen (H-ss prsvinsialos);jederStatthalterhattecinen, nnrdcraufSicilien zweiQ-en. Sie trieben, von soribas guasstorii, Schrei-bern der Quästur, unterstützt, in der Provinz alleAbgabeneinu. bezahlten dagegen dasHeer, den Statt-halter u. dessen Gefolge. Nachdem den Q-en durchEäsar anstatt der Obcranssicht über das Ärar andereGeschäfte übertragenwaren, erhielten sie dieselbe un-ter Claudius ans kurze Zejt wieder, n. wurde ihreAmtszeit dreijährig, bis im 3. Jahrh. n. Ehr. dasÄrar dem Senat entzogen wurde n. in die Hände desKaisers kam. Die Provinzial-Q-en behielten ihrenWirkungskreis bis ins 3. Jahrh. — Anden Univer-sitäten wird Q. der Einnehmer der Collegiengeldergenannt; daher Quästur, Liese Einnahmestelle.Endlich Q-en, qussbsurs, in Frankreich drei Mitglie-der einer 5. Mai 1848 eingesetzten Commission derNationalversammlung, welche die Oberaufsicht überdas Rechnungswesen der Versammlung sühnen n.über Ordnung n. Sicherheit derselben wachten, bisdie Commission 2. Dec. 1851 von dem Präsidentender Republik, Napoleon aufgelöst wurde. 1871 beiErrichtung der Republik wurde Lies Amt der guss-teurs wieder hergestcllt. Eichhoff.'
Quästur (v. Lat.), s. u. tzuästor.
Quatember (v. Lat., zusammengezogcn ans(juatuor bsmpora, vier Zeiten), so v. w. Quartal,Vierteljahr; die in der Kathol. Kirche vierteljährlichgebotenen 3 Fasttage.
Quathlambagebirge, so v. w. Drakcnbcrge.
Quatrain (v. Fr.), Strophe oder Gedichtchenvon vier Zeilen. S. Sonett.
Quatrebras, Weiler zum Dorfe Baisy gehörig,im Arr. Nivelles der belg. Prov. Brabant, an derKreuzung der Landstraßen von Brüssel nach Charle-roi und von Namur nach Nivelles. Hier 16. Juni1815 Schlacht zwischen Leu Alliirten u. den Fran-zosen unter Ney, in dcr Herzog Friedrich Wilhelm von-yrauuschweig fiel. Denkmal ans dem Schlachtfeld,'.
Quatrrfages de Brcau, Jean Louis Ar-mand de, 'Naturforscher, geb.'10. Febr. 1810 zuBerthezeune, wurde 1838 für kurze Zeit Professorder Zoologie in Toulouse, machte dann wissenschaft-liche Reisen, wurde 1850 Professor in Paris, 1855am illusss äs bist. nat. Während seine Untersuch-ungen über die niederen Thierformen sehr werthvollsind, hat er sich bei seinen anthropologischen Forsch-ungen, namentlich wenn Politik ins Spiel kam,große Schnitzer zu Schulden kommen lassen. Unterseinen vielen Schriften sind bes. nennenswerth: kls-eioulturo, Par. 1854; Iluibö äs l'sspsss bumains,ebd. 1861; iUiz-sloloAlssomparss, ebd. 1862; llist.nab. äes anuslss, 2 Vde., ebd. 1866; Orania sbbuiea,ebd. 1875. r.
Quatremöre.
Quatremere, 1) Antoine Chrysostome Q.de Quincy, berühmter Archäologe, zeb. 21. Oct.1755 in Paris, studirte anfangs Jura, dann aberArchäologie in Italien, vertheidigte 1791 und 1792als Abgeordneter von Paris in der GesetzgebendenVersammlung mnthig die constitutionelle Monarchieu. wurde 13 Monate gefangen gehalten, bis ihn der9. Thermidor rettete. Jetzt schloß er sich den Roya-listen an, betheiligle sich an dem Aufstand vom 13.Vendemiaire u. mußte sich bis Juli 1796 verborgenhalten. 1797 wurde er Mitglied des Raths derFünfhundert u. entging, 18. Fructidor geächtet, mitNoth der Deportation nach Cayenne. Nach dem 18.Brumaire zurllckbernfen, wurde er 1800 Mitgliedund Seccctär des Generalralhs des SeineLeparte-ments und 1804 Mitglied des Instituts. Von denBourbonshochgeachlet, wurde er 1814 Censor, 1815Intendant der Künste u. Monumente, 1816 bestän-diger Secretär der Akademie der schönen Künste (bis1839), 1818 Professor der Archäologie. Er starb 8.Dec. 1849 in Paris. Sem Hauptwerk ist: Ns äu-plbor olz'mpisn on l'art äo In ssulpturo antigus,Par. 1814. Ferner sehr, er: Oonsläörabions moraisssiir la älstmotlou äos ouvrax-os äo l'arb, 1815;ltlssai snr la naburs, 1s but st los mo/ons äs I'iml-tationäanslssboaux-arbs, 1823; lüssai surlääsal,1837; Oiotionuairs äs l'arebitsoburo, 1786 ff;Llonumsnbs et ouvra^ss ä'art autiguo, 1829; Ili-stoirs äs la vis st äos ouvraAos äo Uapbasl,ebend. 1824; Viss äos plus eölobros arebitootss,ebd. 1830, 3 Bde.; Oanova st ses ouvra^ss, ebd.1834. Viele Lio^os von Architekten n. a. Künstlern;Abhandlungen in den blömoiros äsl'A.oaäömis äosInsorlptions rc. Vcrgl. Gnigniaut, isioties snr H.,1866. 3) Denys Beruard Q. Disjonval,Bruder des Vor., 'Naturforscher, geb. 4. Äug. 1754in Paris, studirte Naturwisseuschafien, legte eineSeidenspinnerei an, ging1786daraufnach Spanien,diente 1789 unter den holländischen Patrioten, wurdevon der OranischenPartei gefangen und beobachtetewährend dieser Gefangenschaft vorzüglich die Spin-nen als Wetterpropheten. Ans seinem Gefängnißwußte er 1794 Pichegrn von dem nahen Froste zuunterrichten, welche Prophezeiung dieser zu den Vor-bereitungen seines Angriffs au; Holland auf demEise benutzte. Q. kehrte 1796 nach Frankreich zu-rück und war auch ferner als Wetterprophet thätig.Später wurde er 'Napoleon verdächtig u. verbannt;nach der Restauration lebte er in Marseille, daun inBordeaux n. st. 1830 daselbst. Er schr.: Lramsusblmlgus äsl'iuäixo, Par. 1777; vöoouvsrtg äosssls triplös, ebd. 1784; ^ransolsAio, ebend. 1797,u. a. m.; über Spinnen, auch einen Spinnenkalcn-der,Haag1795—99. 3) Eticnne Marc, Orien-talist, geb. 12. Juli 1782 in Paris, wurde 1809Professor der Griechischen Literatur an der Facultätin Nonen, 1819 Professor der Orientalischen Spra-chen am OollsAs äs l?ranss in Paris u. starb da-selbst 18. Sept. 1857. Er schr.: lkosborobos sur lalanAus et la llt. äs l'L§/pto, Par. 1808; Nom.Aso^r. ob bist. sur l'LA/pto, ebd. 1811, 2 Bde.;Obs. sur guolguos poiuts äs la AvsAr. äs l'L^pts,ebend. 1812; gab heraus Raschid ed dins Geschichteder Mongolen, ebend. 1837 (1. Bd. der Oollsotisuorisntals); Obrsstamatbis sn turo orisntal. Par.1841; Hbu Chalduns Geschichtliche Prolegoui^na.