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Pythagoras.
sei, von dm Ägypticrn Geometrie, von den Phöni-kern Arithmetik, von den Magiern den Dienst derGötter nnd die Führung des Lebens gelernt habe.Zur Zeit dcs Polykrates siedelteP. nach Unteritalicnin die Stadt Kroton über n. wurde hier der Mittel-punkt einer Gesellschaft gleichgesinnter Personen(PythagoreischerBund), welche ans religiös sittlicherGrundlage durch ihre eigenthümliche Lebensordnuugund besonders Symbole und Gebräuche sich von derMasse abschloß. DieAnsznnehmenden wurden phy-siognomisch ».geistig geprüft u. hatten nach Einigenzwei, nach Anderen sünf Probejahre zu bestehen,während welcher sie den Verhandlungen der Gesell-schaft nurzuhörendurftcn (Echemythie, Pythagorei-sches Schweigen). Sie mußten den Worten desMeisters vertrauen; das aoröLrxa (Er hat's gesagt)galt ihnen als Beweis; sic hießen Akusmatici, Epo-teriker, iui Gegensätze zu denAnfgenommenen, Mü-
der Töne, sich auf Zahlenverhältnisse zurückführenlassen, scheint die Pythagoreische Schule ans den all-s!gemeinen Gedanken geführt zu haben, daßdiePrin-»cipien der Zahlen auch die Principien der Dingesseien, daß also der Grund der Verschiedenheit der^Dinge in den ihnen zukommenden Zahlen u. Zahl-DVerhältnissen liege. Besonders wichtig war ihnen da-^bei der Unterschied der geraden n. ungeraden Zahlen, !welche sie mit dem Gegensätze desUnbcgrenzten nnds-Begrenzenden dergestalt verbanden, daß z. B. Phi- xHlolaos sagt, ans dem Unbegrenzten ».Begrenzende»!);sei unter Hinzntritt der Harmonie die Welt cntstan- s?den. Die Einheit (Monas), das Symbol Gottes,steht über diesen Gegensätzen. Non besonderer Be- ?dentnng war ihnen die Bierzahl, bei welcher sie yschwuren n. dieZchnzahl, weil dieselbe die Elemente jdcr Bicrzahl in sich schließt (1-s-2g-3-tz4 — 10 ).Wie weit die Pythagoreer in der Anwendung ihrer
lhematici od.Scbastici, Esoteriker). Alle Mitglieder Zahlenlehre ans einzelne Erscheinungen der körpcr- ^waren an Mäßigkeit u. eine strenge Lebcnsordnnng! liehen u. geistigen Welt gegangen sind, läßt sich nichtgebunden. Die oft behauptete Gütergemeinschaft der i mehr feststcllen. Die syinboliichen und mystischen s .Pythagoreer läßt sich nicht mit Sicherheit nachwci-! Spielereien, die sich in nachchristlicher Zeit bciRiko- »sen. Ein Ausschuß von 300 Mitgliedern hatte die! machos aus Gcrasa, Theo» von Smyrna :c. finden,Oberleitung des über viele griechische Pflanzstädtc iisi sind nicht altpythagoreisch. Ein Grnndzug ihrer ^ jUntcritalien und Sicilieu verzweigwu Bundes, der! Weltansicht aber ist, daß sie die Welt als ein har- ^auch Frauen zu seinen Mitgliedern zählte. Seine »ionisch geordnetes Ganze sich dachten. Sic besteht AAbsicht in politischer Beziehung scheint gewesen zu! ihnen aus zehn Sphären (demFixsternhimmel, Len Msein, eine auf persönliche Tüchtigkeit sich stützende fünf damals bekannten Planeten, Saturn, Jupiter, HAristokratie zur Geltung zu bringen. Aber dieses! Mars, Bcnus n. Mercnr, der Sonne, dem Mond, MUnternehmen mißlang; an vielen Orten brachen, ! der Erde „. der Gezcnerde), die sich in harmonisch y.wie es scheint, gleichzeitig Aufstände gegen den Bund geordneten Abständen um das Ccntralfcner bewegen raus; dieser wurde gesprengt und die einzelnen Mit-!(welcheS letztere sie auch denHerd des Alls, den Al-gliedcr zerstreut. Um 500 v. Ehr. verlieren sich dieftar, das Hans des Zeus nannten), nnd durch ihreSpuren seiner politischen Wirksamkeit (vgl. Krische/ Bewegung die dem menschlicken Ohre nnvernehm-Os sooietatis akzblmAora in urdo Lrotoninbnrnm bare Harmonie der Sphären Hervorbringen. Derconckitao oeopo politioo, Gött. 1831). Als Person-? unter dem Monde liegende Theil der Welt ist derlicher Gegner des P. wird ein gewisser itylon ge-lSitz der Veränderlichkeit u. Unvollkommenheit, dernannt. P. ward nach Einigen im Aufstand getödtet, über dem Mond liegende (der Olympos) das Gebietnach Anderen floh er u. starb inMetapontum. Von ungetrübter Vollkoinmenheit. Bedeutungsvoll für
länger sortwirkeudem Einsltiß sind die Wissenschaftlicheu Bestrebungen des P. und seiner Schule ge-wesen, wobei sich, La die demP. beigelegten Schrif-ten (X(in<7ü tTly sAuroa oarminas, eine Sanimlnngvon Sinnsprnchen, u. die Lplrasra äivinatvria ckoäoeuditu aor-rotornm) ihm erst in späterer Zeit un-tergeschoben worden sind, nicht mehr entscheiden läßt,was von ihm selbst n. was von seinen Anhängernherrührt. Die Pythagoreische oder ItalischeSchule, unter deren Mitgliedern PhilolaoS ansKroton, Archytas aus Tarent, Okeltos aus Lnkanien,Timäos aus Lokri, Alkmäo», Hippasos aus Pketa-pontnm, Hiketas aus Syrakus, Eurytos, iilinias rc.Dorzugsweise zu nennen sind, charakterisirt vor allemeine Vorliebe für geometrische, arithmetische u. mu-sikalische Studien. P. selbst hat in der GeometrieLen PythagoreischenLehrsatz (s.d.), ebenso die Zah-lenverhältnisse der musikalischen Intervalle entdecktu. wurde Lurch die darauf gegründete Conslrnctionder Tonleiter der Begründer der gesummten Ton-lehre des Alterthums; nicht minder untersuchte erdie Entstehung u. die Verhältnisse der Zahlen. InVerbindung mit diesen mathematischen u. musikali-schen Studien steht auch die Richtung der Pytha-goreische u Philosophie. TheilSLie Evidenz desmathematischen Wissens, thcils die Bemerkung, daßdie Unterschiede einzelner Erscheinungen, namentlich
die Geschichte der Astronomie ist es, daß Philolaoseine tägliche Bewegung der Erde um das Central-feuer, Hiketas eine Bewegung der Erde um ihreAchse, Ekphantos u. Aristarch eine Achsenbewegungund eine Bewegung derselben um das Centralfeuerangenommen haben sollen. Die menschliche Seeleleiteten sie von der die Welt durchdringenden gött-lichenKraft ab u. bezeichneten deren Wesen ebenfallsdurch den Begriff der Zahl n. der Harmonie. Da-mit verbanden sie die Annahme der Seelcnwander-ung (s. d.), welche sie als einen Vergeltnngs- undLäntcrnngsproceß betrachteten. Die Ethik bildetensie, obgleich der AusdruckPythagoreischesLebenzur Bezeichnung sittlichen Ernstes im Alterthumsprichwörtlich war, nicht systematisch aus; Bestimm-ungen, wie daß die Gerechtigkeit eine gleichmal gleiche ZZahl sei, und die Vergleichung des sittlichen Lebens ,mit einerwohlgestimmtenLeier, verrathen, daß auchin ethischer Beziehung Harmonie, Gleichmaß, Ord-nung ihnen vorzüglich wichtig war. Die Leiden-schaftenvergleichen sie mit einem durchlöcherten Fasse,zu deren Bezähmung n. Beschwichtigung sie ernsteSelbstprüsung, eine fast asketische Lebensordnung u.bestimmte musikalische Tonweisen empfahlen. DiePythagoreische Lehre hatte nicht nur ans Plato (s.d.)einen bedeutenden Einfluß, sondern war für die ge-sammten mathematischen und musikalischen Studien