Ownitz — Oxalsäure.
vinzial-Jrrenanstalt in dein ehemaligen, 1707 ans-gehobenen Cistercicnscrklostcr, Torfgräberci, bedeu-tende Ziegelbrcnnerci; 1871: 040 Ew.
Owruk) (Owrntsch), Kreisstadt im rnss. Gonv.Bolhynien an der Nvrina; Gymnasium, Kloster,S600 Ew.
Oxalate, so v. w. Oxalsänresalze, s. Oxalsäure;Oxaliemu aeiänni. Oxalsäure.
Oxalillsoono, Pflanzenfam. der dialypctalcn Di-cotyledoncn, in neuerer Zeit auch als Unterfam. derOorauiaeeao angesehen; Krämer, oft mit Knollen,seltener Halbstränchcr, noch seltener Bäume; Blätterabwechselnd, oft vicrzählig, seltener paarig od. un-paarig gefiedert, Kelch fnnfthcilig, bleibend, Blnmcn-krone unregelmäßig, 2 Blumenblätter zuweilen ander Basis zusammenhängend, 10 Staubblätter, ander Basis oft einbrnderig; Staubbeutel mit zweiRitzen aufspringend; ein freier, sünffächcrigcr Frucht-knoten; Fächer mehrcüg; ü Grifscl; Kapsel fünf-biszehnklappig; Samen in einem fleischigen Manteleingeschlossen,eiweißhaltig; Keim gerade, umgekehrt.Gattungen: Oxalis, ^.verrüoa n. IRobloria. Englcr.
vxsüsL.,Pflanzengatt, ans derFam.Oxalickaeoas(X. 5); Kelch sllnfblätterig, 5 Blumenblätter, 10Staubgefäße, an der Basis kurz einbrnderig, fünfkürzer; 5 Griffel, Kapsel länglich. DieBlüthenvielerArten von 0. sind trimorph, je nachdem die Griffellänger als die Staubblätter beider Kreise oder kürzerals die Fäden eines Kreises od. endlich kürzer, alsdie Fäden beider Kreise. Arten sehr zahlreich, über200, davon 3 od. 4 in der gemäßigten Zone, 1—2in den Tropen, die übrigen im cxtratropischcnAfrikau. Südamerika. 0. Lcetosella T,. (Sauer-, Pferde-n. KnkukSllce), häufig in Wäldern, Vorhvlzcrn undGebüschen, mit weißen, röthlich geaderten Blüthen,sowie die gclbblllhende, ans NAmcrika stammende,HLnfiginGärtenn.anfÄckernalsschwerzn vertilgendesUnkraut verkommende 0. stwietaL., und die inSEuropa heimische O.oornieulataL. sauer schmeckendn. zur Bereitung der im Safte enthaltenen Oxalsäure(s. d.), benutzt; 0. seusitiva L. (Lioplizcknm 8on-sltivunrDO.stmit gefiederten Blättern, welche sich beider Berührung, ja selbst schon angehaucht, zusammenlegen, inOstindien; O. orassioaulis in Peru,mit drei, 0. totraxlrMa t7av.. mit vier Blättchen ander Spitze des Stiels, in Mejico, letztere mitrothen,doldenständigen Blumen n. als Zierpflanze, bej. zuEinfassungen von Beeten geeignet, haben rübenartige,eßbare Wurzeln; 0. crenata in Chile, als
Futterpflanze dienend, treibt drei- bis viermal desJahres Blätter, welche man auch als Spinal undSalat essen kann; auch enthalten die Knollen vielStärke; O.vopxoiLockck.,ZierpflanzeausSAmerikamit eßbaren Stengeln u. Knollen. Englcr.
Oxalit, so v. w. Humboldtin.
Oxalsäure, Kleesänre, Sauerkleesäure,(lzlcksO^, findet sich, meist in Form von Salzen, inallen drei Naturreichen. Mau hat oxalsanren Kalkgefunden: im Harn, u. zwar im normalen und pa-ihologischen, im Schleim der Gallenblase, ans derSchleimhaut des Uterus während der Schwanger-schaft, in Concretionen der Harnröhre. Das Kalium-salz wurde in Oxalis- u. Rnmexarten; das Na-triumsalzinSalicornia-n.Salsolaartcn,tlieilsgelöst, thcils in Krhstallen in den Zellen gesunden.In manchen Flechten beträgt die Menge der Oxal-
lsänresalzc nahezu die Hälfte der Trockensubstanz. AlsMineralspccies ist der oxalsanrc Kalk als Überzugvon Kalkspathkrystallcn (Whcwellit), auch als Krusl:(Thicrschit) ans einem Stückeiner Marmorsäule desParthenon entdeckt worden. Die Oxalsäure entstehtbei den mannigfachsten chemischen Processen. 1) Beider Reduction von Kohlensäure durch schmelzendesNatriums 2(602)4-2^—620^02); ans ähnlicheWeise in dcrassimilirendcnPflanzenzcllc wahrschein-lich ans Kohlensäure und Wasser unter Abspaltungvon Sauerstoff durch die rcdncircnde Wirkung desLichtstrahls. 2) Durch Oxydation kohlenstofshattigerSubstanzen, a) durch Behandeln mit Salpetersäure,
! wobei diese in Stickoxyd oder salpetrige Säure ver-wandelt wird; li) durch Schmelzen mit Alkalihydrat,wobei unter Entweichen von Wasserstoff der Hydroxyl-Saucrstoff zur Oxydation verwandt wird, währenddas Altälimetall das betreffende O-salz bildet. BeideReactioncn werden zur Darstellung der O. im Gro-ßen verwandt: Man erhitzt Zucker mit Salpetersäureoder Cellulose (z. B. Sägespänc) mit Allalihydrat.3) Durch Spaltung der Eiwcißkörpcr. Die progres-sive Stoffmetainorphosc beginnt mit der Bildung derO., die regressive Stoffmetamorphose läßt die O.wieder entstehen. Die O. krystallisirt ans wässerigerLösung in klaren farblosen Prismen von der FormelOJI^Oz-s^IIirO, welche sich in 0 Theilen kaltemWasser und 2x Theilen kaltem Alkohol lösen. Beitrockener Luft, rascher bei 100»O verlieren sic ihrKrystallwasscr, verwandeln sich in ein weißes Pul-ver, welches bei vorsichtigem Erhitzen ans 150"0 inweißen Radeln sublimirt. Gegen den lebenden Or-ganismus verhält sich die O. (nach dem Habitus derÄrystalle leicht mit Bittersalz zu verwechseln) alsGift, eine Dosis von 1,5 A. bringt tödtliche Wirkunghervor. Während die reine Säure in der Kälte ge-ruchlos ist, üben ihre Dämpfe die heftigsten Reize gusdie Schleimhäute der Nase n. Luströhre ans n. erre-gen Husten; man hat sich daher vor ihrer Einath-mnng zu hüten. Die Spaltung der O. durch conc.Schwefelsäure in Kohlensäureanhydrid, Kohlenoxydund Wasser wird zur Darstellung reinen Kohlcn-oxydgascs, ihre Zersetzung durch Mangansnpcroxydin Wasser und Kohlensäureanhydrid zur gnantita-tivcn Untersuchung des Braunsteins angcwendet.DieO. ist eine zweivasische Säure n. bildet daher zweiReihen von Salzen (Oxalaten), saure n. normale.Von den O-salzcn sind zu erwähnen: 1) Sauresoxalsanres Kali, Oxalium, 8al Lootosollao,Klcesalz, Sauerklcesalz (fälschlich anchBilter-kleesalz s. d. genannt), OJIIxO^-IckzO (Laskäus-liche Klcesalz ist ost auch übcrsanres Salz von derFormel: OJckXLü. O^I-rLü-s-itLO^im SastcvielcrOxalis- und Rnmexarten enthalten. Krystallisirt iurhombischen Krystallcn, während das übersaurc Salztrikline Krystalle bildet. Wird vielfach technisch ver-wendet. Dient auch zur Entfernung von Tinte- undRostflecken; es bildet sich dabei lösliches oxalsanresEisenoxyd-Kali. 2) Saures oxalsanres Am-in 0 n, tPIIMIckZO^, dicntznr NachweisungdesKalksu. zur Gewichtsbestimmnng desselben in der analy-tischen Chemie. 3) Oxalsaurcr Kalk Calciumoxa-lat, 6a60.,4-Il20 (od. 2H2O od. MzO) kommt indenPflanzcnzellen krystallisirt vorn, bildet eine eigeneKlasse von Blasensteinen, die sog. Maulbcersteine.Wird durch Vermischen der Lösungen von Chlorcal-