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Bd. 12 (1877) Laing - Mettenleiter
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Larochefo.icauld.

u. blieb fortan beim Theater. 1812 u. 1818 nachDanzig engagirt, ging er 1816 nach Lemberg, 1822nach Königsberg, 1823 nach Weimar, von wo anser in Brcslan (1824), Berlin (1827), Königsbergu. Elbing (1828), Dresden (1831), Brlinn n. Wien(1832) gastirte. seit 1833 ist er an das Hosburg-theater letzgenannter Stadt gefesselt. Verschiedentlichu. in höchst ehrender Weise ausgezeichnet, gehört L.entschieden zn den vorzüglichsten deutschen Schau-spielern. Sein umfassendes Repertoir, das Dichter-gestaltnngen von Shakespeare bis auf unsere Zeitaufweist, offenbart die seltene Protensnatnr seinesTalentes, dem Wahrheit und Natur als crstrebens-wertheste Ziele gelten. L. besitz! nicht nur die Rou-tine des Schauspielers, sondern auch das Nachem-pfinden und die Nenbelcbnng der Dichtung, wie sienur dem wahren Künstler zu eigen sind. Davonzeugen sein Mephisto , Shylock, Hassan, Lust, Dors-richrer Adam, Oberförster, Erbförftcr, Harpagon,Kottwitz, Blom, Langsalm u. andere von L. mit, anholländische Meister erinnerten Sorgfalt ansgesührtcCharaktere. Inden ersten Jahrzehnten seiner Lauf-bahn war L. auch mit Glück als Sänger thälig. Vgl.Mautner, Karl L. Gedenkblätter, Wien 1873. SeineGattin Auguste, die in Weimar einen Namen sich er-warb u. später als Novellistin auftrat, st. 14. Mai1875 in Karlsbad. 1) Zimmermmm. L> Kürschner.

Larochefoucauld, altes franz. Geschlecht, dessenältestes bekanntes Haupt Foncauld, Herr vonLa Roche im Angonmois (um 1000) ist. Die Herr-schaft u. Baronie L. wurde 1528 zur Grafschaft und1622 zum Herzogthnm erhoben. Seine Nachkom-men zeichneten sich in den Kriegen der Gnyenne vom11.—15. Jahrh. ans. Francois de L. war Kani-merherr Ludwigs XII., hob den späteren KönigFranz I. aus der Taufe u. erhielt 1515 die Gra>en-würde; die Herrschaft n. Baronie selbst wurde abererst 1528 zur Grafschaft erhoben unter seinem SohneFrancois, der zuerst den Titel Prinz von Mar-sillac führte. Während der Religionskriege hieltensich die L. zu den Protestanten und hatten deshalbmancherlei Mißgeschick zn ertragen (einer wurde inder Bartholomäusnacht ermordet). Francois V.,geb. 5.Scpt. 1588, wnrüel622 Herzog n.Pair. AlsAlexander, Herzog von L.,4. März 1762 ohnemännliche Nachkommen starb, vermählten sich seinebeiden Töchter mit zwei Vettern aus der Seiten-linie der Grafen von L. u. gingen aus diesen beidenEhen die ältere Linie der Herzoge von L. n. de La-rochcguyon und die jüngere, Herzog von L.-Estissac,dann L.-Liancourt hervor; außerdem noch eincSeiten-linie, Herzoge von Doudeanville. Merkwürdig sind:1) Franxois VI.,Herzog von,Fürst von Mar-sillac, geb. 15. Dec. 1613, trat früh in das Heer,wurde 1632 mit seinem Vater von Richelieu nachBlois verbannt und kam sogar in die Bastille, weiler mit der Königin und Frau von Chevreuse gegenRichelieu iutrignirt. Erst 1642 kam er von Vertrustnach Paris zurück, von seinen Mitschuldigen mit Un-dank belohnt. Er knüpfte nun mit der Herzogin vonLongueville eine Liebschaft an u. betheiligte sich ander Fronde als Statthalter von Poitou. 1650 wurdeer mit dem Herzog von Bouillon in Bordeaux be-lagert. 'Nach der Eroberung der Stadt wurde er nachPoitou verwiesen, ging aber heimlich nach Paris,machte hier einen Mordversuch gegen Len Cardinal

Netz, intriguirte gegen die Herzogin von Longiie-ville, die ihm untren geworden war, u. nahm thei!an der Schlacht bei der Porte Saint-Antoine, woer schwer verwundet wurde. Von nun an lebte erzurückgezogen im Verkehr mit geistreichen Frauen(besonders Frau v. Lafayette) u. Schöngeistern. Er-st. 17. März 1680 n. hinterließ die berühmten Neu-ses», maxiiiws et röüsxions, von denen es 5 ver-schiedene Originalausgaben gibt: die von 1665, 6871, 75, 78. Auch die von Claude Barbin, 1693, sollnur echte Aussprüche L-s enthalten. L. schr. nochülsmoirss sts In rvASnos ä'Xnus ck'Xutiiesto i„doppelter Fassung, eine in Köln 1662 gedruckte undeine 1817 von Nenonard entdeckte. Oeuvres äs I,.von Anne Martin 1822, Dnplessis 1853, Lacour1869, Boyer 1870. 2 ) Louis Alexandre, Her-zog von La Roche-Gnyon n. von L., geb. N.Juli 1743, wurde 1782 Mitglied der Akademie derWissenschaften». 1787 der Versammlung der Nota-beln. 1789 war er Deputirterdes Adels bei den Ntak^vnsranx, schloß sich den Gemeinen an, sprach fürdie Abschaffung der Sclaverci, für unbeschränktePreßfreiheit, das snspendirende Veto, die Ausheb-ung der Klöster und für die Einführung englischerRcgierungssormen. Als er 1792 die gegen den Kö-nig gerichteten Ausschreitungen des Pöbels bestraftwissen wollte, mußte er seine Entlassung als Präsi-dent des Departements Paris geben und wurde aufseiner Flucht nach dem Badeort Forqes zn ÄisorsI I.Scpt. 1792 vom Pöbel gesteinigt. H) FranxoisAlexander Frederic, Herzog von L-Lian-conrt, geb. 10. Jan. 1747, war anfangs Militär, sin-Lirte 1769 in England den Landban, gründete eineMnstersarm auf seinem Gute Lianconrt bei Clermont,eine Knust- u. Gewerbeschule, die 1788 INvIs ckesentanbs äs In patrio genannt wurde n. 1790 einegroße Banmwollenspinnerei. 1789 wurde er Präsi-dent der Nationalversammlung. Da er zur Fluchtdes Königs behilflich gewesen war, mußte er nachEngland fliehen, von wo er NAmcrika und späterNDcntschland bereiste. 1799 kehrte er nach Pariszurück, erhielt aber erst 1809 den Hcrzogslitcl wie-der. Bei der ersten Restauration wurde er Pair,später Mitglied des Generalconscils sür Gesängniß-wesen, Ackerbau, Manufactnr rc., jedoch 1823, weiler 8er Politik des Hofes opponirte, aller seiner Äm-ter entsetzt u. st. 27. März 1827. Er regte die Ein-führung des wechselseitigen Unterrichts an, wirktefür die Einführung desJmpfens, fllrVerbcssernngenin Landbau n. Industrie, sür Errichtung von Spar-kassen u. Abschaffung der Lotterie. S. Gactan de L.,Vio du eine äs I-.-I,., Oouvrss äs I-.-I-. von dem-selben 1825. 4) Frederic Ga'etan, Marquisv o n, jüngerer Sohn des Vor., geb. 5. Febr. 1779 inParis, bekleidete unter Napoleon mehrere Präsccten-stcllen, wurde 1814Lcgitimist, 1827 in dieKammergewählt, war er liberal; st. 15. April 1863. Er schr.außer der obengenannten Biographie seines Vaters:I/osprit ckss sorivuins äu 18. sisels, 1809. 5 )Sosthenes, Herzog von Doudeanville u. L-Bisaccia, Sohn des ersten Herzogs vonDoudcau-ville Louis Franxois Sosthenes, geb. 1. Scpt. 1825,trat ins öffentliche Leben erst 1871, als er wegen sei-ner legitimistischen Gesinnung in die Nationalver-sammlung gewählt wurde; er stellte sich hier au dieSpitze des Clubs der Straße äos Iksssrvoirs u. agi-

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