Polarisation.
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sich beim Austritt ähnlich ansbreitet. Die doppeltbrechenden Krystalle zeige» oft noch eine andere, er-wLhncnswerthe Erscheinung, den Dichroismus(allgemeiner Pleochroismus),der darauf beruht, daßdie Absorption des Lichtes in den Krystallen verschie-den ist, je nach der Richtung und Farbe. Infolgedessen sieht man durch manche einachsige Krystalle inverschiedenen Richtungen verschiedene Farben, so inder Richtung der Achse eine Hanptsarbe, in der dazusenkrechten Richtung eine zweite, in anderen Richt-ungen Mischfarben; manche optisch zweiachsige Kry-stallezeigcnnachdenElasticitätsachsendreiverschiedeneHauptsarben, in anderen Richtungen Mischfarben.4) Die P-sapparate dienen zur Erzeugung undUntersuchung von polarisirtemLicht; sie bestehen ansdein Polarisator u. Analysator, die ihre Rollen nachdem früheren auch vertauschen können. Man benutztznrConstrnclion derselben vorzugsweise dieNeflexionu. die Doppelbrechung. Ans der ersten beruht der P-s-apparat vonRörrembcrg (s.Taf.Optik1V,Fig.4).AndenbeidenEndcneines ans scnkrechtenStäbenge-bildetc» Gestells befinden sich Spiegel von schwarzemGlas (der P-sspiezel n. der Zerleznngsspiegel), diesich um wagrechte Achsen drehen lassen; derNcignngs-winkelderSpiegel gegen die senkrechteMittelachse desGestells laßt sich an ciner Kreistheilung ablesen. Außer-dem ist der obere Spiegel mittels einer ringsörmigenFassung nm die Achse des Gestells drehbar, sodaß dieEr, neu der Spiegel sich parallel od. gekreuzt stellenlassen. Auch die Drehnngswinkel der ringsörmigenFassung sind an einer Krcisthcilung abznlescn. End-lich ist in der Mitte des Gestells eine durchbrocheneMelaltplaite (Tischchen) angebracht, ans der mansi.rystallplattcn in das polarisirte Licht bringen kann.Zn ge,raueren Messungen (der P-swinkcl rc.) dientder annlich conslrnirte Apparat von Biot. Auf derDoppelbrechung in einachsigen Krystallen dagegenberühr dasNicolsche Prisma (Nicol). Man schleift aneine,»Doppelspathrhombodder,die gegcndiestumpsenKanten unter 71" geneigten parallelen Endflächenbis zu 08" Neigung ab, durchschneidet dann denllaikspath in zwei Prismen, so daß die Schnittflächezn den zwei neuen Flächen n. dem Hanptschnitt senk-recht steht, polirt die zwei Schnittflächen, kittet siemir Canadabalsam wieder zusammen und saßt denKrystall in eine geschwärzte Messinghnlsc. Jeder ineinen solchen Nicol cintretcnde Strahl wird in zweisenkrecht zn einander polarisirte Strahlen gebrochen;der stärker gebrochene, ordinäre Strahl indessen wirddurch totale Reflexion an der Balsamschicht auf diegeschwärzte Hülse geworfen u. von derselben absor-birt. Der extraordinäre Strahl aber geht durch u.ist senkrecht znm Hanptschnitt polarisirt. Der Bor-theil des Nicol besteht darin, daß man nur ein po-larisirtes Bild erhält. Dasselbe leistet von Natur derTurmalin, welcher mir die extraordinären Strah-len durchlaßt, die ordinären dagegen absorbirt.Sieht man daher durch ein parallel zur Achse geschliffe-nes Turmalinplättchen, so erscheint dasselbe dunkel,wenn zur Achse parallel polarisirtes Licht auffällt.Der Turmalin hat nur den Nachtheil, daß das Bildnicht klar, sondern grün oder braun erscheint. ZweiNicols od. auch zwei Turmalinplättchen (die in einefedernde Zange gefaßt und in ihren Hülsen drehbarsind, Tnrmalinzauge) dienen als kleinere P-sappa-rate. Stellt inan ihre P-scbe»e parallel, so lassen
' sie auffallendes Licht durch; dreht man die eine recht-winklig zur andern, so wird das Gesichtsfeld dunkel.Fängt man die beiden polarisirten Bilder eines dop-pelbrechendcn Krystalls durch einen Nicol od. Tur-> matin ans und dreht letzteren, so verschwindet bald, das eine, bald das andere, nämlich immer dasjenige,dessen P-sebene aus der des Nicols oder Turmalinssenkrecht ist. Sieht man damit nach einem einfachen,durch Reflexion polarisirten Bilde, so wird auch diesesbald dunkel, bald hell. Ans diese Weise entdeckte Ma-lus 1808 die P. der durch Reflexion an den Fensternpolarisirten Strahlen der untergehcnden Sonne.Man benutzt den Nicol oder Turmalin wol auch zuBrillen zur Anffindnng von Gegenständen unterWasser oo. bei Besichtigung von Bildergalerien, nmLen Glanz der an Len Oberflächen reflectirten undpolarisirten Strahlen abznhalten. Auch trübe, dun-stige Landschaften erscheinen sehr viel klarer. 5 ) In-terferenz polarisirter Strahlen. Ans derErklärung der P. und der Interferenz (s. d.) ergibtsich geometrisch leicht, daß zwei zusammenfallende,in derselben Ebene polarisirte Strahlen (wie man siez. B. beim Austritt aus einem Nicol erhält) inter-seriren können, wie gewöhnliches Licht, sich also auchverstärken od. anfheben können; daß aber zwei senk-recht zn einander polarisirte Strahlen bei der Inter-ferenz sich niemals anfheben können,, weil ihreSchwingungen immer eine reelle Resultante haben.Zwei schieswinkelig zu einander polarisirte Strahlenaber können sich anfheben, wenn nämlich ihre Schwin-gungen, nach zwcizn einander senkrechten Ebenen zer-legt, in jeder Ebene sich anfheben. Insbesondere giltdies also auch vom natürlichen Licht, da man sichdasselbe nach dem Obigen aus unendlich vielen schief-winklig polarisirten Strahlen zusammengesetzt zndenken hat. Bon den hieraus sich erklärenden, man-nigfachen Jnterserenzerscheinnngen des poralisirtenLichts, die man auch als chromatische P., Fär-bung dünner Blättchen, Farbenringe inKrystallplatten bezeichnet,erwähnen wir nur dieeinfachsten; zunächst die Färbung dünner Blättchen.Bringt man ein Blättchen eines einachsigen Krystalls,das parallel zur Achse geschliffen ist, zwischen diegekreuzten Spiegel eines P-apparats, so wird derVerlauf der Lichtstrahlen u. die Dunkelheit des Ge-sichtsfelds nicht gestört, sobald eine der beiden Schwin-gnngsebenen des Blättchens mit der des P-spiegelSznsammensällt, was bei einer ganzen Drehung desBlättchens in seiner Ebene viermal geschieht. Istjene Bedingung nicht erfüllt, so erscheint Las Blan-che» farbig. Es zerlegen sich nämlich die Schwin-gungen des vom P-spiegel kommenden Strahls nachden beiden Schwingungsebenen des Blättchens unddiese Zerlegungen dann wieder nach der Schwin-gnngsebenedesZerlegnngsspiegels. Innerhalb desBlättchens wird nun der eine L>tahl gegen den an-dern etwas verzögert. Geschieht dies z. B. für Le»rothen Theil des Lichts gerade um eine halbe Wellen-länge, so ergibt sich leicht, daß dann die Zerlegungendesselben am oberen Spiegel einander gleich n. ent-gegengesetzt sind, also durch Interferenz sich aufhe-ben. Das rothe Licht verschwindet daher aus demStrahl, die übrig bleibenden Farben setzen sich zudem complementärcn Blau zusammen. Dies Blauändert seine Stärke, aber nicht seine Farbe, wenn mandas Blättchen in seiner Ebene dreht. Bei einer an-