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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
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Paris.

Omnibus- und 23 Pserdebahnlinien, sowie zahl-reiche Dampsboote, dienen dem inneren Verkehr,der übrigens durch den Bau unterirdischer Bahnennach dem Muster der Londoner eine wesentliche Um-gestaltung erfahren soll. Die Telegraphenleitungenwerden zuni Theil unterirdisch angelegt. Außerdemgehen von P. zwei Kanäle aus, derCanal del'Ourcqund der Canal St.-Denis. Auch ist Paris bei derprojectirten maritimen Kanalverbindung zwischendem Atlant. Ocean und dem Mittelländ. Meer alsinterner Seehafen in Aussicht genommen. Im Jahre1876 belies sich die Bevölkerung auf 1,988,806 Per-sonen, darunter nach denConsesstonen: 42,000 Pro-testanten, 24,000 Juden, 26,000 Verschiedene, derRest Katholiken; nach den Nationalitäten: 48,000Deutsche, 33,000 Belgier, 12,500 Schweizer, 7500Engländer rc. Das Wachsthum der Bevölkerung er-giblsich aus folgenden Angaben. P. hatte Einwohner:

1801 662.686 1811 986,261

1811 680,080 1861 1,068.262

1821 728,661 1861 1,696,141

1831 786 483 1872 1,861,792

Dabei ist zu bemerken, daß zwischen 1856 u. 1861eine bedeutende Stadterweitcrung erfolgt war. DieGarnison der Stadt und der Befestigungen beläuftsich auf etwa 45,000 Mann (30,000 Mann Infan-terie, 15,000 Mann Cavalerie n. Artillerie), die, ab-gesehen von denForts, in 40 Kasernen untergebrachtfind. Die 6uräs rvpubUoaiue äo kario ist 4014Mann stark. DiePolizei bildet eine besondere Mann-schaft. Gegenwärtig (Mitte 1878) wird die Bevöl-kerung 2 Mill. übersteigen. P. ist Sitz der Staats-ministerien, eines Erzbisthums, mehrerer Konsi-storien; Cassationshof,Appellationsgericht, Tribunal1. Instanz, Handelsgericht, Polizeigericht rc. u. ist in20 Arrondissements getdeilt, deren jedes von einemMaire mit 2 Adjuncien (Xäzoints) verwaltet wird;an der Spitze des Ganzen steht der Seine-Präsect.Das Budget für 1878 beläuft sich aus 254,837,132Frcs. und zwar betragen die ordentlichen Ausgaben217,919,291 Frcs,, wovon 106, ^ Mill. auf die Ver-zinsung der städtischen Schuld, 15,« Mill. auf dasStraßen-, I0 auf das Schul- u. 13, z aus das Wohl-thätigkeitswesen kommen. EineHaupteinnahmequeUesind die Octrois. Dieselben betrugen 1876 netto113,475,680 Frcs.

P. zählt etwa 46,000Häuser, 80 öffentliche Plätzeund 2000 Straßen. Unter Len Plätzen sind bes. zunennen: Die Place de la Bastille, de la Bourse, deBreteuil, du Carrousel, du Chateau d'Eau, du Chä-telet, de Clichy,delaConcorde, Dauphine,de l'Etoile,de Francois I., de Grdve (Hotel de Ville), Louvois,du Theatre Frauyais, du Trocadero, du Tröne, deValenciennes, de Vauban, Vendöme, des Victoires,Voltaire, des Bosges (Royale), Walhubert rc.,Square du Louvre, Champ Lu Mars (Marsseld),zum Theil wirkliche Glanzpunkte von P. (obenanConcorde; auch Carrousel) und reich an historischenReminiscenzen. Auf der Place de la Bastille standjenes fünfthürmige hohe Castell, dessen Erstürmung14. Juli 1789 als thatsächlicher Ausgangspunkt derFranz. Revolution gilt. Die Place de la Concordesah 31. Jan. 1793 die Thätigkeit der Guillotine mitder Enthauptung Ludwigs XVI. eröffnen; 16. Oct.fiel das Haupt der Königin Marie Antoinette rc. Tau-sende von Opfern folgten. An denGreveplatz knüpfensich aus viel früherer Zeit düstere Erinnerungen.

Hier wurden 1572 zwei Hngenotteusührer gehängt;Scheiterhaufen loderten hier, und von jener Zeit anbis zur Französischen Revolution, in welcher auchhier die Guillotine arbeitete, war erRichtplah. Ansdem Marsfelde war 14. Juli 1790 das große Con-stitutionsfest, bei dem Ludwig XVI. den Eid ausdie Verfassung ablegte, beschwor 1. Juni 1815 Na-polon I. die Constitution, 1867 u. 1878 lieferte esdas Terrain für die Gebäude Ser Weltausstellungen.Außerdem sind hier zu erwähnen die mit Parkanla-gen rc. geschmückten Plätze u.Promenaden: Champ-Elysees, der Tuileriengarten, Garten des PalaisLuxembourg, Parc de Monceaux, Parc des ButtesChaumont, der Jardin des Plantes und gewisser-maßen auch dieKirchhöfe; allesAulagen in jederHin- !sicht würdig einer Weltstadt, wie P. Die Straße» !(Rues, Boulevards, Äveuues) sind seit den großen

StaLtreguliruugendurchNapoleonIII.größtentheils ,

gerade und zum Theil von bedeutender Breite. Als jdie schönste, glänzendste und belebteste gilt die Reihe ider sogenannten alten Boulevards, die sich von der iMadcleincnkirche nach dem Bastilleplatz unter den ^Namen: Boulevard Le la Madeleiue, des Capucines, ides Italiens, Montmartre, Poissonuicre, St.-De-nis , St.-Martin, du Temple, des Filles du Cal-vaire und Beaumarchais hinzieht. Ebenbürtigdie Nuc de Rivoli, welche der Seine parallel amLouvre, den Tuilerieu u. der Place de la Concorde ivorbeiführt u. sich westl. in der Avenue des Champs-Elysees u. hinter der Place de l'Etoile in der Avenuede la Grande-Armee forlsetzt. Eine der elegantestenu. wichtigsten Verkehrsadern ist die 19. Sept. 1877eröffneteAvenue de I'Opera, welche Lie GroßeOper :mit dem Theatre Franyais und dem Palais Royal 'verbindet. Die vornehmsten Straßen und die mei- lsten Plätze sind mit Bäumen bepflanzt. SogenanntePassagen gibt es eine große Zahl, darunter viele der ielegantesten Art. Die Kais an der Seine bildensämmtlich schöne,zum Theil bepflanzteSpaziergänge.Die drei vorhin genannten Straßen, wie auch die iwichtigsten der genannten Plätze (Concorde, Bastille)u. die hervorragendsten Gebäude (Louvre, Palais 'Royal, Theater) liegen aus dem rechten Ufer derSeine, die überhaupt der eigentliche Sitz des Pariser !Verkehrs u. der Pariser Arbeit wie Vergnüge»; idie linke, wesentlich stillere, enthält, neben hervor-ragenden Gebäuden wie dem Luxembourg u. Jnva-lideudom u. den Plätzen des Marsfcldes u. der Es-planade der Invaliden, mehr die Wohnungen vonBehörden u. Beamten u. ist Sitz des literarischen»,geistigen Lebens/ Der älteste Theil der Stadt ist dieCite auf den Seine-Inseln, in der sich eine Anzahlder vornehmsten öffentlichen Gebäude (Notre-Dame,Palais de Justice, Hotel Dieu) zusammendrängen.Bei der topographischen Eintheilung in Arrondisse-ments u. den vielen Straßenbauten ist die alte Ein-theilung der Stadt ausgehoben, ohne daß die altenNamen ganz aus dem Gebrauch geschwunden wären;noch jetzt kennt man im S. der Seine das Pays od.Quartier latin, den Wohnsitz der Studenten u. Lite-raten im W. und die Faubourg St. Germai», denSitz des legitimistischen Adels im O. u. im N. derSeine, im W. die Faubourg St. Honore als Schder Begüterten, während der NO. (wo früher diejetzt durch Straßeuanlageu verschwundenen, zu »»-ruhen geneigten Faubourgs St. Antoine und St,