393
!
Ludwigsordmi —
Senf- und Tabaksabriken, Wollspinnereien; 1875:«005 Einwohner.
Llldtvistsorden, 1) Bayerischer Orden, ge-stiftet 25. Äug. 1827 vom König Ludwig zur Be«lohnnng 50 jähriger treuer Dienste iu Hos-, Staats-,Kriegs- u. Kirchenämtern, wobei jeder Feldzug dop.pell, aber Quiesccuz od. Pensionszeit nicht gerechnetwird. Decoration: für Offiziers- und Ralhsrciug:goldenes, mit der KönigSkrone gedecktes Kreuz, wor-auf des Königs Brustbild in Gold auf weißememaillirtem Grunde u. aus den vier Ecken die Um-schrift: Ludwig König von Bayern; auf der Rück-seite ein grün emaillirter Eichenkranz mit der Gold-schrift auf weißem Grunde: Für ehrenvolle 50Tienstjahre; auf den vier Ecken die Worte: am25. August 1827. Mitglieder niederen Rangeserhalten eine goldene Ehrenmünze mit demselbenInhalt auf beiden Seiten. Band: carmoisinroth u.himmelblau eingefaßt. 3) Großherzoglich hes-sischer L., Hans- u. Verdienstorden für Militär- u.Civilverdienst, vom Großherzog Ludwig I. 25. Ang.1807 gestiftet u. von Ludwig 11. 14. Dec. 1831 mitStatuten versehen. Decoration: schwarz emaillirt n.roth eingefaßtes Kreuz in Form des Malteserkreuzes,in der Milte, vorn, eine Krone von Lorbeer- undEichenlaub mit den Worten: Gott, Ehre u. Vater-land, u. hinten den Buchstaben I-., umgeben von denWorten: Für Verdienst; an schwarzem Band mitrotherEinfassunggetragcn; fünsKlassen: Großkrenze,Commaiidcnrs 1. n. 2. Klasse nnd Ritter 1. n. 2.Klasse. Die beiden ersten tragen dabei noch einensilbernen Stern mit der Voroerseite des Kreuzes,st) Orden des St. Ludwig, vormals der höchstefranzösische Mititärorde», 1693 von Ludwig XIV.zil Ehren des Königs St. Ludwig IX. zur Belohnungder Tapferkeit für französische Offiziere gestiftet.Zur Zeit der Revolution erloschen, ward er vonLudwig XVIIl. wieder hergestcllt nnd von LudwigPhilipp 1831 sür immer aufgehoben. 4 ) Lucchc-sischer Orden für Civilverdienste, gestiftet 22. Dec.1836 von Herzog Karl, ging 1847 mit an Toscanaüber, wird seit 1359 nicht mehr vertheilt. Lagai.
Ludwistsstadt , Marktflecken im BezirksamtTeilschnitz des bayer. Regbez. Oberfranken, an derLoguitz; Schieferbrüche, Eisen- nnd Stahlwaaren-,Schiefertafel- n. Tnchfabrikation; 1875: 1510 Ew.
Lucg, großartiger Paß im Thale Pongau inSalzburg, führt als 8 Icm lange, im Durchschnittnur 14 rn breite Thalenge zwischen dein Haagcn-u. Taimengebirge hindurch von Salzburg (Golling)nach Wersen; wird von der Salzburg-Tiroler Ge-birgsbahn meist mittels Tunnel durchzogen.
Intla, <7av., Pflanzengattnng ans der FamilieOnourtntaeaag-Oneunisrnisiro (V. 3.). EinjährigeKräuter mit 5- bis 7-lappigen Blättern nnd 2- bisvieltheiligen Ranken; Blüthcn ziemlich groß, weiß,eingeschlechtlich, die männlichen in lang gestieltenTrauben, mit 3, seltener 5, der Kelchmündung cin-gesiigten Staubblättern; weibliche Blüthen mit ver-längertem, gefurchtem u. kantigem Fruchtknoten nnd3-lappiger Narbe; Frucht trocken, länglich oder cy-lmdrisch, scharfkantig, 3fächerigmitlänglichen,znsam-mengedrnckten Samen. Arten: 1^. rrerrtnrnFutir Asv.lOijeuiiiis ae. t,„ südlichen Asien cultivirt;
"s Fruchte werden unreif genossen; reif sind sie Brcch-"ttllcl; dicWnrzcldientznmPnrgiren;I«.avs)'ptiiri:a
Lustansamiiilung.
in Ägypten; Frucht n. Blätter werden von denArabern genossen. Engkr.
Lufft(Lnft), Hans, berühmter Buchdrucker, gcb.1495 zu Wittenberg, errichtete 1525 eine eigeneBnchdruckerei nnd besorgte den Druck von LuthersBibel in über 100,000 Exemplaren, weshalb er ge-wöhnlich nur der Bibeldrncker hieß. Bei ihm er-schienen fast alle Werke Luthers; er starb 1582 am2. Scpt. als Bürgermeister in Wittenberg.
Lllfrdschi, Fluß auf der Ostküste Südafrikas,welcher zwischen 7° n. 8" südl. Br. aus einem kleinenSee entspringt n. unter 8" südl. Br. in den IndischenOcean mündet. Im oberen u. mittleren Lause heißter auch Ruaha; er ist nicht schiffbar.
Luft, im weiteren Sinne jedes Gas (s. d.); imengeren Sinne das die Atmosphäre der Erde bil-dende, im Wesentlichen ans Sauerstoff u. Stickstoffmit etwas Wasserdampf n. Kohlensäure bestehendeGasgemenge; s. Atmosphäre.
Luftansaminlnng beobachtet man im mcnsch-lichenKörperalsLeichenerscheinnng n. als Fol gekrankhafter Zustände. Leichencrscheinnngcnsinddie gasige Auftreibung des Unterleibs, die Bildungvon kleineren n. größeren Luftblasen in dem Lnngen-gcwebe, die gewöhnlich pcrlschnnrartig unter demLnngciifcll an die Oberfläche der Lunge treten, n. dieblasigen Erhebungen der Oberhaut nach dem Tode.Dieselben kommen zu Stande durch Fänlniß derFlüssigkeiten, die in den Körperhöhlen nnd denGeweben vorhanden sind nnd bilden meistens dieersten Verwesnngserschcinnngen. Dis L. infolgekrankhafter Zustände wird beobachtet bei Ma-gen-Darmkatarrh, bei welchem die Verdauungdarniederliegt n. kein normaler Magen- n. Darmsastabgesondert wird; Magen u. Därme sind von Gasenausgedehnt, der Unterleib, rcsp. bloß der Magen zeigteinen größeren Umfang n. klingt bei der Percussiontympanitisch, durch Rülpsen werden nach oben, durchWinde nach unten mehr od. weniger übelriechende Gaseentleert u. ein unangenehmer Druck im Magen rcsp.Darm belästigt die Kranken. Die Behandlung diesesZustandes besteht in ganz frischen Fällen in Dar-reichung von gährnnghemmenden Mitteln (Cognac,Kümmclligueur, bitteren Mitteln), bei kleinen Kin-dern von Kamillenthee, Einreibungen des Unterleibsmit Rum rc., während in älteren Fällen nur dieHeilung des Magen-Darmkatarrhs die L. beseitigt.Die beiHysterischcn sehr häufig verkommende L. imMagen u. Darm beruht ans einer nervösen Störungu. kann allein durch eine Behandlung der Hysteriebeseitigt werden. Fernerwird eine L. nicht selten nachVerletzungen des Hantbindegcwebes, wenn dieselbenbis in die Luftwege dringen, beobachtet, u. es tritt dieLuft nach außen unter die Haut n. bildet luftkissen-ähnliche Auftreibungen (Hautemphysem.) DiesesHantcmphysem entsteht besonders bei Stichwunden,die schräg die äußeren Weichthcile durchdrungen undbei denen die Lust aus den Athemwegen wegen Ver-schiebung der Hautwunden nicht nach außen, sondernnur bis in das Unterhantbindegewebe dringen kann.Auch bei Rippenbrüchen, wenn die Brnchenden nichtallein das Brustfell, sondern auch die Lunge verletzthaben, entwickelt sich dieses Hantemphysem. Sehrselten beobachtet man in den geschlossenen Körper-höhlen (Brnstfellranm, UmcrlcibShöhlc), die spon-tane Entwickelung einer L., meist findet in den Kör-