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Magnetismus.
I Polen entweder anziehend, wie auf Eisen u. schwä-». cher auf Nickel. Kobalt rc., oder abstoßend, wie auf» Wismuth u. A. Man nennt Körper der ersten Art,,„it denen wir hier zu thun haben, paramagne-tisch, die der letzten Art dia magnetisch (s. d. Art.Diamagnctismns). 2) Die magnetische Direc >tionskrast. Wird ein Magnetstab in seinemi Schwerpunkt frei anfgehangt, so nimmt er (d. h.k seine Achse) an jedem Punkte der Erdoberfläche eineganz bestimmte Stellung an, in welche er, hcrans-I gestoßen, mit einer gewissen Kraft, der sogen. Richt-est od. Dircctionskrajt nnrcr Oscillationen wiederznriickkehrt. Dian bedient sich zu diesem Versuch ge-I wohnlich einer Magnetnadel,d. h. eines plattenrautenförmigen Stäbchens, dessen magnetische Achseziemlich genau mit der Verbindungslinie der Spitzenj zusammen und dessen Schwerpunkt in die Jndiffe-i mizzone fällt. Wird die Magnetnadel zunächst mit-° icls eines Achathütchens ans eine stählerne Spitze ge-setzt, so daß sie nur horizontal schwingen kann, sorichtet sich der eine n. zwar immer derselbe Pol nn-gesähr nach Norden, der andere nach Süden. Dererste Pol heißt hiernach der Nordpol, der andereder Slidpol des Magnetes. Die durch die magne-tische Achse gelegte Verticalcbcne nennt man denmagnetischen Meridian des Beobachtnngsortcs; seineAbweichung von dem astronomischen Meridian aberdie magnetische Abweichung oder Declina-tion des Ortes. Die Dcclination ändert sich mitdem Ort und ist bald östlich, bald westlich. Zur Be-stimmung derselben dient das mit einem Horizontal-lreis u. einem Fernrohr zur Einstellung in den astro-nomischen Meridian versehene Declinalorinm. Istanderseits die Magnetnadel nur indem magnetischenMeridian nm eine horizontale, durch ihre Mittegehende Achse beweglich, so stellt sie sich nicht hori-zontal, sondern cs neigt sich aus der nördlichen Erd-hälfte der Nordpol, ans der südlichen der Südpol»ach unten. Diese Abweichung der Nadel von derHorizonlalebene heißt dieJnclinatiou des Ortes.Zur Bestimmung derselben dient das mit Horizon-tal-». Berticalkreis versehene Jnclinatorinin (Fig. 4).Hängt inan endlich die Magnetnadel ganz frei inihrem Schwerpunkt auf, so stellt sie sich in den mag-netischen Meridian n. neigt sich gleichzeitig, wie csderJnclination des Ortes entspricht (s. Erdmagne-tismus). Die wichtigste praktische Verwendung fin-det die Dectiiialioiisnadet als Kompaß (s. d.) zurBestimmung des geographischen Meridians und alsBonssole (s. d.) zur Winkelbcstimmnitg beim Feld-messer (bergt, auch Fig. t, 2, 3). Die Verbindungs Meier parallelen, entgegengesetzt gerichteten Mag-, uetiiadeln durch ein Stäbchen gibt eine astatische! Doppelnadel (s. d.). 3) Die Wirkung der. Poleauscinander. Der Unterschied der zwei Polei od. der in ihnen gedachten Magnetismen zeigt sichi »och ausfallender bei der Wirkung zweier Magneteauseinander. Hierbei tritt neben der Anziehung auchnne Abstoßung auf. Beider Annäherung der Mag-i Ee nämlich stoßen die beiden Nordpole sich ab,
! ebenso die beiden Slldpole, dagegen zieht je der-Nordpol des einen den Südpol des anderen an.Mn spricht dies Gesetz der Polarität (Georgl Hartmann zu Nürnberg 1543) gewöhnlich so ans:Meichnamige Pole oder Magnetismen stoßen sich! , entgegengesetzte ziehen sich an. Die gleichnami-
gen Pole heißen daher auch feindliche, dw ent-gegengesetzten freundliche Pole. Dies Anziehen undAbstoßen findet nicht allein an den Polen, sondernauch bis zur Jndifserenzstelle der Magnete statt. Esläßt sich hierdurch bestimmen, ob, wo u. in welcherArt eine Eisenmasse magnetisch ist; man braucht ihrnur einen Magnet zu nähern und dessen Anziehungoder Abstoßung zu beobachten. Ist der eine Magnetsehr stark und nähert man ihm von verschiedenenSeiten eine Magnetnadel, so richtet sich je nach derSeite der Annäherung der Südpol der Nadel ansden Nordpol des Magnetes oder der Nordpol derNadel ans den Südpol des Magnetes. Diese Be-obachtung führt zu einer Erklärung der Richtkraftdes einzelnen Magnetes. Denn da alle Magnetemit dem Nordpol nach einem Punkte im Norden,mit dem Südpol nach einem Punkte im Süden Hin-weisen , so wird man die Erde selber als einen sehr-großen u. starken Magnet anzusehen haben. Der inder Nähe des geographischen'Nordpols gelegene Polheißt der magnetische 'Nordpol der Erde; man würdedaher zweckmäßiger den nach Norden gerichteten Poleines Magnetes Südpol genannt haben, wie dies inder Thal in Frankreich geschieht. EntgegengesetztePole oder Magnetismen ziehen aber nicht allein sichan, sondern sie binden sich auch, d. h. sic hebenihre Wirkung nach außen bei gleicher Stärke voll-ständig, bei ungleicher Stärke znm Theil auf. Dieszeigt folgender Versuch: Hängt man an den einenPol eines Magnctstabes einen Schlüsse! und nähertdiesem Pol den entgegengesetzten Pol eines gleichenStabes, so fällt schon bei dcrAnnäherung derschlüs-scl ab. Stoßen die Magnete mit ihren ungleich-namigen Polen zusammen, so hasten sie fest anein-ander und verhalten sich nach außen wie ein ein-ziger Magnet, dessen Pole die noch frei liegendenPole sind und dessen Jndifferenzzonc von den an-einander haftenden Flächen gebildet wird. Legtman den zweiten Magnet mit den entgegengesetztenPolen ans den ersten, so fällt ebenfalls der Schlüsselab; es bleibt aber dann gar keine Wirkung nachaußen, die entgegengesetzten Magnetismen bindensich an beiden Enden vollständig, liegt man dagegendie Magnete milden gleichnam. Polen aufeinander,soverstärkt sich an jeder Stelle die Wirkung nach außen.Doch ist die Kraft des ganzen Magnetes nicht diedoppelte, weil, wie in 4) gezeigt werden soll, jederMagnet den Dl. des anderen schwächt. Man kannauf diese Weise durch Hintereinanberrcihen gleicherMagnctstäbe je mit den entgegengesetzten Polen unddurch stieben- od. Aufeinanderlegen je mit den gleich-namigen Polen größere u. stärkere Magnete bilden.Ein so zusammengesetzter Magnet gibt eine Anschau-ung von der molekularen Constitution der Magneteüberhaupt, wie die Umkehrung des Versuchs zeigt.Zerbricht man nämlich einen Magnet in der Mitteoder auch anderswo , so hat man nicht zwei Theilemit je einem Ml., sondern jedes Stück ist wieder einvollständiger Magnet, dessen Pole in derselben Rich-tung liegen, wie vorher im ganzen Magnete. Dieszeigt in der That, Laß Magnete mit nur einem Polnicht cxistircn oder daß alle Lheile eines Magnetes,bis zu Len Molekülen herab, selbst wieder Magnetesind (s. L. 1). 4) Die magnetische Influenzoder Verthcilnng (Jndnction). Jeder Pol einesMagnetes hat ferner die Eigenschaft, ein ihm ge-