Druckschrift 
Bd. 12 (1877) Laing - Mettenleiter
Entstehung
Seite
332
Einzelbild herunterladen
 

Z32 Lvimvbarde».

wenig zahlreiche, aber sehr tapfere Völkerschaft imalten Deutschland, welche zum Stamme der Suevengehörte, am Anfang unserer Zeitrechnung am linkenUfer der Nicderelbc, im heutigen Lüncbnraischen (woder Bardcngan, die Stadt Bardewick und andereOrtsbezeichnnngcn noch an die ehemaligen Bewoh-ner erinnern), zwischen den Scmnonen, Hermun-duren, Cheruskern, Harudeu und Chauken seineWohnsitze halte, auf dem Kriegszuge des Tiberius5 n. Ehr. berührt wurde, sich darauf 17 n.Chr. vonLRarbod hinweg zu den Cheruskern unterArmininswandte und wenig später den vertriebenen Italienswieder als Fürsten der Cherusker einsetzte. Seitdemwerden sie auf langeZcit in derGeschichte nicht wie-der genannt. Im Lause des 4. Jahrh. mögen dieEroberungs- n.Wandcrzüge derL.begonnen haben,bis sie nach langen Fahrten n. Vielsachen Kämpfenmit den ostdeutschen Stämmen, wie den slavischcuu. hunnischen Völkern, in die Donanländer gelang-ten. Sie kamen mit dem Byzantinischen Reiche innähere Berührung und nahmen das Christcnthnmnach dem arianischen Bekenntnisse an. Bedrängtvon mächtigen Nachbarstämmen, wurden sie denHerulern zinsbar, zertrümmerten jedoch um 512dcrcnRcich. Andoin führte die L. nach Pannonien(527548), welches Jnstinian ihnen cinräumte.So entspann sich die Freundschaft mit dem Kaiserund die Feindschaft mit dcu Gepidcn, welchcAndoin551 schlug. Dem kaiserlichen Feldherr» Narsessandten die L. Hilfstruppen nach Italien gegen dieOstgothen. Unter Andoins Sohne Alboin (501bis 573), einem unternehmenden, aber auch mithöherer politischer Einsicht begabten, in LcnHclden-liedern seines Bolkcs lange und weithin gefeiertenHeerführer, verbanden sich die L. mit den Avareun. vernichteten 566 das Reich der Gepiden gänzlich.Alboin überließ darauf den Avarcn Pannonien, ries20,000 Sachsen zu sich und führte diese und die L.568 nach Italien. In Forum Jnlii ließ er seinenNeffen Gisnlf als Herzog zurück. Bicenza, Veronaund Mailand öffneten allmählich die Thore, dochPavia mußten die L. 3 Jahre lang belagern, wäh-rend, außer Rom, Ravenna, Genua und Bcncdig,ganz Ober- und Miitclitalicn ihre Herrschaft aner-kannte. Nachdem Alboin 574 angeblich auf Veran-staltung feiner GemahlinRosamnnde, welche sich anihm wegen Ermordung ihres Vaters, dcs Gepiden-fürstcn Knnimund, rächen wollte, durch Gepidenseines Gesolgcs gelobtet worden war, wählten die L.Kleph zum König, den einer seiner Hausbedientcnschon nach achlzehnmouatlicher Regierung 576 er-schlug. Während der Minderjährigkeit seines Soh-nes A nthari führten io Jahre hindurch die Ne-gierung 36 Herzoge, von denen die zu Friaul, Spoleton. Benevcnt nachmals fast unabhängige Macht be-haupteten. Der Exarch in Ravenna suchte sich gegendie wachsende Macht der L. durch Hilfe der Fraukenzu retten. Diele kamen dreimal mit Hceresmachtüber die Alpen. Aber Anthari, den die Großen indieser Gefahr 585 aus der Vormundschaft entließen,schlug die Franken und behauptete Italiens Herr-schaft, wie er auch dem Reiche die ersten geordnetenZustände gab und sich mit den italienischem Bewoh-nein durch Theilnng der Grundstücke gütlich abfand.Autharis(gcst.590)Wittwe,Theodelindevon Bayern,wählte Agilulf, Herzog vonTurin ».Vetter ihres

ersten Gemahls, zu ihrem zweiten und damit zu«, sKönig u. bewog ihn, den katholischen Glauben a- sznneymen. Seinem Beispiele folgten viele L., undauch seine Nachfolger, wenngleich der Arianismusimmer noch seine Beschützer fand. Rothari, Wvon König Ariwalds Wiltwe (Thcodelindcns Toch-ter) znm Gemahl und Könige gewählt, beschränktedurch seincKricgsthaten die Griechen sehr n. machtesich durch Aufzeichnung der Longobardischen Gesetzeberühmt. Nachdem Rotharis Sohn u. Nachfolger,

Rodoald, 653 erschlagen worden war, wurde Theo-dclindcns Neffe, Aribert 1., ein Agilolfinger, zmnKönig gewählt, der Künste und Wissenschaften be-schützte, aber sein Reich unter seine beiden Zähnetheilte. Godebert, welcher seinen Sitz in Pavia hatte,wurde von Grimoald, Herzog von Benevent, nmge-bracht; der andere, Berthari, welcher in Mailandrcsidirte, vertrieben. Nun wurde Grimo ald Königvon 662671; er verbcsscrtedieGesctze und dehnte sdie Eroberungen gegen die Griechen weiter aus, i!Seine Nachfolger (seit671) konnten sich unter in»e< "rcn Zerrüttungen des Staates sämmtlich nicht lange jhalten. Der kräftige Lintprand (713744) jedocherhob das Longobardische "Reich auf den Gipfel sei-ner Macht. Wegen des Beistandes, welchen diePäpste den Empörern gegen den König geleistethatten, nahmen die L., die "Römer bekriegend, mehrereStädte. Nachdem sein Enkel, seit 740 Mitregent n,Nachfolger, Hildeprant (741), schon nach siebenMonaten (745) von den L. wieder des Reichs ent-setzt worden, kam Ratchis, Herzog von Frianl, u.als derselbe 749 in Monte-Cassino Mönch wurde,sein Bruder Aistnlf (719756) auf den Thron.Dieser eroberte Ravenna nebst dem ganzen Exarchat,machte der Herrschaft der byzantinischen Kaiser in-oberen n. mittleren Thcile Italiens ein Ende, be-drängte den Papst Stephan II. u. wurde dafür vomKönig der Franken, Pipin, in Ravenna belagertu.des Exarchals beraubt; er st. 756. Dcsiderius,H"'ävg von Toscana, brachte 756 nach dem Todedes unbeerbten Aistnlf das Reich an sich. Anfangs -hielt cs Dcsiderius, da Rachis sich ihm wieder alZ ^Gcgenkönig cn tgegcngestcllt,mit dcm Papste Stephan (und gab ihm die Städte heraus, welche Aistnlf ihm ^vorenthalten hatte, brach aber nachher mit Rom u.zugleich nahm er, aufgebracht, daß KarlL.Gr. seine ^Tochter Desiderata 771 verstieß, 771 die zu ihm mitihren Kindern fliehende Wiltwe Karlmanns, Gil-berga, auf. Karl der Große, schon vom Paps! Ste-phanlll. gegen die L.nmHilfe angernfcn, folgtennn ;774 dem "Rufe des Papstes Hadrian um Schutz, und ^nach sicbenmonatlicher Belagerung von Pavia nahm ^er diesen Platz Mai 774 ».zwang den Dcsiderius zur >.Übergabe ;Adalgis, seit 759 Milrcgcnt seines Vaters,floh nach Byzanz n. kam mit einer griechischen Schar ^786 nach Calabricn, wurde aber von Karl geschla- Hgen n. blieb selbst. Dasselbe Schicksal hatte Arichis isvon Benevent, der als Schwager dcs Desidcrius den- ^selben rächen wollte. MitDesiderins endigte dieReihe sder longobardischenKöuige n. dasRcichderL.Karld.

Gr. ließ 781 seinenSohnPipinznmKönigederLom- ^bardeiwählcn, anStelle der longobardischenJnsütn- ltiouen traten fränkische. Das Weitere s. n. Italien(Gesch.) n. Lombardisch-Vcnetianischcs Königreich. !

Das Verdienst, einen geordneten Rcchtszustand ,eingeführt zu haben, kommt König Autharis 585 ;