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Frankfurt hatte kennen gelernt u.init dem sic 6. Nov.1797 den Thron bestieg. Sic erwarb sich überalldurch Leutseligkeit, Milde u. Wohlthätigkeit u. nichtin geringem Maße durch ihre Schönheit u. Anmnthdie bis zum Enthusiasmus gesteigerte Liebe des Bot-tes. 1806 begleitete sie den König beim Ausbruchdes Krieges nach Naumburg u. ging mit ihm nachder Schlacht bei Jena nach Königsberg und Memel.Das Unglück ihres Vaterlandes ertrug sic mit heroi-schem Muthe u. ihrer Haltung u. Einwirkung ist esin nicht geringem Grade bciznmesscn, daß nicht alleszusammeubrach. Namentlich ihren Bemühungenwar cs zu verdauten, daß Stein wieder zu denStaatsangelegenheiten herangezogen wurde. EineZusammenkunft mit Napoleon, der zuvor seinemHaß gegen sie durch elende Pamphlete Luft gemachthatte, in Tilsit, 6. Juli 1807, in der sie billigereFricdeusbedingungen zu erlangen hoffte, verliefohne Resultat. 1808 unternahm sie von Königs-berg aus einen Besuch der kaiserlichen Fai»ilie inPetersburg u. kehrte 23. Dec. 1809 mit dem Königund ihren Kindern nach Berlin zurück. 1810 be-suchte sie ihren Vater in Strelitz, aber, auf demLnstschlosse Hohcuzieritz von einem Brnstfieber über-fallen, starb sie 19. Juli 1810. Ihre Leiche wurde27. Juli nach Berlin gebracht und in der Sacristcider Domkirche, dann in dem zu diesem Zweck neuerrichteten Mausoleum im Schloßgartcu zu Charlotteuburg im Dec. bcigesetzt. Ein treffliches Mar-morbild von Rauch, welches sie schlummernd dar-stellt, ist über ihrer Gruft aufgestellt, wo seit 1840der König neben ihr cbensalls ruht; ein zweitesMarmorbild, dem in Charlottcubnrg Hochgebildet,ebenfalls von Rauch, ist in Sanssouci, ein drittesDenkmal wurde ihr 1877 in Berlin errichtet. Zuihrem Andenken stiftete Friedrich Wilhelm lll. de»L-n-Ordcn (s. d.) u. das L-ustijt, eine Erziehungsan-stalt für junge Mädchen in Berlin. Bei Gelegenheitihres hnndertjähr. Geburtsfestes erschienen in Berlineine Reihe von biographischen Erzeugnissen, so vonE. Engel (2. A. 1876), von Adami, von Klnckyohn(9. A. 1876, auch in Prachtausgabe), von Böhm (inlat. Sprache). Vgl. auch Müller, Historische Frauen,Berl. 1876. E. Labes gab L., Königin von Preu-ßen, nach den Meisterwerken der bildenden Kunst,Rostock 1877, heraus. Von älteren Werken ist er-wähneuswerth; Eylert, Die Gedächtnißfeier der Kö-nigin L. von Preußen, Potsdam 1815. 2) L. Ul-rike, Königin von Schweden, Tochter des KönigsFriedrich Wilhelm k. von Preußen und der Sophievon Großbritannien, Schwester Friedrichs d. Gr.,geb. 24. Juli 1720, mit beventeudeu Alltagen unddurch den Umgang mit den vorzüglichsten Männernhochgebildet, vermählte sic sich 29. Äug. 1744 mitdem damaligen Kronprinzen, nachmaligem KönigAdolf Friedrich von Schweden, Sie gründete dieschwedische Akademie der Wissenschaften 1753 anseigenen Mitteln, sowie die Bibliothek u. das Kunst-cabinet in Drottuiugholm. Linne, wie andere Ge-lehrte und Philosophen genossen ihren besonderenSchutz; auch war sie eine eifrige Förderin der Künsteu. Industrie u. eine Wohlthäterin des Volles. Seit1771 Wittwe,starb sie lü.Julil^üinstillerZnrück-gezogenheit bei Stockholm. 3) L. Henritte, Kur-fürstiu von Brandenburg, älteste Tochter des FürstenFriedrich Heinrich vor Öranien, geb. 17. Nov. 1627
- Louisciwrdcn.
im Haag in Holland, seit 7. Deccmber 1646 mitdem Kurfürsten Friedrich Wilhelm d. Gr. von Brau-denburg vermählt; sie war eine ausgezeichnete Für-stin, Gattin u. Mutter, gründete Schulen und An-stalten (z. B. das Oranienburger Waisenhaus inBerlin) u. st. 18. Juni 1667. Sie dichtete mehrereevangelische Kirchenlieder, u. a.: Ich will von meinerMisscthat u. Jesus meine Zuversicht. Ihre Lieder,die sie in holländischer Sprache dichtete und durchihre» Freund und Erzieher ihrer Kinder Ö. vonSchwerin ins Deutsche übersetzen ließ, erschienen zu-erst in Ehr. Runge, Martin Luthers und AnderergeistlicheLicderrc., Berl. 1653. JmJahr 1858wurdeihr eine Erzstatue in Oranienburg errichtet. 4) L.Auguste, Großherzogin von Sachsen-Weimarvierte Tochter des Landgrafen Ludwig IX. von Hei!sen-Darmstadt und der Karoline von Zweibrückeu-Birtenfeld, geb. 30. Jan. 1757, vermählt 3. Ott.1775 mit dem nachmaligen Großherzog Karl Au-gust von Weimar; da Napoleon nach der Schlachtbei Jena ihrem Gemahl, als preußischem General,sein Land nehmen wollte, impouirte sie durch ihrkluges u. würdiges Benehmen dem Kaiser, daß die-ser von seinem Vorhaben abstaud; 1813, als dieKriegscontribntioncn nicht mehr anfznbringen wa-ren, übergab sie ihren ganzen Schmuck der Land-schaftSdeputatiou; sie st. 14. Februar 1830. 5) Lvon Savoyen, Herzogin von Augonlbine, Toilnter des Herzogs Philipp von Savoyen, geb. 1416,wurde 1488 Gemahlin Karls von Orleans, Herzogsvon Anguchme, aber schon 1495 Wittwe. Sie lei-tete nun allein die Erziehung ihres Sohnes Franz,der l.Jau. 1515 König von Frankreich wurde undbei seinem Kriegszuge nach Italien ihr mit demKanzler Duprat die Regierung des Landes überließ.Aber ihrer Genußsucht zu fröyuen, verschwendete siedie Staatsgeldcr und trieb die entsetzlichste Willkür.Als Herzog Karl von Bourbon 1523 Wittwer ge-worden, bot sie ihm sofort ihre Hand, da er sie aberabwies, ließ sie ihn ihren vollen Haß sühlen u. triebihn ins Lager der Feinde Frankreichs. Nach derGefangennahme ihres Sohnes bciPavia l525brachtesie das Bllndniß mit den Italienern zu Stande, ge-wann Leu CardinalWolsey u. schloß mitKönig Hein-rich VIII. 30. Aug. Frieden; 5. Aug. 1529 folgtedann der Friede von Cambray (Damenfriedcn,weil sie Namens ihres Sohnes mit Margaretha denÖsterreich, Tante Kaiser Karls V., denselben schloß).Eine Feindin der Reformation, begünstigte sie dieWissenschaften. Sie st. 1531. Ihr Journal ist inden Llemoirso relatiks a I'Iiintoirs äs Isranos ver-öffentlicht. r) Schroor. 3)-S) iazai.
Louisenburst, ein 789 m hoher Berg im Fich-telgebirge bei Alexandersbad im Bez.-Amt Änmsiedel des bayer. Regbez. Oberfranken; erscheint alseine in sich zusammengebrochene Felsknppe, über-reich an malerischen Felsgrnppen; wild durch ein-ander geworfenen od. hoch aufgcthürmten Felsmas-sen. Am Fuße das Alexandcrbad.
Louisonordcn, Damenorden in Preußen, am3. A.ig. 1814 vom König Friedrich Wilhelm lll.gestiftet zur Erinnerung au die Königin Louise undzur Anerkennung des edlen Strebens der Frauen,sowie für glänzende Beweise von Vaterlandsliebe(in den Jahren 1813 u. 14) u. Menschenfreundlich-keit. Er sollte nur 100 Mitglieder zählen, aber ohne