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Luftdruck -
Leuchtgas 0,82 K'Ä, s° erhält man also die den Ballonhebende Kraft pro obm Fassnngsraum (für Wasser-stoff l,-i k§, stir Leuchtgas 0,jg lcz). Hiernach istes leicht, die Stcigkrast eines Ballons zu berechnen.«. B. hatte der L., den Charles n. Robert benutzten,5 l)S cbln Fassungsraum, mithin eine Steigkraftvon 500x1,2, — 605 Ic§, wenn er mit Wasserstoffgestillt wurde, und 500x0,jg — 240 lex, wenn stattLessen Leuchtgas genommen wurde; zieht man davondas eigene Gewicht des Ballons ab, so erhält manLas Gewicht, welches er außerdem noch tragen kann.Wird die sonstige Belastung ebenfalls abgezogen, sobleibt .in Überschuß, von dessen Größe die Geschwin-digkeit des Ansstcigens abhängt. Es ist zu bemer-ken, daß die angegebenen Zahlen sich aus 0° Tcmp.u. 760 mm Barometerstand beziehen. Steigt derBallon in die Höhe, so wird das in demselben be-sindliche Gas sich ausdchuen und den Ballon straffspannen, weshalb, um ein Reißen des Ballons zuverhüten, Gas ausgelassen werden muß. BeiMont-golfibren berechnet sich die Steigkraft pro obm nn-gejähr aus >/, kg. Für die willkürliche Lenkungdes L-s in horizontater Ri chtnng sind die R n-derversuche u. segcl- ob. flügelartigen Vorrichtungenvon Robert, Ballet, Blanchard, Zambeccari u. A.ersolglos geblieben n. das einzige Mittel scheint dasschon von Montgolfier vorgeschlagene zu bleiben, diein verschiedenen Höhen herrschenden verschiedenenWindrichtungen zu benutzen, wobei dann nur einedurch Ausweisung von Ballast oder Öfsnnng desVentilszu erzielende verticaleBcwegnngnöthigwäre.Daß freilich auch diese Methode nur annäherndeSicherheit gewährt.bewcist unter Anderem,daß Greendurch sie von London, anstatt nach Paris, nach Äeil-burg im Nassanischen gelangte. Bis dieses Problemgelöst ist, wird daher immer auch die Luftschifffahrtsür weite Strecken n. zu bestimmten Absichten keinepraktische Anwendbarkeit erhalten, um so weniger,da noch keine technisch anwendbare Hülle für einenL. ersunden ist, welche nicht vom Wasserstoffgas nachund nach durchdrungen würde.
Kleine mit Wasserstofs od. Leuchtgas gefüllte Bal-lons aus Kantschnck werden jetzt ans Jahrmärktenseilgeboten. Kleine Montgolficrcn fertigt man amleichtesten ans Scidenpapier, das man mit Hilfeeines Drahtringcs von z in Durchmesser zu einemlänglichen abgerundeten Sack von etwa 2m Höhezusammenklebt n. zum Steigen bringt, indem manmitSpiritus gctränkteWatte in derMitte dcsRingcSmit dünnen Draht befestigt und entzündet. Ballonszu Luftfahrten werden gewöhnlich ans gefirnißtemTastet gefertigt und sind meist kugelförmig und voneinem Netzwerk von Stricken umgeben, dessen Endenunterhalb des Ballons die ans leichtem Holz angc-fertigte Gondel zur Aufnahme der Lnslschisjcr undihrer Geräthc (Ballast, Anker rc.) tragen. Ein Ven-til erlaubt dem LuftschiffcrdenBallonzu öffnen, resp.ein solches (Sicherheitsventil) öffnet sich selbstihätig,wenn der Druck von Innen den äußeren Druck zusehr ubertrifst. Die Füllung geschieht durch Gas-Ichlänche, wobei der Ballon durch Stricke bis zurAbfahrt gehalten wird. In neuerer Zeit sind viel-fach Vorschläge laut geworden, den L-s die Gestaltlanggestreckter Cigarren zu geben, um sie lenkbarerZu »rachen.
Zur Zeit der französischen Revolution glaubte
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inan in den Lustbällen ein vortreffliches Mittel ? - .Rccognoscirung feindlicher Stellungen erhalten zuhaben (Anwendung: Schlacht bei Fleurus 1794),gab aber die Versuche bald wieder auf, erneuerte siejedoch von Seiten der Franzosen im italienischenFeldzüge von 1859. Ein Versuch, die L-s mit Bom-ben (A'erobomben) zu verbinden, welche, über iefeindliche Stellung getragen, zu berechneter Zeit fal-len oder von den L-s ans hcrabgeworfcn werdensollten, mißglückte 1849 bei der Belagerung vonVenedig. Bei der Belagerung von Paris 1870/71wurden die L-s vielfach benutzt zu Recognoscirungcnu. um Personen, Briefe rc. aus der Stadt zu beför-dern, wobei mancher Ballon verunglückte u. einersogar mit seinen Insassen bis Norwegen verschla-gen wurde. Stephan, Weltpost und Luftschifffahrt,Berlin 1873. Gi-s-ler.
Luftdruck, s. Atmosphäre, S. 298 f.
Luftdruckgewehr rc., s. Windgewehr (-büchse).
Lüftelektricität, s. Elektromctevre.
Luftgiingc, so v. w. Jntcrcellularräume, sieheGewebe.
Luftheizung, s. Heizung.
Luftkissen, ein ans Kautschuk luftdicht hcrge-stellter, von allen Seiten geschlossener Sack, der nuran einer Stelle eine Öffnung hat, die in einen me-tallnen Hahn anslänft; durch dieselbe wird der Sackvoll Lnft geblasen resp. dieselbe heransgclassen. Diegleichmäßige Weichheit eines solchen L. ist beim Ge-brauch für den Gesunden eine Annehmlichkeit, beilangem Krankenlager ein großer Schutz gegen vo-eubitn-. Jap».
Luftperspective, diejenige Art der Perspective(s. d.), welche nicht in der scheinbaren Verkürzung u.Verschiebnngvon Linien besteht, sondern in der grad-wciscnAbtönnngdcrLocalfarben,wclchcdurch die mitder zunehmenden Entfernung der Gegenstände vomAuge an Dichtigkeit zunehmende Luftschicht hervor-gebracht wird. So erscheinen mit Wald bewachseneBerge um so blauer, je weiter sie entfernt sind, oder,wenn näher, je trüber n. dichter die dazwischen lie-gende Lustschicht ist. Die richtige Behandlung derLnstpcrspcctive verleiht der Landjchastsmalerei einender stärksten Reize, da bei der vielfach zufälligenGröße von Bergen, Bäumen, Flnßthälernrc., welchealso nicht durch die Lincarperspective für die Vor-stellung bestimmbar ist, die scheinbare Größe der-selben nur durch solche Abtönung in ihrer Natur-wahrhcit veranschaulicht werden kann. Schasler.
Luftpressc (Acrostatischc Presse), von Römers-Hausen angegebener Apparat zur Bereitung von Ex-trakten im LUeinen. Sie besteht ans zwei nebeneinander stehenden Cylindern, die durch ein mit ei-nem Hahn versehenes Rohr verbunden sind; der eineist zur Extraction bestimmt, har einen fein durchlö-cherten Boden, welcher bloß die Flüssigkeit,nicht aberdie pnlverisirte Substanz dnrchläßt; der Boden wirdinnerlich noch mit vielfach znsammeugelcgteni, etwasangefenchtetcm Fließpapier dicht bedeckt; hieraufwirddie gepulverte, vorher mit etwas Wasser angeriebeneSubstanz eingedrückt,cinedurchlöcherteScheibe über-gelegt u. mit der erforderlichen Menge Wasser oderWeingeist übergossen. Bei verschlossenem Hahn derBerbindnngsröhre wird in dem zweiten Cylinderein festschlicßender Kolben ein entsprechendes Stückvom Boden nach dem oberen Ende zu bewegt, wo-