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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
Entstehung
Seite
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Okhrllo — Otiugcr.

deutsche bezeichnet. In diesem Buch- athmet, beialler Weitschweifigkeit und zui» Thcil geschmacklosenGelehrsamkeit, die lebendige, gesunde L>eele des Vol-kes, ans das einzelne Erzählungen, namentlich aberdie ei,»geflochtenen wieder n. Gebete einen mächtigenn. nachhaltigen Eindruck geniacht haben müssen. O.will lein Epos dichten, sondern die hervorragendstenThcite der ncntestamcntlichen Geschichte in einemübcrschaulichcn u. handlichen Werke znsammenstellcnund durch ihre getreue Abspiegelung, sowie durchaugctnüpste Betrachtungen, Auslegungen, Predig-te», Gebete ».Liederbelehren n. erbauen. Die ehr-furchtsvolle Scheu vor seinem Gegenstände verbietetihm unbedingt, ihn mit frcigestaltender Phantasie zuergreifen und mehr als bescheidene Züge hinein zutragen. Von poetischer Freiheit kann bei ihm nuran denjenigen Stellen die Rede sein, wo die frommenBewcgnngen seines Herzens im Gebet n. im lyrischenGesänge hcrvorbrechcn, und hier wird man ihm einachtnngswürdigesTalent gewiß nicht abstrciten kön-nen. Auch in der Lehrdichtung, die bei ihm sehr weitum sich greift, hat er durch Klarheit n. 'Anschaulich-keit sich ein erhebliches Verdienst erworben. DieQuellen, ans denen er schöpfte, sind vor allem dievier Evangelien, die er mit einander zu vereinigensuchte, und ans deren Inhalt er eine 'Auswahl lras,und sodann die Kirchenväter und KirchenschrisistellerAugustinus, Gregorins der Große, Veda der Ehr-würdige, Hrabanns Maurus n. namentlich Alcninns,die dem seit Origcnes üblichen dreifachen Principeder Exegese folgten, indem sie einen wörtlichen, einenspiritalstchcn oder moralischen und einen mystischenSinn der Heiligen Schrift unterschieden. Perlen derO-ischcn Dichtung: I., 2. 5. II. (worin das ältesteuns bekannte deutsche Maricnlied) 18. 22. 111., 1.V., 23. O-s Evangelicnbnch ist das erste uns be-kannte deutsche Sprachdenkmal, worin uns die syste-matische Verwendung des Endreimes begegnet. O.macht aber auf dessen Erfindung nicht den geringstenAnspruch, vielmehr gedenkt er dieser Form als einesschon ganz gewöhniichcn Erfordernisses. Die mitEndreimen versehenen althochdeutschen Verse habenden rhythmischen Bau der geregelten Alliterations-poesie, namentlich des Hitdebrandsliedes. Die O-schen Verse bestehen aus Langzcileu, deren jede achtHebungen in sich faßt; zwei solche aneinandergercihtcLangzeilcn bilden eine einfache epische Strophe. DieLangzcile ist aus zwei Kurzzcilen zusamincngcfügt,deren letzte Hebungen einen stumpfen Reim bilden.Jede Knrzzeile enthält vier Hebungen, wovon zweiden Hochton, zwei den Ticsion tragen. ZwischendieseHebnngcn können sich unbetonte Silben (Senk-ungen) cinreihen. Der ersten Hebung einer Kurz-zeile können eine od. auch mehrere unbetonte Silbenals Anstatt voransgehcn. Während der Hochton od.Hanptaccent in der Regel an der — langen od. kur-zcn — Stammsilbe haftet, fällt der Ticston oderNebenacccut meistens den Bildungssilben zu. LckitioMnllöps von Matthias Flacins, Basel 1571; sol-gende Ansg.: von Schillern» I.GLe. des Thesaurus;von Grass, Königsb.1831; von Kelle,Regensb. 1856bis 1869,2 Bde.; von Pieper, Paderb. 1877; Über-setzungen von Rapp,Sluttg. 1858; von Rechcnberg,Chemnitz 1862 ;vonKellc, Prag 1870. G-Zimm-ruumu.

Othello, derMohrvonVenedig, vornehmerAfrikaner, Feldherr der Republik Venedig, vermahlt

mit Desdcmona, welche er an? Eifersucht ermordenließ. Gegenstand eines Trauerspiels von Shakespeare,auch mehrmals zu anderen Stücken, Opern (bes. vonRossini) ec. benutzt.

OtljMNN, Schwiegersohn des Propheten Mo-chanmicd, der dritte Khalif (614—656), bestieg altn. schwach den Thron u. wurde nach einer unruhi-gen, unselbständigen Regierung ermordet, s. Khalif.

Lt. Othmar, anfangs Pfarrer in Ehur, seit720 erster Abt von St. Gallen, führte statt der Co-lumbanschen Regel die St. Benedicts ein; da er seineAbtei nicht der bischöflichen und weltlichen Gewaltuntergeben wollte, wurde er, fälschlich der Unzuchtangeklagt, erst ans die Bnrg'Bodmaun am Bodenseemnd dann ans die Rhcininscl Stein gefangen gesetzt,jwo er 16.Nov. 759 starb; 769 wurde sein Leichnam.nach St. Gallen gebracht n. er selbst später canoni-i sirt; Tag der 18. Rovbr. Lebensbeschreibung vonGozbcrt, überarbeitet von Walafrid Strabo n. vonIso fortgesetzt, im 2. Band von Pertz kckonnmcmbs,Lori». Inst.

Otho, Marcus Silvins, geb. 32 n. Ehr. zuFerenlinnm in Etrurien, kam früh nach Rom, wurdeReros Vertrauter n. Günstling, trat ihm seine Ge-mahlin Poppäa Sabina ab n. wurde dafür im Jahre59 Statthalter von Lufitanien. Unter Galba, demer sich bei dessen Erhebung gegen Rero sofort ange-schlosscn, wurde er 68 n. Ehr. Consnl, veranlaßtjedoch, in seinerHofsnnng, von ihm adoptirt zu wer-den, getäuscht, einen Aufstand der Prätorianer, ließsich von diesen selbst zum Kaiser ausrnfcn, 15.Jan.69, und empfing nach Galbas Ermordung die Hul-digung des-Volkes. Jedoch schon im April erlitt seinHeer gegen den von den Legionen in Germanienansgcrnsenen und gegen ihn nach Italien ziehendenVitellins bei Bcdriacum eine entscheidende Nieder-lage n. O. gab sich infolge dessen 16.April selbst denTod. Vgl. Lebensbeschreibungen von Snetonins u.Plntarch, sowie AUti Ulst. i->

Lthrhs, Gebirge im N. Griechenlands, welchesvom ttnolenpnnkte des Velnchi vom Pinbns nach O.,parallel dem Oeta, sich wendet n. am Golfe von Voloendet. Es scheidet das griechische Nen-Thessalien (dasThal des Spercheos) von dem türkischen Thessalien(die Mulde der Salamvria); steile, zerrissene Felsenbieten namentlich für die Grenzränber, welche langehier ihr Unwesen trieben, trefsliche Schlupfwinkel.Die höchsten Spitzen sind der Gerakovnm (säst 1800 in)n. S. Eliasberg, von denen man eine schöne Aus-sicht bis zum Olymp genießt. Dronke.

vtm (lat.), müßige Zeit. 0. äant vitia. Sprich-wort, Müssiggang ist aller Laster Anjang.

Ötinger,FriedrichChristoph,Thcosoph,gcb.6. Mai 1702 zu Göppingen (Württemberg); studirtevon 1721—26 in Tübingen Theologie, wurde 1738Pfarrer in Hirsau bei Kalw, 1743 in Schnaitheimbei Hcidcnheim, 1746 in Walddorf bei Tübingen,1752 Decan in Weinsbcrg, 1759 in Herrenberg,1765 Prälat in Mnrrhardt, st. 10.Febr.i782. Ö.,ein reichbegabter Denker n. tief frommen Gcmülhs,hat Jakob Böhmes Ideen auf Grund des I. A.Bengelschen biblischen Christenthums in originellerWeise weiter entwickelt u. hatte auf die PhilosophieSchellings und Baaders, sowie aus Rothes Systemnicht unbedeutenden Einfluß (s. Biblischer Nealis-! mus). Von seinen vielen Schriften find hervorzu-