Quartal — Quartodecimaner. 805
Da die I-sx k'aloiäia ein Bestandtheil des öffentlichenRechts war, indem in derselben zunächst u. haupt-sächlich Bestimmungen über eine Erbschaftssteuerenthalten waren, konnte selbstverständlich durch Pri-vatdisposition, also durch eine Beifügung des Erb-lassers nichts geändert u. durste der Abzug der tz.i?.vom Erblasser nicht verboten werden. Als aberJustinian die Erbschaftssteuer wieder aushob, siel derGrund der Unwirksamkeit eines Verbotes des Ab-zugs der ist. ebenfalls hinweg und es konnte inder That seither derErblasser ein solches Verbot mitRechtswirksamkeit verfügen. Damit war nun frei-lich dem ganzen Institute die Spitze abgebrochen.Glcichwol behielten das Römische Recht u. Las Ka-nonische dieselbe bei, aber im Franz. Recht, sowieim Prenß. Landrecht u. dem Sächs.Gesetzbuch wurdedie tz. I?. aufgehoben. Daß das in der BearbeitungbegriffcneBürgerlicheGcsctzbuchdcsDemschenNeichs,uf das Institut wieder zurückgreifen würde, ist kaum<i erwarte». Lezold.»
Quartal (v. Lat.), der vierte Theil eines Jahres,ahne feste Bestimmung des Anfangs, gewöhnlichnach den vier Festen, Ostern, Johannis, Michaelisu. Weihnachten, od. mit dem 1. Januar, 1. April,1. Juli u. 1. October beginnend.
yuaetalitor, vierteljährlich.
Qnartan, viertägig; so (Q-fieber), viertägigesWechselfieber.
Quartärformation (Quartär, PostpliocLn,Plcistocän (Geogn.f), die auf das Tertiär folgendenBildungen, welche sich in das Altquartär od. Dilu-vium (s. d.) u. in das Jnngquartär oder Alluvium(s. d.) gliedern u. deren jüngste in der Jetztzeit vorsich gehen.
Quartarius, römisches Hohlmaß für trockeneGegenstände: 3 LFrUIri — 0„N I.
Quartation (Scheidung indie Quart), die früherallgemein u. jetzt noch bei reicheren Legirnngen an-gewendcte Scheidung des Silbers vom Golde. Manschmilzt das Gut mit so viel Silber zusammen, daßdessen Menge die dreifache (nach Pettenkofer genügtauch die doppelte) von der des Goldes ist, grannlirtu. löst das Silber mit chlorfreier Salpetersäure ineinem Platinkefsel. Das zuruckbleibende Gold wirdmit Borax und Salpeter in einem Tiegel umge-schmolzen. JungL.
yuarta leebelliamca, s. Legat, S. 130.
Quarte, Diatesseron, Intervall im Umfangevon vier Stufen, kommt rein, übermäßig undvermindert vor. Die vollkommene od. reineQ., im Verhältniß von 4:3, besteht aus zwei gan-zen Tönen u. einem großen halben Ton, z. B. a k;die übermäßige, im Verhältniß von 45 : 32, ausdrei ganzen Tönen (daher Tritonus), z. B. k Ir, n.die verminderte, im Verhältniß von 32 : 25, auseinem ganzen u. zwei großen halben Tönen, z. B.
e. Die reine Q. wurde ehemals, da sie dieUmkehrung der Quinte, consonirend gebraucht, giltaber seit der größcrenAnsbildnngder Harmonie baldals Consonanz, bald als Dissonanz (so namentlichim zweistimmigen Satze) u. erfährt den Umständengemäß eineverschiedcneBehandlnng. Auch die über-mäßige Q. fand früher als harmonisches Inter-vall zumeist consonirende Anwendung, wnrde dage-gen, wie auch die verminderte Q., melodischvermieden; jetzt bedürfen sowol die übermäßige
als die verminderte Q. der Einführung u. Auf-lösung u. werden sehr häufig zu den interessantestenmelodischen Wendungen gebraucht. Siebenrock.
Quarter, in England als Getreidemaß — 64Gallons, 290,7gg1; als Gewicht —28 Pfd., 12,rüg-.
Quarteroncn, s. u. Farbige.
Quartett (italien. Huarkotro oder (juackro), 1)jeder vierstimmige Satz, jede Bereinigung von vierStimmen oder Instrumenten. 2) Eine besondereCompositionsform für vier Singstimmen oder vierInstrumente, worin alle vier Stimmen obligat sind.Es gibt Vocal- u. J»strumental-Q-e, Frauen- undMänner-Q-e, gemischtes Q. (Sopran, Alt, Tenor,Baß); Doppel-Q., Solo-Q. (welches einem ganzenChor gegenüber tritt), Horn-, Posannen-Q., Kla-vier-Q. (Klavier mit Bioline, Viola, Violoncello,od. mit Violine, Horn, Fagott rc.) u. s. w. Das Q.,welches von zwei Geigen, der Bratsche u. dem Vio-loncello ansgefllhrt wird, besteht gewöhnlich ausdrei verschiedenen, in Sonatenform geschriebenenSätzen (Allegro, Adagio fAndantef, Rondo (Finales),zwischen die ein Menuett (Scherzo) geschoben ist.Das Q. ist ganz bes. einer reichen, verschiedenarti-gen Darstellung der gewählten Themen fähig undübcrtrifsl das Klavier durch den verschiedenen Klang-charakter der Bioline, Bratsche und des Violoncellosowol an individueller Bedeutsamkeit und Mannig-faltigkeit derTonsarben, wie duich die vollkommeneTragfähigkeit des Tones an gesaugmäßigem Vor-trag, während es gleichzeitig die größte Beweglich-keit, technische Brillanz zu entfalten vermag. Beialler Einheit des Ganzen ist die Selbständigkeit dereinzelnen Stimmen vollkommen gewahrt, u. so er-scheint die homophone u. polyphone Schreibweise zueinem besonderen Stile verschmolzen, in dem nur sel-ten eine der beiden Richtungen einseitig hervortritt.Der erste, welcher dem Q. eine feststehende Formgab, war Haydn u. wurde dasselbe von Mozartu. Beethoven, Franz Schubert, Mendels-sohn, S ch u m a n u u. A. sowol sormell erweitert, alsin seinem Jdeenkreise vertieft. Ein kleineres Q., wo-bei die einzelnen Sätze kürzer u. weniger ausgeführtsind, als beim Q., heißt (juartsttiuo. Süb-nrock.
Quartidi, nach der republikanischen Zeitrech,nung in Frankreich der vierte Tag einer Decade.
Quartier, 1) der vierte Theil eines Ganzen od.Theiles; 2) früheres Frucht- u. Flüssigkeitsmaß inmehreren norddeutschen Staaten; 8) so v. w. Stadt-viertel; 4) s. Einquartierung; 5) so v. w. Pardon,daher Q. geben.
Quarticrineister (franz. LlaröelmI äs loAis),bei den berittenen Truppen ein Unteroffizier, der dieökonomischen Geschäfte bei den Escadrons rc. zu be-sorgen hat. Früher in einigen deutschen Contingen-ten die Lerwaltungsbeamten der Truppen, mit demTitel Regiments-, Bataillons-, Stabs-Q.; sie hattenden Dienst der jetzigen Zahlmeister. Q-stab ineinigen Armeen so v. w. Generalstab.
Quarto (Q. Sant' Elena), Flecken in der ital.Prov. Cagliari aus der Insel Sardinien, am gleich».Golf; Citadelle, Salzwerke, Weinbau; 6177 Ew.
Quartodecimaner, in der alten Kirche diechristlichen Kleinasiatcn, welche gegen den Beschlußdes Concils von Nikäa 325 noch das Osterfest den14.Nisan feierten u. deshalb in Nikäa u. Antiochia341 excommunicirc wurden.