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Bd. 12 (1877) Laing - Mettenleiter
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Mensch.

so ist man doch über die Stellung des M-en in derKlasse der Säugethiere verschiedener Meinung, jenach dem Werthe, welche man den Eigenthümlich-kcitcn seines Baues beilegt. Wahrend Cuvier fürden M-en eine besondere Ordnung, Zweihänder(IZimaua), aufstelltc, schätzen andere Forscher, wieHuxlcy und Häckcl, die Merkmale, welche den M-envon den menschenähnlichen (anthropoiden) Affen un-terscheiden, weit geringer n. schlagen dieselben, imAnschlüsse an die Auffassung Linnes, welcher den M-enmit den Affen in seiner Ordnung (Primates) ver-einigte, nicht höher als Familiencharakterc an. Diewichtigsten anatomischen Unterschiede zwischen demM-en n. den anthropoiden Affen (dem Orang-Utan,Gorilla, Schimpanse) beruhen in der Confignrationdes Schädels und des Gesichts, dem Bau des Ge-hirns, der Bildung des Gebisses u. der Gliedmaßen,deren Einrichtung im Zusammenhang mit einigenEigcnthümlichkciten der Wirbelsäule den aufrechtenGang ermöglichen. Allein allen Liesen (für die psy-chische Entwickelung in erster Linie bedeutsamen) Ei-geiithllmlichkeiten kann keineswegs der Werth fun-damentaler Unterschiede zngeschricben werden, es sindgraduelle Abweichungen, wie sic größer noch zwischenden höchsten u. den niedrigsten Äffen gefunden wer-den. Man hat sich ferner vergebens bemüht, denMangel gewisser bei den Affen u. sämmtlichen Sänge-thicren stets vorhandener Theilc, z.B. dcsZwischen-kicfcrs, für den M-en als charakteristisch nachzuwci-sen, ebenso wie die Versuche völlig gescheitert sind,in dem menschlichen Organismus Theile zu finden,die ihm ausschließlich in der Sängcthierreihc ange-hören und etwas neues von fundamentalem Werthedarstellen. Jedenfalls ist es höchstens der individu-ellenSchätznng zu überlassen, ob der M. eine beson-dere Ordnung der Säugethiere, die Zweihänder,darstellt oder mit den Affen eine gcmcinsame Ord-nung , der Primaten, bildet. Wichtiger als die Be-trachtungen dieser Art ist indessen heutzutage die wei-tere Frage: Dualismus od.Mouisinus? Stachder elfteren dualistischen (zwiespältigen od. teleo-logischen) Anschauung besteht der M. aus einemDoppelten, aus Seele und ans Körper; dabeifolgt man dem Worte der Bibel: „Und es bildeteGott der Herr den M-en aus Staub von der Erdeu. hauchte in sein Antlitz den Odem des Lebens undes ward der M. zu einem lebenden Wesen" (Genesis2, 7.) u. erachtet angesichts der unleugbar großenKluft, welche in der Ausbildung von Geist und Ge-müth den M-en vom höchsten Thierc scheidet, dieseAnsicht für augenscheinlich naturwissenschaftlich undphilosophisch bewiesen. Die Spitze dieser Richtunggipfelt in den Ansichten derer, welche infolge derhohen, auf den Besitz einer articulirten Sprache ge-gründeten, geistigen Entwickelung des M-en, diesemeine ganz besondere Stellung außerhalb des Thier-reiches anwcisen u. sogar die Betrachtung des mensch-lichen Körpers aus der Zoologie ausgeschlossen wissenwollen. Den Dnalistcn ist der Körper mir das Or-gan, durch welches die Seele (s. d.s in die Erschein-ung tritt u. ihren freien Willen äußert. Tod bedeu-tet hier die Trennung der Seele vom Körper u. erstnach dem Tode wird der Körper wieder Staub derErde, von dem er genommen wurde. Ganz andersdie Monisten. Die monistische oder mechanischeAnschauung behauptet, daß überall in den Erschein-

ungen des menschlichen Lebens, wie in denen derübrigen Natur feste u. unabänderliche Gesetze waltendaß überall ein nothwendiger ursächlicher Zusammen-hang der Erscheinungen bestehe und daß demgemäßdie ganze uns erkennbare Welt, den M-en einge-schlossen, ein einheitliches Ganzes, ein Mono», bilde;daß alle Erscheinungen nur durch mechanischenicht durch vorbedachte zweckthätige Ursachen hcr^vorgcbracht werden und daß Geist und Seele nurhöhere n. combinirte oder diffcrenzirte Formen derEnergie oder lebendigen Kraft seien. Eine Seele imgewöhnlichen Sinne, ein getrennt und unabhängigvom Körper existircndcs geistiges Wesen, einen freienWillen gibt es nach dieser Auffassung nicht, vielmehrbehaupten die Vertreter derselben, daß auch dieje-nigen Erscheinungen, welche wir als die freiesten u,unabhängigsten zu betrachten uns gewöhnt haben,n. dies sind gerade die Äußerungen des menschlichenWillens, gerade so festen Gesetzen unterworfen seien,wie jede andere Naturerscheinung, daß also der M.nicht über, sondern in der Statur stehe; Tod ist hierder Zcrsall des höchst cvinplicirtcu menschlichen Or-ganismus in einfachere Verbindungen, und ein be-wnßtcs Leben nach dem Tode gibt es nicht. Es kannnicht wundern, daß die monistische Ansicht und diedarauf gegründete Philosophie als Materialismus(s. d.), als zum Pantheismus (s. d.) führend, viel-fach angegriffen wird. Sie stützt sich darauf, daßin der gcsammten Entwickelnngsgeschichte des Men-schen keine anderen Kräfte wirksam sind, als inder übrigen organischen und anorganischen Natur;daß alle Kräfte, die dabei wirksam sind, zuletzt aufdas Wachsthnm znrückgesührt werden können, ausjene fundamentale Entwickeluugsfnuction, durchwelche ebensowol F-ormen des Anorganischen wie derOrganismen entstehen. Indem der Monismus dieEntwickelung des geistigen Lebens, welche das In-dividuum während der ersten Zeit seiner Jugenddurchläuft n. die ganze civilifirte Menschheit von derfrühesten Zeit beginnender Cultur an durchlaufenhat, mit dem Entwickelnngsgang n. den psychischenEigenschaften der höheren Thiere vergleicht, kommter zu dem Resultate, daß das Wissen der Thierevon dem dcs M-eii nur durch die Stufe der erreichtenAusbildung verschieden u. daß demnach das niensch-licheWescn von dem derThiere qnalitanv überhauptnicht verschieden sei. Leider fordert dieser Widerstreitder Ansichten die Leidenschaften der Forscher in fastebenso hohem Grade heraus, wie deren Verstand,u. es ist zu begreifen, daß, wie wir nicht verschwei-aen wollen, der wcomit dem Duaiisten unrMTeich tals ein Keller. der Dualist dem Monisten als cm.hochmllthiaer Narr'crmiemt. Bai. Elans. Zoologie,Jäckel, Aiühropogeuie, 3. A„Lpz. 1877. 3) (In geistiger Hinsicht), s. MenschlichesWesen, i?) (Dogmatisch), s. d. betr. Art. Über dieM-enraccu handelt ebenfalls ein besonderer Artikelu. über die Verbreitung des M-en nach den einzelnenWclttheilcn ist in dem Art. Erde resp. auf der dazu ge-hörigen Karte das Erforderliche mitgethcilt. Thome.

Mensch (dogmatisch). Die hebräische Anschauungim A. und Sk. T. ist, daß der Mensch ans Leib undSeele bestehe (Dichotomie), der Geist aber als gött-liche Potenz das Beseelende sei. Sowol das anima-lische wie das psychische Leben des M-cn ist Productdes göttlichen Geistes, ebenso aber auch das Pneu-