Polksstraße — Palladium.
Palksstraste, Straßezwischsn derSOKüsteVor- lderindiens und der Insel Ceylon; sie verbindet denGolf von Manaar mit dem Bengalischen Meerbusen. ^Sie ist wegen Sandbänken für Seeschiffe nicht fahrbar, l
Palla, 1) (röm. Ant.) viereckiges, bis über dieFüße herabgehendcs Gewand, das die römischen!Frauen, wenn sie cmsgingen, umwarfen. Bei Lei-!chenbegängnissen und in der Tragödie war die ?.schwarz und hatte eine Schleppe (Üz-rma). 3) (L.;corporaiis, I'. parva) das linnene Tuch, welches beider Messe der Katholiken ans dem Altäre unter denKelchzurAnfnahmcderHosticgebreitet wird. Frühernannte man so die linnene Bedeckung des Kelches,wogegen jetzt diese als jenes als Oorporals be-zeichnet wird.
Pttlladro, Andrea, berühmter italien. Bau-meister, geb. 30. Nov. 1513 in Vicenza, st. iS.Ang.1580 ebenda; war ursprünglich znm Bildhauer be-stimmt, wurde aber vornehmlich durch Trissino zurArchitektur geführt, stndirte die Werke der antikenArchitektur in Nom, ans deren Trümmern er seineSänlenordnungen herstcllte, welche neben denen desVignola, Scamozzi n. Serlio in ganz Italien, ja, inganz Europa als Kanon angesehen wurden. 1547kehrte er nach Vicenza zurück. Zuerst restaurirte ereine Basilika aus der älteste» christliche» Zeit wiederganz stilgerecht und wurde deshalb zu den Berath-uugen über den Bau von St. Peter in Rom beige-zogen, ohne aber dort mit seinen Ansichten u. Ent-würfen dnrchzudringeu, worauf er »ach Vicenza zn-rückkehrte. P. ahmte die Antike nicht sklavisch nach,sondern wußte mit Phantasie n. Geschmack die der-selben entnommenen Elemente modernen Begriffenanzupasscn und durch mannigfaltige Combinatiouenimmer neue Hauptsormen zu erzielen. Indessen ur-theilt die heutige Kunstkritik über seine Schöpfungenweniger günstig als frühere Zeiten, namentlich auchGoethe es gethau. Den Palästen in der Stadt gaber gewöhnlich offene Säulenhallen und den SäulenBossage»,den Kirchen gern eine korinthische Vorhalle.Der Stil P-s ist kein reiner u. tief begründeter, dieFeinheiten der griechischen Baukunst waren ihmfremd geblieben; allein er ist in Übereinstimmungmit seinen Vorfahren, Brnnclleschi, Bramante rc.,noch immer edel n. einfach im Gegensatz gegen seineNachfolger, namentlich aber in seinen Dispositionenu. Proportionen auch heute noch mnstergiltig. Vi-cenza und Venedig sind die Hauptschanplätze seinerKunst. Hauptwerke: in Vicenza die Basilika, dassogen, olympische Theater n. die Paläste Barbarauou. Chierigati; in Padua: die Rotunde (Villa Capra);in Venedig: das Refektorium n. die Kirche S. Gior-gio Maggiore, die Fa^ade von S. Francesco dellaVigna, die Kirche Redentore, der Palast Foscari.Er fertigte auch die Zeichnungen für Barbaros Aus-gabe des Vitruv; gab Len Cäsar (Oan Io li^nrsin rarns ckogii allo^ianisnti, Ls labil cl'arrns),Venedig 1505, heraus u. sehr.: Lei! areiritottnra,Ven. 1570, n. A. Vicenza 1770—83, 4Bde., deutschvon Böckler, Nürnb. 1698, znm Theil von LordBarlington heransgegeben; Oeuvres eoinplots in2V Lfgn. mit Knpf., Par. 1827. LebensbeschreibungP-s von Th. Temanza, Ven. 1762; Qnatremere,Par. 1830, u. Magrini, Padua 1846. R-gucti
Palladlon (gr., lat. Lailackinm), 1) ans Holzgeschnitztes Standbild der Städte schirmenden Pallas,
welches als Unterpfand der öffentlichen Wohlfahrtim Verborgenen anfbewahrt wurde. Besonders be-kannt ist das 3 Ellen hohe in Troja. Jlos, Grün-der von Ilion, fand ein Götterbild vor seinem Zelte,nachdem er den Zeus um ein Zeichen gebeten hatte,daß ihm die Stadt angenehm sei. Das Bild war 3Ellen hoch u. führte in der erhobenen Rechten einenSpieß, in der Linken Spindel und Rocken. Priestersagten, daß die Stadt, welche es bewahre, unüber-windlich sei, n. nachhomerische Epiker machten TrojasFall vom Besitz des P. abhängig; daher entwende-ten es Odysseus u.Diomedes, nach And. folgte ihnendas Götterbild freiwillig, n. nun erst wurde Trojaerobert. Diomedes brachte cs mit nach Argos; nachattischer Sage verlor es Diomedes in Attika, u. Kö-nig Demophon stellte es in der nvrdöstl. Ecke desFelsens der Akropolis ans. In Nom, wohin es Äneasgebracht haben sollte, glaubte man es im Tempelder Vesta, wo es so heilig bewahrt wurde, daß esnicht einmal der Pontifex Maximus sehen durfte.Das römische Bild erhielt sich bis Heliogabal, der csin seinen Sonnentempel versetzte. 3) Uebcrhanpt sov. w. Schntzheiligthnin, Schntzbild. l!) Jede Schutzgebende u. darum heilig gehaltene Sache, ans derenErhaltung viel ankommt. Regnet*
Palladium, ein dem Platin sehr ähnliches Me-tall (Zeichen l?ck, Atomgewicht — 106). Es ist einsteter Begleiter der Platinerze, findet sich aber auchim Goldsande Brasiliens, sowie in sehr kleinenMengen gediegen in Tilkerode (Harz). Man gewinntes durch ein umständliches Verfahren aus den Pla-tinerzen od. brasilianischen Golderzen. Es ist weiß-grau, stark metallglänzend n. hat ein spcc. Gewichtvonll,^; es schmilzt bei etwa1400°, alsoweit leich-ter als Platin. An der Luft bleibt es auch bei denhöchsten Temperaturen unverändert; Salzsäure,Salpetersäure, Königswasser u. Schwefelsäure lösencs ans. F-einvertheiltes P., namentlich das elektro-lytisch abgeschiedene, absorbirt unter starker Volum-vermehrnug beträchtliche Mengen (bis 982 Volu-mina) Wasserstoff und bildet mit demselben eineArtLegirnng (Wasserslofs-P., P-Hydrür), die Metall-glauz besitzt und erst bei 100° Wasserstoff von starkredncirender Wirkung abgibt. In seinen Verbind-ungen erscheint das P. bald zwciwerthig (Pallado-Verbindungen), bald vierwerthig (Palladiverbind-l nngen), die letzteren sind indessen wenig beständig.stDas P-oxydul (kckO) ist ein schwarzes Pulver,
! welches beim Glühen in seine Bestandtheile zerfällt.
! Mit Säuren liefert es roth od. braun gefärbte Salze;Las salpetersaure P. scheidet ans Jodmetallendas Jod als P-jooür ans und dient deshalb alsReagens ans Jodmetalle und zur Bestimmung desJodes. P - oxydist ebenfalls schwarz, es liefert mitSäuren leicht zersetzbare Salze und entwickelt mitSalzsäure Chlor. P- chlorid (kckOIZ entsteht beim1 Auflösen des Metalls in Königswasser, beim vor-sichtigen Erhitzen geht es in P-chlorür si'ckOl.z) über;beide liefern mit den Chloriden LerAlkalicnDoppel-^salze. Durch reducirendeGase (Wasserstoff, Kohlen-oxyd, ölbildendes Gas rc.) wird das Chlorllr redu-cirt und färbt sich schwarz; Papierstrcifen, welche! damit bestrichen sind, bräunen sich rasch, wenn dieumgebende Luft auch nur kleine Mengen dieser Gase^ enthält und bilden deshalb ein gutes Mittel, die; Gegenwart von Leuchtgas in der Luft nachznweisen.