Druckschrift 
Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
Entstehung
Seite
9
Einzelbild herunterladen
 

Ottawa —

Hier folge die ebenfalls classische deutsche Nach-bildung von I. D. Gries:

Dis Jungfrau gleicht der jugendliche» Rose,

So lange sie in mütterlicher Hut,

Geschützt vom Dorn, umhegt von zartem Moose,

Von Hirt und Heerden ungetastet ruht;

Dann huldigt ihr des sanften Wests Gekoss,

Der Morgenröthe Thau, und Erd' und Fluth;Aumuth'ge Knaben, liebevolle DirnenBegehren sie znm Schmuck der Brust und Stirnen.

Die 0. rima ist seit Äriost in den Heldengedichtenn. Balladen fast aller gebildeten Nationen init Vor-liebe zur Anwendnng gekommen. Booch-Arlossy.

Ottilwa, I) Comnies im Nordamerika». Unions-gebict: n) in Michigan, 43° n. Br., 80° westl. L.;20,651 Ew.; Hanptort: Grand Haben; b) in Ohio,41" n. Br.,83"w.L.; 13,364 Ew.; Hanptort: PortClinton. 2) Hauptort des La Salle County, Jlli-nois, zu beiden Seiten des Illinois, am IllinoisMichigan Kanal, mit mehrfacher Eisenbahnverbind-ung. Der etwas oberhalb mundende Fox liefert diemotorische Kraft für den Betrieb zahlreicher Mühlen,wie auch anderer Fabriken (für landwirthschaftlicheGeräthe, Stärke rc.); lebhafter Handelsverkehr;7730 Ew. In der Nähe bedeutende Kohlenlager.8) Hanptort des Franklin County, Kansas, am Ma-rais des Cygnes, über den eine Hängebrücke führt,Eisenbahnkrenznngspnnkt; Sitz einer University derBaptisten, lebhafter Handel; 3500 Ew. 4) (GrandNivcr) Der bedeutendste Nebenfluß des Lorenzo-stromes in Kanada, kommt ans dem Grand Lake,Prov. Quebec, bildet die Grenze zwischen den Prov.Ontario u. Quebec n. mündet nach einem Laufe vonetwa 12001cm bei Montreal. Er bildet mehrere Seen(namentlich an seiner Mündung den Lake of the TwoMountains), hat aber in seinem oberen Laufe bis zurStadt O. vicleStromschnellen, weshalb erhier für dieSchifffahrt ohne Bedeutung, dagegen bei dem Holz-reichthum seiner Ufer (Fichten) für die Flößerei vongroßerWichtigkcitist. 5) (Franz. Ontaonais)Haupt-stadt des Dominion of Canada, in ungemein male-rischer Lage, an der Mündung des Ridean (mit 30 mhohem Fall) indcnO., Endpunkt des Nidean-Kanalsund eines Zweiges der Canada Centralbahn; hatBrücken über beide Flüsse, schöne Rcgiernngsgebändein hoher Lage (100 m ü. d. Fluß), kathol. Kathe-drale, ist der Mittelpunkt des Holzhandels am O. n.hat viele Sägemühlen. In der blähe die berühmtenChaudiere Falls des O. Die Stadt wurde 1823 ge-gründet n. hieß bis 1858, in welchem Jahr es zur

Hanptstadtv. Canada erhoben wurde, Bytown.Schroot.

Ottawns, Indianer vom Hauptstamme der Al-gonkiner (s. d,); früher am Ottawa River in Ca-nada u. zwischen dem Michigan- n. Hnronsec; jetztin Reservationen im Staat Michigan (5000 Seelen)u. im Jndianterritory (300 Seelen).

Ottensen, Stadt im Kreise Altona der prcuß.Prov. Schleswig-Holstein, auf dem 40 m hohen Elb-User, Station der Altona-Kieler Bahn; mit LandttHäusern der Hamburger, darunter bcs. das Donner-!sche Schloß mit prachtvollen Gartcnanlagen n. künst- ;lerischer Ansschmncknng int Innern, bedeutende, Lurch

Otterndvrf. 9

seine Lage im Zollverein begünstigte Fabrikthätigkcit.Es bestehen: eine Cokssbrennerei, eitle Petroleum-raffiucrie, Dampfsägercien, Eisengießereien, Maschi-nensabriken, 3 Glashütten, Goldlcistenfabriken, zahl-reiche Tabak- n. Cigarrenfabriken, Seifen- n. Lackfa-briken, Tapetenfabrik, Brauerei, viele Manufactnr-,Tuch- n. Knrzwaarenlager, letztere meist hainbnr-gischen Kaufleuten gehörig rc., Hanptzollamt. Hierdie Gräber Klopstocks, seiner Meta u. seiner Wittwe,sowie das Grab des Dichters Schmidt von Lübeck;hier starb auch der bei Anerstädt verwundete HerzogKarl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig, dessenGebeine 1814 nach Braunschweig übergesühn wur-den. O., das schon 18l0 erwähnt wird, erhielt 1871Stadircchte. Zahl der Bewohner: 1807 7059,18719041, 1875 12,406. Schroot.

Ottenstein, Bad, s. n. Schwarzenberg.

Otter (der O.), sov.w.Fischotter; 2) (die O.)Schlange ans der Ordn. der Ottern (s. d.), bes. dieKreuzotter (s. d.).

Otterbcrg, Stadt im Bezirksamt Kaiserslauterndes bayer. Regbez. Pfalz (Nheinpfalz), am Otter-bach ; Gerberei, Obstbau,Viehzucht; 1875:2613 Ew.Dabei dieBnrgrnineOtterburg. Hier warfrühereine i. I. 1144 gestiftete Cistercienserabtei mit nocherhaltener prächtiger Kirche in byzantinischem Stil.Pfalzgraf Kasimir schenkte 1579 den durch Alba ver-triebenen Niederländern n. Wallonen das in der Ne-formationszeit aufgehobene Kloster, u. um dasselbebauten diese das Städtchen O. u. begründeten einebedeutende Industrie in Wolle, die aber nicht mehrbesteht. Die Kirche ist seit 1705 Simnltankirche.

Otterbiirn, Dorf in der engl. Grafschaft North-umberland, am Rede, einem Nebenflüsse des Tyns.In der Nähe von O. 1338 Schlacht, auch Schlachtvon Chevy Chase genannt.

Otterköpfchen, so v. w. Kauri.

Ottern, VipsriäasLzi., Fam. der Giftschlangen;Körper ist kräftig gebaut; Kops meist deutlich abgesetzt,oben beschuppt oder beschildet, ohne Grube zwischenAuge u. Nasenloch; beide Kiefer bezahnt, im kurzenOberkiefer nnrjederseits der durchbohrte, nngefurchteGiftzahn; Schwanztheil knrz, einfach; altcominental,auch australisch. Unterfam.: Vipsrinas, Kopf starkabgesetzt, verbreitert, in der Regel beschuppt; Mund-spalte weit; Schuppen gekielt. Gatt, (lsraotss stta-xl.,Hornviper; Kopf vorn stumpf, hinten breit mit Hör-nern über den Augen. Dahin 0. asMtiaonsst LKm., ägyptische Hornviper, in NAfrika; häufigauf ägyptischen Denkniälern abgebildet. Gatt. Vi-pora (Lanw, Otter; Kopf vorn spitz, nach hintenplötzlich verbreitert. Zwei sndenropäische Arten: V.uimnoeiptss Uni»., Sandviper, mit beschupptemHornanhang an der Schnanzcnspitze, und V. -rspisü/orr. Gatt, kolias Msiw., Kopf ähnlich wie vor-hin, nur vorn mit kleineren, einem größeren Mittel-schild umstellten Schildern. Hierher?. dsrus LILmn.,Kreuzotter, s. d. Unterfamilie LtraotuspidiimsSt/»-., Kopf nicht abgesetzt, kurz u. breit, geschildet;Schuppen klein n. glatt. Hierher 4tra.ota.spi8 Li-droni K»rt/r, SAfrika. Farwick.

Ottcrndorf, 1) Kreis in der prcuß. Landdrostei^ Stade, umfaßt das Land Hadcln; 305,gj HZIcm (5,s«!sZZM) mit (1875) 17,213 Ew. 2) Stadt darin, an;der Wledem, 3 lim oberhalb ihrer Mündung iu dieEibe; altes Schloß, Consistorinm für das Land Ha-